Donnerstag, 28. Januar 2010

Sirtaki mit Schuss

Meine hoffnungsvolle Erinnerung, dass der VfL gegen Berlin in den letzten Jahren ja gar nicht so schlecht ausgesehen hat, wird von den nackten statistischen Zahlen glatt zerstört.

In 22 Spielen bei der Alten Damen konnte der VfL nur ganze drei Mal siegreich die Heimreise antreten. 1971, 1991 und zuletzt 1995, wo Roland Wohlfahrt als Joker in der 84. und 89. Minute eine hocheffiziente Arbeitszeit in der Zweite Liga hatte. 2006 brachte der VfL eine 3:1-Führung nicht über die Zeit, ein Jahr zuvor endete die 2:0-Führung der Berliner ebenfalls Remis.

Ein besonderer Blick wird Theofanis Gekas gelten, der für mich immer noch herausragende Bochumer Spieler der letzten Jahre. In Leverkusen und Portsmouth nicht glücklich geworden versucht er nun der Hertha dabei zu helfen, das Wunder Klassenerhalt zu schaffen. Aus der Winterpause kamen die Berliner mit einem 3:0-Sieg in Hannover und einem 0:0 gegen Gladbach. Die Bochumer kommen mit der Empfehlung von 10 Punkten aus den letzten vier Auswärtsspielen. Bei derzeit 10 Punkten Abstand zwischen den beiden Teams würde ein Bochumer Sieg einen Konkurrenten auf gehörigem Abstand halten. Gewinnt Berlin, dürften sie und ihr Umfeld weiter Mut schöpfen. Mit einem Unentschieden würde ich zufrieden sein. Aber ich fürchte Theofanis Schatten und die rosa Trikots…

Mein Tipp: 2:1

Mittwoch, 27. Januar 2010

Fiege-Fanabend

Eine gemütliche Runde im „8zehn48“ am Ruhrstadion. Knapp 70 Gäste lauschten beim Fiege-Fan-Abend zunächst VfL-Finanzvorstand Ansgar Schwenken. Der machte eine 45-minütige VHS-Vorlesung zum Thema DFL-Lizensierungsverfahren. Schwierige Materie. Letztendlich wollten alle nur wissen, warum die beiden Nachbarn nicht schon längst aus der Gemeinschaft der Anständigen rausgekegelt wurden. Immerhin müssen zur Lizensierung die Sitzplätze im Stadion eine bestimmte Rückenlehnenhöhe und die Flutlichtlampen eine bestimmte Lux-Zahl haben. Das alles wird wohl penibel kontrolliert, nur mit der nötigen Liquidität nimmt man es nicht so ganz genau…

Im Anschluss traten die beiden Neu-Bochumer Dedic und Maric samt Dolmetscherinnen noch vors Familien-Publikum. Beide machten einen fast schon schüchternen Eindruck und beantworteten die nicht allzu kritischen Fragen ganz brav. Dedic ließ blicken, dass er sogar schon etwas Deutsch sprechen kann, was man durchaus als Bekenntnis werten kann.

Ein Abend, der dadurch Glanz bekam, dass man sich wirklich bei seinem VfL zu Hause fühlen konnte. Nix aufgesetztes. Bescheiden, ehrlich. Auch die anschließend an der Theke mit Ansgar Schwenken gewechselten Wort haben mir gezeigt, dass der richtige Verein sich mir ausgesucht hat…

Foto: VfL Bochum

Bericht auf www.vfl-bochum.de

Oberhausen

Eine Reise ins Niederrheinstadion Oberhausen ist eine Reise in die Vergangenheit. Dort ist aber zweifellos „dem Fußball sein zuhause“. Nachdem ich tags zuvor 80.000 Zuschauer in Dortmund erlebte, war Sonntagmittag eine Liga niedriger und 95% weniger Zuschauer angesagt. Doch das Niederrheinstadion hat einen liebevollen Charme. 1926 erbaut erinnert es mich an das alte Leverkusener Ulrich-Haberland-Stadion, nicht nur, weil die alte Anzeigetafel 1996 den Rhein herunter gebracht und der Stadt Oberhausen geschenkt wurde. Das weite Rund mit seiner, im Profifußball schon nostalgischen, Laufbahn. Die unüberdachten Stehplätze mit Wellenbrechern, die bunt zusammengestellten Getränke- und Verpflegungsbuden und das illustre, fast durchgängig rot-weiß-beschalte Publikum. Es war alles vertreten und es wunderte auch nicht, dass wir per Handschlag begrüßt wurden. Wahrscheinlich weil alle Stehplatzgegenden in der Emscherkurve fest vergeben sind. Man kennt sich halt, und wen man nicht kennt, der wird in die Familie eingeführt. Eingeführt wurde RWO auch schnell ein Tor. Ab da an war klar, dass „nächste Wochen in Ahlen“ wichtig ist. Das 0:3 gegen Augsburg bedeutet die sechste Partie ohne Torerfolg in Folge. Ein Punkt aus den letzten acht Spielen und die Verfestigung des Absturzes von Platz 4 auf Platz 15, aber immerhin och 8 Punkte Vorsprung auf den Relegations- und ersten Abstiegsplatz.
Für RWO wird es mit den Rahmenbedingungen (Stadion, Sponsoren, Zuschauerschnitt von 5.000) unmöglich sein, die zweite Liga zu halten. Vielleicht gelingt dieses Jahr noch einmal der Klassenerhalt. Aber auch das bedeutet letztendlich nur ein Jahr länger Pause von der Unterklassigkeit. Schon in den vier Bundesligajahren hat RWO immer ab Abstiegsabgrund gehangen. Zwischenzeitlich war der Abstieg in die Landesliga bedrohlich Nahe gekommen. Zwei Aufstiege in Folge (nach zwei Abstiegen in Folge) waren ein Highlight. Aber Wunder kommen nicht immer wieder. Schade, denn RWO hat noch etwas von dem guten alten Fußballflair, mit dem ich groß geworden bin. Ich drücke den Kleeblättern die Daumen. Und wichtig ist sowieso in Ahlen…

Vereinsseite

19.9.1999 RW Oberhausen – VfL Bochum 3:0 (1:0)
7.556 Zuschauer

24.1.2010 RW Oberhausen – FC Augsburg 3:0 (3:0)
3.900 Zuschauer

Dienstag, 26. Januar 2010

Hash de nich gesehn!

Als Anhänger des VfL Bochum wartet man nicht auf eine Serie von schönen und erfolgreichen Spielen in der Saison. Man rechnet die Spieltage rückwärts und die noch notwendigen Punkte vorwärts. Dabei bleiben immer die Punktestände von vier bis sechs Mitkonkurrenten im Blick. So läuft eine Saison ab und letztendlich ist man froh, wenn schon am 33. Spieltag der Klassenerhalt gesichert ist und beim letzten Spiel in Gladbach oder Köln einfach nur Entspannung angesagt ist.

Der VfL-Fan glaubt immer weniger darauf, dass der Mannschaft im Laufe der Saison eine Sensation gelingt. Obwohl es in den letzten Jahren überraschende Punktgewinne gegen Dortmund, Schalke, Leverkusen, Bremen oder Hamburg gab, erwartet er nicht, dass sich so etwas wiederholt. Auch das war vielleicht ein Grund dafür, dass die Ostkurve im Spiel gegen Schalke nicht ausverkauft war.

Das Spiel war dann auch so, wie die meisten es erwartet hatten. Schalke spielte einen disziplinierten und gepflegten Fußball, legte Bochumer Abwehrschwächen bereits nach fünf Minuten offen und führte zur Halbzeit 2:0, nachdem auch Kuranyi seinen von allen erwarteten Treffer machte. Diesem ging naturgemäß (so ist das halt in Bochum) ein Foulspiel des Schalkers Moritz an Bochums Mavraj voraus.

Damit war das Spiel entschieden. Zwar stellte der VfL seine Bemühungen, aus den beschränkten Mitteln Torgefahr zu entwickeln, niemals ein, Aber Schalke zog routiniert und souverän einen Strich durch seine Hälfte. Bis hierhin und nicht weiter. Auch wenn mit dem eingewechselten Freier (und trotz des eingewechselten Azaouagh) die Bochumer optisch mehr Druck ausüben konnten als in Durchgang eins.

So war es dann einer dieser Einwechslungen, die mit "goldenem Händchen" nur unzureichend beschrieben werden. Vahid Hashemian sollte ab der 72. Minute dann wohl irgendwie versuchen seinen Kopf gegen den Ball zu wuchten, viel mehr traut man ihm in Bochum eh nicht mehr zu. Doch in der 82. Minute war es sein Fuß, der eine Maric-Flanke verwertete. Und in der letzten Minute der Nachspielzeit setzte er sich auf der linken Seite gegen zwei Schalker (normalerweise ist beim Dribbling schon ein Gegenspieler einer zu viel) durch und flankte so genau auf Sestaks Kopf. Der U180cm-Spieler konnte dieses Tor gar nicht mehr verhindern.

Was dann im Bochum los war, darauf hatte man lange warten müssen. Kollektive Ausgelassenheit bis hin zur Extase. Die von Radioreporter Günter Pohl ist sogar dokumentiert (meine zum Glück nicht). Solche Heimspiele macht der VfL alle drei Jahre. Und aus solchen Spielen saugen wir lange lange Honig. Zumindest bis zum 33. Spieltag, wenn der VfL trotz einer 1:4-Niederlage in München den 15. Tabellenplatz gesichert hat…
(Bild: vfl-bochum.de)

Freitag, 22. Januar 2010

Kennicnic


Dass der letzte ic-Torschütze (momentan) Zlatko Dedic mit seinem Treffer in Mönchengladbach am 16. Januar 2010 ist, weiß sicherlich jeder VfL-Fan. Dass „Zwetschge“ Misimovic der ic-Spieler mit den meisten Partien für den VfL ist, dürften viele erahnen. Doch wer erinnert sich noch an den ersten ic-Spieler* an der Castroper- Straße? An den ic-Spieler**, der die meisten Bundesligapartien für den VfL bestritt? An den***, der in nur sechs Partien für den VfL Bochum zwei entscheidende siegbringende Tore gegen den gleichen Gegner erzielte? Wer weiß, welcher ic-Spieler**** zu keinem Einsatz kam? (Auflösung unten)

Zu dem einen oder anderen Spieler fällt dem Nicht-Fachmann sicher nur eines ein:
"Den Kenn ic nic"

Hier die Liste aller VfL-Spieler,
deren Namen auf –ic enden.
(Stand: 22.1.2010)

Zvjezdan Misimovic
(5.6.1982 – Mittelfeld - Bosnien-Herzegowina)
Beim VfL: 2004/2005 – 2006/2007
VfL-Spiele (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 99 (61/30/6/2)
VfL-Tore (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 26 (10/11/5/0)
Verein vorher: FC Bayern München
Vereine nachher: 1.FC Nürnberg, VfL Wolfsburg

Ivan Zugcic
(22.5.1958 – Abwehr – Kroatien)
Beim VfL: 1980/81 – 1986/87
VfL-Spiele (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 97 (97/0/0/0)
VfL-Tore (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 2 (2/0/0/0)
Verein vorher: SG Wattenscheid 09
Vereine nachher: -

Filip Tapalovic
(14.11.1986 – Mittelfeld – Kroatien)
Beim VfL: 1995/1996 – 1996/1997 und 2002/2003 bis 2004/2005
VfL-Spiele (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 70 (64/5/1/0)
VfL-Tore (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 1 (1/0/0/0)
Verein dazwischen: Schalke 04, 1860 München
Vereine nachher: Wacker Tirol, Carl Zeiss Jena

Zoran Mamic
(30.9.1971 – Abwehr – Kroatien)
Beim VfL: 1996/1997 – 1997/1998 und 2000/2001
VfL-Spiele (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 68 (68/0/0/0)
VfL-Tore (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 4 (4/0/0/0)
Verein dazwischen: Bayer Leverkusen
Vereine nachher: Spvgg Greuther Fürth, LR Ahlen, Eintracht Trier, 1.FC Nürnberg, VfL Wolfsburg

Marijo Maric
(12.1.1977 – Sturm – Kroatien)
Beim VfL: 1999/2000 – 2001/2002
VfL-Spiele (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 45 (25/20/0/0)
VfL-Tore (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 11 (7/4/0/0)
Vereine vorher: Waldhof Mannheim, VfB Stuttgart
Vereine nachher: FC Kärnten, Arm. Bielefeld, Eintracht Trier, SpVgg Unterhaching, VfR Aalen

Zdravko Drincic
(1.5.1972 – Sturm – Serbien)
Beim VfL: 1998/1999 – 2000/2001
VfL-Spiele (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 37 (32/5/0/0)
VfL-Tore (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 4 (4/0/0/0)
Verein vorher: Vojvodina Novi Sad
Vereine nachher: Waldhof Mannheim

Ivo Ilicevic
(22.10.1976 – Mittelfeld – Kroatien)
Beim VfL: 2006/2007 – 2007/2008
VfL-Spiele (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 27 (25/0/2/0)
VfL-Tore (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 2 (2/0/0/0)
Verein davor: Darmstadt 98
Vereine nachher: SpVgg Greuther Fürth, 1.FC Kaiserslautern

Miroslav Stevic
(7.1.1970 – Mittelfeld – Serbien)
Beim VfL: 2003/2004
VfL-Spiele (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 21 (21/0/0/0)
VfL-Tore (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 1 (1/0/0/0)
Verein vorher: Fenerbace Istanbul, Borussia Dortmund, 1860 München, Dynamo Dresden, u.a.
Vereine nachher: SpVgg Unterhaching

Damir Milinovic
(15.10.1972 – Abwehr – Kroatien)
Beim VfL: 2000/2001
VfL-Spiele (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 20 (20/0/0//0)
VfL-Tore (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 0 (0/0/0/0)
Verein vorher: HNK Rijeka, Croatia Zagreb
Vereine nachher: HNK Rijeka, NK Zagreb, Dinamo Zagreb, Austria Salzburg

Zlatko Dedic
(5.10.1984 – Sturm – Slowenien)
Beim VfL: seit 2009/2010
VfL-Spiele (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 13 (12/1/0/0)
VfL-Tore (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 1 (0/0/0/0)
Verein vorher: Frosione Calcio, Parma FC, u.a.

Luka Bonacic
(21.3.1955 – Mittelfeld – Kroatien)
Beim VfL: 1979/1980
VfL-Spiele (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 10 (10/0/0/0)
VfL-Tore (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 0 (0/0/0/0)
Verein vorher: NK Maribor
Vereine nachher: Hajduk Split, HNK Sibenik

Alen Petrovic
(5.11.1969 – Abwehr – Kroatien)
Beim VfL: 1998/1999
VfL-Spiele (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 7 (7/0/0/0)
VfL-Tore (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 0 (0/0/0/0)
Verein vorher: Croatia Zagreb
Vereine nachher: -

Emir Dzafic
( 8.9.1972 – Mittelfeld – Slowenien)
Beim VfL: 1998/1999
VfL-Spiele (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 6 (6/0//0)
VfL-Tore (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 1 (1/0/0/0)
Verein vorher: ND Beltinci u.a.
Vereine nachher: Grazer AK, ND Beltinci, u.a.

Ante Covic
(31.8.1975 – Mittelfeld – Kroatien)
Beim VfL: 2000/2001
VfL-Spiele (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 5 (5/0/0/0)
VfL-Tore (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 0 (0/0/0/0)
Verein davor: Hertha BSC, 1.FC Nürnberg, VfB Stuttgart
Vereine nachher: 1.FC Saarbrücken

Milos Maric (Foto)
(5.3.1982 – Mittelfeld – Serbien)
Beim VfL seit 2009/2010
VfL-Spiele (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 1 (1/0/0/0)
VfL-Tore (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 0 (0/0/0/0)
Verein davor: KAA Gent, Olypiakos Piräus, FK Zeta

Toni Tapalovic
(10.10.1980 – Torwart - Kroatien, Deutschland)
Beim VfL: 2002/2003 – 2003/2004
VfL-Spiele (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 0 (0/0/0/0)
VfL-Tore (1.BL/2.BL/Pokal/UEFA-Pokal): 0 (0/0/0/0)
Verein vorher: Schalke 04
Vereine nachher: KFC Uerdingen, Kickers Offenbach


* Luca Bonacic, 1979/1980
** Ivan Zugcic, 97 Bundesligaspiele zwischen 1980 und 1987
*** Emir Dzafic: 26.9.1998 Kopfballtor in der 73. Min. zum 2:3 (Endstand 2:3) in Kaiserslautern und am 22.9.1998 mit einem Tor zum 4:4 im Elfmeterschießen im Pokal auf dem Betzenberg. Endstand 5:6 n.E.
**** Toni Tapalovic. Torwart 2002 bis 2004.

Mittwoch, 20. Januar 2010

Teil 3

Zwei verdiente 0:3 Klatschen hat sich der VfL in dieser Saison gegen Schalke schon geholt. Blutleerer Auftritt in der Arena am 2. Spieltag und ein kämpferisch akzeptables Pokalaus im Ruhrstadion unter der Leitung von Funny Heinemann, von dem in Bochum schon kaum einer mehr spricht, seit Heiko Herrlich auswärts Punkte klaut.

Für beide Spiele hatte sich die Marketingabteilung des VfL großes ausgedacht. Auf Schalke lief man in schwuchteligen Hemdchen rum und lieferte in Kombination mit der gezeigten Leistung eine Steilvorlage für berechtigtes Gespött. Vor dem Pokalspiel wartete mit T-Shirts und dem Slogan „Zeit für neue Helden“ auf, in Erinnerung an glorreiche Bochumer Pokalzeiten (Endspiele 1968 und 1988). – Beide Aktionen gingen nach hinten los. Aber auch die Schalker Aktion „Nordkurve in Deiner Stadt“ ging 2007 fürchterlich in die Hose, denn der VfL siegte am 31. Spieltag in seiner Stadt 2:1 und legte den Grundstein dafür, dass Schalke am Ende der Saison nur Zweiter wurde. Wahrscheinlich verzichten deshalb beide Teams jetzt auf besondere Aktionen und konzentrieren sich auf das Spiel.

In den letzten Jahren konnte der VfL durchaus einige Derbys für sich entscheiden. In der letzten Saison gelang ebenso ein 2:1 Sieg wie an jenem 27. April 2007. Davor war neun Jahre Heimflaute. 2003 gab es gleich zwei Siege auf Schalke. Für immer unvergessen die 11:1 Saison 1980/81, wo der VfL nach einem 5:1 Hinspielsieg im Parkstadion 6:0 gewann. 1992/93 gelang noch mal ein 3:0-Auswärtssieg, der dem VfL jedoch nicht zum Klassenerhalt reichte.

In dieser Saison spricht die Statistik klar gegen den VfL. Erst ein Heimsieg (1:0 am 3. Spieltag gegen Hertha) stehen 5 Schalker Auswärtssiege gegenüber. Schalke spielte und gewann zuletzt viermal zu Null.

So hoffen wir auf das Rückrundenerwachen des VfL und darauf, dass Schalke nicht immer nur schlechte Spiele gewinnt. Bochums Neuzugang Maric wird sein Heimdebüt geben und ein Tor des VfL (durch Sestak) vorbereiten. Für den anderen Treffer wird sich ein „Alter“ verantwortlich zeichnen, der zuletzt in der Krise war. Dabrowski (Alternativ Epalle oder Freier).

Mein Tipp: 2:1

Sonntag, 17. Januar 2010

Scudetto: Ben Redelings, Heinz-Werner Eggeling, Jupp Kaczor & Oliver Bittner


Am 14. Januar 2010 fand die Plauderrunde mit "Legenden des Reviers" statt, wobei Jupp Kaczor ein nicht angekündigter Zusatzgast war. Im "Riff" in Bochum kam man sich vor, wie in einem komprimierten RyanAir-Flieger. Extrem eng gestellt Sitze und die vorderen Reihen waren allesamt reserviert, so dass auch Gäste, die früh kamen sich mit den "billigen Plätzen" begnügen durften. Mit Verspätung ging es los und als Eggeling dann auf die Bühne kam, war ich ob seiner Körperstatur ebenso angeschrocken, wie bei den Wortbeiträgen von Jupp Kaczor, die man leider nur zur Hälfte verstehen konnte. Moderator Ben Redelings tat sich etwas schwer, die von Kicker-Redakteur und VfL-Fan Oliver Birkner ergänzte Runde in Wallung zu bringen. Eingespielte Videosequenzen und kleine Vorlesung von Birkners Buch "Ihr werdet es schon sehen" taten ihr übrigens dazu, dass der Abend Stückwerk blieb. Sport war bei den beiden Ex-Sportlern Nebensache, vielmehr ging es darum, wie sich die Ex-Idole seinerzeit regelmäßig einen hinter die Lampen gegossen haben. Im Trainingslager, nach den Spielen und zu anderen sich bietenden Gelegenheiten. Etwas dünn. Zumindest ich hätte gerne etwas mehr über sportliche Highlight seinerzeit, die Trainer, Mitspieler und das Herz des VfL gehört.
Lobende Ausnahme an dem Abend war Oliver Birkner, der Appetit auf sein Buch machte und immer mehr den respektvollen Abstand vor seinen Jugendhelden ablegte. Das war gut so und seine Geschichten waren liebenswerter und nachvollziehbar.

Fazit: Ein Abend, der sich nur wegen Oliver Birkner gelohnt hat. - Die Sortierung meiner "Legenden" vom VfL hat sich etwas zurechtgeschüttelt.

Scudetto

Von Handschrift, Serien und der Fremde


Seit 15 Spielen gegen einen Gengner nicht zu verlieren, ist zumindest für den VfL Bochum eine unheimliche Sache. Normalerweise kennt man soche Serien nur von der anderen Seite. Zum Beispiel die traditionellen Niederlagen bei Werder Bremen und dem 1.FC Köln. Als positive Serie galt schon, wenn man in zwei von drei Spielen beim 1. FC Nürnberg in der ersten Halbzeit zu Null spielte... - Mittlerweile hat der VfL aber auch ein paar Lieblingsgegner: Auch Auswärtsspiele in Hamburg waren in den letzten Jahren nicht immer schlecht, in Leverkusen wurden schon ein paar Siege errungen und vielleicht bewirbt sich ja in den nächsten Spielen auch noch ein anderes Team darum, ein Lieblingsgegner des VfL zu werden.

Eine Statistik, die alles sagt oder auch nicht: In den letzten vier Auswärtspielen holte der VfL Bochum 10 Punkte. - In den übrigen 14 Saisonpartien gerade mal 9, zu Hause gar nur 6. So weit, so gut. Heimkomplex ? Auswärtsstärke ? - Ich kann mich da noch nicht festlegen zumal die Auswärtspunkte in Hamburg und Stuttgart sehr glücklich waren und der VfL in Hannover zur Halbzeit (0:2) schon auf der Verliererstraße war. Die nächsten drei Heimspiele gegen Schalke, Leverkusen und 1899 werden dem VfL alles abverlangen. "Normal" wäre ein Punkt. Und "normal" wäre es, beim dazwischen liegenden Auswärtsspiel in Berlin einen Dreier einzufahren.

Ist es wirklich Heiko Herrlichs Handschrift, die den VfL punkten läßt ? Zumindest scheint er die Mannschaft zu erreichen. Das war nicht unbedingt zu erwarten. Als Neuling, Jungspund und mit seiner eigenen Art muss er sicherlich durch Fachkenntnis überzeugen und auch Zwischenmenschlich die richtigen Worte und Wege finden. Anscheinend scheut er es auch nicht, sich mich verdienten, wichtigen und "älteren" Spieler anzulegen. Das ist gut, aber auch risikoreich.

Es wäre großartig, wenn sich seine Art in der Mannschaft durchsetzt. Dann würde wieder etwas mehr VfL-Gefühl rund um die Castroper Straße einziehen.

Der Sieg in Gladbach ging aufgrund des disziplinierten und engagierten Auftretens in Ordnung. Wenig zugelassen und gut gekontert. Die Stürmer treffen wieder. Auch Dabrowski scheint, nach Freier, wieder in Form zu kommen. Aza auf der Bank gelassen war anscheinend ein guter Zug. Mit Prokoph und Mavraj auf die Jugend zu setzen hat nicht geschadet. Also, es war schon etwas Herrlichs Handschrift dabei. Gut gemacht Trainer.

Samstag, 16. Januar 2010

Völklingen


In den 70ern spielte Völklingen für vier Jahre in der 2. Bundesliga Süd, um dann in den Niederungen des südwestdeutschen Fußballs zu verschwinden. Aber stolz und stur wie die Bauwerke der benachbarten Hütte hält der Verein an seinem Namen fest und strebt wieder bessere Zeiten an.

Im Frühling 2003 war ich eine Woche im Saarland und schaute mir selbstverständlich und mit großer Begeisterung das Weltkulturerbe Völklinger Hütte an. Anschließend ging es durch eine trostlose Innenstadt zum Hermann-Neuberger-Stadion.

Das ursprüngliche Stadtion wurde 1912 errichtet. Die noch heute stehende Haupttribüne kam 1955 dazu. 1974 wurde das Fassungsvermögen anlässlich des Aufstiegs in die 2. Bundesliga auf 16.000 erhöht. Nach einer Sanierung und einer Reduzierung der Stehränge im Jahre 2007 beträgt das Fassungsvermögen heute noch ca. 12.000 Plätze. Des Weiteren wurde eine Flutlichtanlage installiert.

Gegen den ebenfalls ehemaligen Zweitligisten FSV Salmrohr gab es eine unspektakuläre 0:2 Niederlage. Am Ende der Saison stand der Abstieg aus der Oberlga Südwest in die Verbandsliga und die Hoffnung af bessere Zeiten.

15. April 2003: Röchling Völklingen - FSV Salmrohr 0:2

Offizielle Vereinsseite
Fan-Seite

Donnerstag, 14. Januar 2010

Die würden sogar ihre Großmütter verkaufen…


Schalke 04 war schon immer für großes Theater gut. Lange Zeit war es ratsam, Mitglied bei den Gelsenkirchenern zu sein. Für sein Geld bekam man auf der Mitgliederversammlung mehr geboten, als auf einer Karnevalssitzung (zumindest einer Mainzer) oder bei einem Oktoberfestbesuch: Irre Leute, große Sprüche, Vollrausch, Gesang und gelegentlich was vor die Backen. Auf Schalke schwur man Meineide, auf Schalke war der Sonnenkönig. Sportlich gab es viel Durchschnitt und manchmal ein paar Hochs und Tiefs. Treu waren immer die Zuschauer, die auch bei Wind, Wetter und absehbar unglaublich unattraktiven und bedeutungslosen Spielen ins Parkstadion strömten.

In den letzten Jahren haben Größenwahn und Missmanagement auf Schalke aber eine Form angenommen, die alles Bisherige in den Schatten stellt. Und wenn nicht bedingungslose Liebe und Treue bei den Königsblauen ein Massenphänomen wäre, würden sich wahrscheinlich zigtausende angewidert abwenden und ihr Seelenheil in Herne, Wanne-Eickel oder Bochum suchen. Gut für Bochum, dass dies nicht so ist.

Mittlerweile hat man sich vom ziemlich sozialdemokratischen ehemaligen Bundeskanzler einen Deal mit dem ziemlich seriösen Unternehmen eines ziemlich demokratischen Staates vermitteln lassen. Mittlerweile hat man auch Teile der Zuschauereinnahmen des nächsten Vierteljahrhunderts versilbert und nun geht es daran, auch zukünftige mögliche Transfererlöse bereits heute in der Kasse zu haben. Außerdem hat die Stadt Gelsenkirchen über eine ihrer kommunalen Tochtergesellschaften mal locker einen Betrag in Höhe des Saisonetas des VfL Bochum reingehauen, um gravierende Einschnitte oder gar eine Insolvenz zu verhindern. Der Verein selber hat Mitarbeiter entlassen.

Felix Magath nehme ich es ab, den Verein umzustrukturieren zu wollen. Er setzt auf junge oder günstige Spieler. Stars wie Neuer, Kuranyi, Farfan oder Rafinha werden abgegeben werden müssen, um Transfereinnahmen zu erzielen und Lohnkosten zu senken. Die Qualifikation für die Champions League wird aber Voraussetzung dafür sein, dass überhaupt eine Sanierung begonnen werden kann. Bis dahin muss aber noch sehr kreativ mit Geld und Zahlen jongliert werden.

Auf an die 300 Millionen Euro sollen sich die Gesamtverbindlichkeiten des Vereines belaufen. Damit hätte ich rund 1.500 Jahre den FC Eintracht Schwerin über Wasser halten können oder Werner Altegoer eineinhalb weitere Jahrzehnte den VfL Bochum.

Es ist unglaublich, dass sich ein solcher Zustand, den man nur aus Italien, Spanien und neuerdings England zu kennen glaubte, in Deutschland weitgehend unwidersprochen etabliert hat.

Für mich ist es ein Grund mehr, dem S04 nichts aber auch gar nichts zu gönnen. Ich hoffe, sie scheiden möglichst schon am 10. Februar in Osnabrück aus dem DFB-Pokal aus. Ich hoffe, sie kriegen in den Bundesliga den totalen Einbruch und landen hinter Leverkusen, den Bayern, Werder, Hamburg, Hoffenheim, Wolfsburg und von mir aus auch Dortmund und anderen Mannschaften irgendwo im Mittelfeld. Ich hoffe, damit bricht das ganze wettbewerbsverzerrende Konstrukt zusammen. Ich hoffe, Schalke bekommt die Chance auf einen seriösen Neuanfang. Auch die Anhänger hätten das verdient.

Mittwoch, 13. Januar 2010

Herne


Zehn Jahre lang duellierten sich die Blau-Weißen erfolgreich mit dem FC Schalke, Borussia Dortmund und ab 1938 auch mit dem frisch fusionierten VfL Bochum. Lange ist's her und wenn man heute gemeinsam mit 300 Zuschauern im altehrwürdigen Stadion am Schloss Strünkede ein Spiel der NRW-Liga beiwohnt, muss man schon die Augen schließen und sehr tief Luft holen, um Tradition und Ruhrgebietsfußballatmosphäre erahnen zu können.

Immerhin hatte der VfL Bochum im Jahre 1976 sein Ausweichquartier hier, während das Stadion an der Castroper Straße umgebaut wurde. Fünf von sechs "Heimspielen" wurden gewonnen und somit der Klassenerhalt gesichert. Bochum Top-Stürmer Jochen Abel wechselte 1977 von der Westfalia zum VfL und schoß dort in 143 Bundesligaspielen 60 Tore. Bis heute Vereinsrekord.

Es ist selbstverständlich, zumindest einmal im 32.000 Zuschauer fassenden Stadion des Westdeutschen Meisters von 1958/59, zweifachen Teilnehmers an der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft (1958/59 und 1959/60) und vierjährigen Zweitligisten (2. Bundesliga Nord: 1975/76 bis 1978/79 - Zwangsabstieg als 5.) gewesen zu sein.

24. Mai 2009: Westfalie Herne - Fortuna Köln 2:3 (0:2) - 300 Zuschauer

Offzielle Vereinsseite

Dienstag, 12. Januar 2010

Wer rettet uns vor den Rettern ?


Berliner Morgenpost (online) vom 12.1.2010
Frank Steffel,
Bundestagsabgeordneter der CDU und Präsident der Füchse Berlin, hat einen Rettungsplan für Hertha BSC erarbeitet. Der Unternehmer listet in einem Brief an Herthas Präsident Werner Gegenbauer zehn Maßnahmen auf, die dem Tabellenletzten der Bundesliga bis zu 21 Millionen Euro bringen könnten. Das berichtet die „BZ“. Steffel soll den Brief in Kopie an Vertraute im Senat und in Sportverbänden geschickt haben. „Das Ziel sollte es sein, für die Monate Februar bis Juni 2010 mindestens 15 Millionen Euro zu akquirieren und dadurch weitere hochkarätige Verstärkungen zu verpflichten“, schrieb Steffel am 17. Dezember 2009.
In der von ihm genannten „Ideensammlung“ schlägt er vor, dass die Spieler und Trainer auf zehn Prozent ihres Gehalts verzichten. Dies würde seiner Rechnung zufolge 1,8 Millionen Euro bringen. Weitere Vorschläge: 100 Euro Sonderumlage für alle Mitglieder, zehn Prozent Sonderbeitrag der Sponsoren und Verkauf von speziellen Rückrunden-Dauerkarten. Zudem regt Steffel unter anderem an, dass die Betreibergesellschaft des Olympiastadions die Spielstätte für die Rückrunde kostenlos zur Verfügung stellen sollte. Dies würde zwei Millionen Euro bringen.
Ein Abstieg würde zu drastischen Umsatzeinbußen führen, die aktuelle Situation der Hertha bereite ihm große Sorge. „Aus meiner Sicht sollte man die Kampagne unter ein griffiges Motto stellen, beispielsweise „Berliner, steht auf wenn Ihr Herthaner seid!“, heißt es in dem Schreiben.


Sehr geehrter Herr Dr. Steffel,
mit großer Verwunderung und Verärgerung habe ich gelesen, dass Sie vorschlagen, dass die Betreibergesellschaft des Olympiastadions in der Rückrunde auf die Miete von Hertha BSC verzichten soll. - Nun bin ich seit gut dreißig Jahren Anhänger des VfL Bochum. Ein Verein, der Jahr für Jahr seine besten Spieler (Wosz, Drobny, Gekas,...) ziehen lassen muss, um mit einem Transferüberschuss die Wirtschaftlichkeit sicherzustellen. Der Verein ist heute nahezu schuldenfrei. Trotz einiger Jahre in der zweiten Liga und stetigem Abstiegskampf vor 20.000 Zuschauern in Bochum.

Ein Verein wie Hertha BSC, mit einem Riesenstadion, im UEFA-Cup spielend und einem enormen Einzugsgebiet soll nun noch weiter (Sponsor DB) durch Steuergelder gerettet werden? Wie schon in Kaiserslautern, Dortmund oder Gelsenkirchen wird die Misswirtschaft und der Größenwahn durch Intervention der Politik unterstützt. Das ist ein Schlag ins Gesicht aller seriös arbeitenden Vereine und vor allem der kleineren Vereine (Bochum, Freiburg,...) die dadurch verdrängt werden. und sicherlich auch anderer Berliner Vereine (TeBe, Union,..).

Als ehem. Präsident des FC Eintracht Schwerin habe ich Jahr für Jahr ein paar Hundert oder wenige Tausend Euro kämpfen müssen, um im Landesstützpunkt den leistungsorientierten Jugendfußball am Leben zu halten. Unterstützung von Seiten der Politik: Fast Fehlanzeige, weil Schwerin ebenso wie Berlin pleite ist.

Jetzt zwei Millionen Euro Steuergelder um ein unmotiviertes Söldner-Team ein halbes Jahr zu retten? Eine Schande wäre das. Mir scheint, dass nach der 1-Mrd.-Euro-Befriedigung der Hotelerielobby nun alle ordnungspolitischen Dämme in der Union gebrochen sind.

Mit sportlichen Grüßen
Marcus Kremers

Sehr geehrter Herr Kremers,
ich verstehe Sie als Präsident eines Breitensportvereins sehr gut, aber das teuerste für Berlin und den Steuerzahler wäre ein Abstieg von Hertha BSC und ein "leeres" Stadion in der zweiten Liga.

Viele Grüße
Ihr Frank Steffel

Sehr geehrter Herr Dr. Steffel,
jetzt wird es wirklich schrecklich. Es geht doch nicht vorrangig um den Breitensport sondern um den volkswirtschaftlichen Schwachsinn, den Sie fordern und die damit verbundenen extreme Wettbewerbsverzerrung.

Mit dem gleichen Argument haut Gelsenkirchen Millionen an Steuergeldern in Schalke 04 rein, von dem Engagement Rheinlands-Pfalz in den 1.FC Kaiserslautern ganz zu schweigen.

Wenn das Olympiastadion zu teuer ist, dann machen Sie es dicht. Dann kann Hertha sich ein eigenes Stadion bauen und finanzieren, wie es andere Vereine wie die Bayern, der HSV, Leverkusen, Hoffenheim, etc. auch machen. Dann besteht auch hier Chancengleichheit. Wenn ich die in Rede stehenden Zahlen richtig hochrechne kostet Hertha das Olympiastadion lächerliche 4 Mio. Euro pro Saison.

Die einseitige Subvention von Unternehmen (und das ist Hertha ja) durch Kommunal-, Landes- und auf europäischer Ebene auch von Bundespolitik ist wettbewerbswidrig. Die Diskussionen um Opel, Quelle, etc. sind doch noch nicht vergessen.

Sehr geehrter Herr Dr. Steffen, es wäre schön, wenn sich die CDU bei Gelegenheit mal wieder auf die soziale Marktwirtschaft besinnt und staatliche Eingriffe und Steuermittelmissbrauch in dieser Form unterläßt. Oder machen Sie es konsequent und delegieren Sie zukünftig die Spieler zu den Vereinen, die erfolgreich sein sollen. Das gab es in Berlin ja schon mal...

Sportliche Grüße
Marcus Kremers


Ich glaube, dass Sie die volkswirtschaftliche und gesellschaftpolitische Bedeutung von Sport völlig falsch einschätzen.

Denken Sie nur einmal an die ca. 60 Mio. für die Deutsche Oper?!


Sehr geehrter Herr Dr. Steffel,
nun habe ich mehrere Jahre bei der Landesvereinigung der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände in Mecklenburg-Vorpommern die Diskussion um die gesellschaftspolitische Bedeutung von Sport und Kultur bzw. der "sozialen Inffrastruktur" begleitet und mitgeführt. - Die Deutsche Oper spielt sicherlich in einer "anderen Liga" als ein Fußball-Bundesligaverein, ich sehe da keinen Vergleich.

Aber mit der öffentlichen Förderung eines Fußball-Profi-Vereines wie Hertha BSC drängen Sie zwangsläufig einen anderen Verein, der diese Förderun von seiner Kommune/Land nicht bekommt aus der Bundesliga. Die gesellschaftliche Bedeutung von Sport und Fußball ist in Rostock, Cottbus, Dresden, Nürnberg oder im Ruhrgebiet sicherlich kaum anders als in Berlin.

Abgesehen von dieser Einschätzung ist und bleibt es doch aber eine massive Wettbewerbsverzerrung und die darf im Sport doch wohl nicht sein (auch wenn es in anderen Ländern wie Spanien und Italien alltäglich ist). Dann können wir auch das ganze Lizensierungsverfahren sein lassen, wenn unwirtschaftlich agierende Vereine letztendlich doch von der Politik gerettet werden. Das läuft ja nicht nur im Fußball sondern, wie Sie sicherlich besser wissen, auch im Handball (Essen. Gummersbach, Schwerin seinerzeit...), im Eishockey (Köln,.. ) usw. so. Diese Signale halte ich für gesellschaftspolitisch / -pädagogisch auch nicht für ratsam.

Ich danke Ihnen, sehr geehrter Herr Dr. Steffel, trotzdem für die lebhafte und zumindest für mich anregende Diskussion.

Sportliche Grüße
Marcus Kremers


Es war auch für mich anregend und ordnungspolitisch haben Sie absolut recht, aber natürlich bedeutet ein Bundesligaverein auch erhebliche Sekundäreffekte und Imagebildung national sowie international.

Trotz allem schönen Abend.

Vorfreude ? – Lieber nicht !


Vier Wochen sind schon eine lange Zeit. Ehrlich gesagt: Eine Woche ist auch schon eine lange Zeit. Von daher ist die Vorfreude auf den Rückrundenstart da. Aber wenn ich in mich gehe (sofern da noch Platz ist, nach der Weihnachtsvöllerei), dann beschleicht mich doch eher wieder ein Gefühl der Ängstlichkeit, denn nicht selten wurde zuletzt aus Vorfreude ein moralisches Desaster. Der erste Spieltag der Saison gegen Gladbach war so ein Tag. Nach der guten Rückrunde in der letzten Saison hoffte ich daran anknüpfen zu können. Lieblingsgegner Gladbach (die letzten 13 Spiele gegen Gladbach nicht verloren) würde seinen Teil schon dazu beitragen und ich verabschiedete mich daheim mit der Ankündigung, als Tabellenführer zurückzukommen. Mit dabei im überfüllten RE1 und in der ebenso vollen Ostkurve: Zwei bis dahin befreundete Gladbach-Anhänger (m/w) und ein im Laufe des Tages zunehmend amüsierter Bayern-Fan. Auf meinen Enthusiasmus wurde in Halbzeit eins dreimal eingeprügelt. Hilflos (gibt es da keine Gesetze, Polizei oder Ordner gegen) musste ich miterleben wie der VfL, bzw. mein VfL, zum definitiven Abstiegskandidat Nr. 1 mutierte. Unfassbar das Ganze. Dass ich den beiden ehemals befreundeten Gladbachern bei reichlich Bier in der Halbzeit prophezeite, dass das Spiel 4:3 ausgeht, sollte sie nur davon abhalten mitleidig oder überheblich das Spiel zu kommentieren. Das der VfL binnen 12 Minuten den Ausgleich schaffte war für mich nur ein schwacher Trost. Gegen angeschlagene 10 Gladbacher vermochte man in den letzten 30 Minuten keinen Druck mehr zu erzeugen und musste letztendlich noch froh sein, dass die Gäste kurz vor Schluss nicht zum Auswärtssieg einnetzten. Das war der Anfang einer Hinrunde mit sehr vielen miesen Spielen. Selbst die Siege in Hamburg und Nürnberg vermochten nicht zu überzeugen. Von den Heimpartien (Freiburg, Mainz, Köln, Bayern) und den drei Revierderbys ganz abgesehen. Dass im letzten Spiel in Hannover ein 0:2 noch gedreht wurde, Freier endlich wieder Form zu bekommen scheint und Fuchs eine Freistossgefahr an den Tag legt, verhindert die totale Depression. Neuzugang Maric wird sicherlich noch zeigen, dass er ebenso wie Dedic und Johansson keine Verstärkung sein wird. Yahia wird sich freuen, wenn er statt gegen Banda, Kafoteka und Mwafulirwa aus Malawi wieder gemeinsam mit Maltritz gegen Gekas, Kießling, Ibisevic, Obasi und Ba glänzen darf. Immerhin, und man soll ja nicht alles negativ sehen, wird Ono nicht mehr vom Platz gestellt.


Und nun zur Statistik:
Meine Live-Bilanz in dieser Saison ist wegen des zwischenzeitlichen Umzugs von der Luhe an den Rhein ziemlich dünn, dafür aber mies: 8 Spiele, 2 Remis, 6 Niederlagen, 6:20 Tore. - Gladbach (H) 3:3, Schalke (A) 0:3, Leverkusen (A) 1:2, Schalke (Pokal, H) 0:3, Dortmund (A) 0:2, Freiburg (H) 1:2, Köln (H) 0:0, Bayern (H) 1:5.


Die letzen beiden Bundesligaspiele in Gladbach wurden 1:0 bzw. 2:0 gewonnen, davor gab es viermal ein 2:2 und ein 1:0-Sieg in der 2. Liga. Letzter Gladbacher Heimsieg gegen uns am 13.9.1997 (davor gab es die 6:2 und 7:1-Klatschen), letzter Gladbacher Sieg knapp ein Jahr später im Pokal-Achtelfinale in Bochum. Danach 6 Bochumer Siege und 8 Unentschieden.

Letztes Jahr kam der VfL mit einem 2:0 Sieg gegen Karlsruhe aus der Winterpause. Gladbach mit einem 0:2 in Stuttgart. Im Jahr davor siegte der VfL 2:1 in Bremen, Gladbach spielte 1:1 gegen Lautern (2. Liga). Und auch die beiden Jahre davor verlor Gladbach den Rückrundenauftakt.

Fazit: Ich werde diesmal also sicherheitshalber nicht nach Gladbach fahren und vor allem eines nicht haben: Vorfreude!

Mein Tipp: 2:2

Winterpause

Die Sommerpause wird alle zwei Jahre durch eine EM oder WM gemildert. Ansonsten kann man sich in Ruhe von der letzten Saison, dem Abstieg oder knappen Klassenerhalt erholen. Das dauert zwar nur zwei Tage, aber immerhin. Die Winterpause ist da schon von einer anderen Qualität, auch wenn sie nur vier Wochen dauert. Die dunkle Jahreszeit, das tiefe Weihnachtsloch, das sich spätestens am 2. Feiertag auftut und das Unvollendete der Saison lassen die Tage bis zum Rückrundenstart zu einer tiefen Qual werden. Dabei flüchtet man in geradezu irrsinnige Aktivitäten und legt bescheuerte Verhaltensweise an den Tag.

Transferbeobachtungen: Fast alle Vereine rüsten im Winter noch einmal auf. Besonders diejenigen, die in der gleichen Tabellenregion wie der VfL rumgeistern. Interessanterweise landen alle Spieler, die auch mal mit dem VfL in Verbindung gebracht werden und in einschlägigen VfL-Foren als optimale Verstärkung gepriesen werden bei den Konkurrenten. Gekas geht zu Hertha BSC Berlin, Ottl und Brenno zum Club, Steinhöfer und Djebbour zu Frankfurt. Immerhin besteht in den VfL-Fan-Foren noch die Hoffnung, dass Boyd von den Rangers, Asamoah von Schalke oder Vranjes von Werder an die Castroper Straße wechseln… - Zumindest wird Ono den VfL wohl wieder verlassen. Ono, der angeblich im Film Hangover eine Nebenrolle spielt, ist einer von der Sorte Spieler, von denen man sich viel versprochen, er aber nichts gebracht hat. Ein Name, an den sich in zwei Jahren noch genau so viele erinnern wie an Miciel, Milinovic, Toplak, Drincic, Velardi, Vriesde, Pallas, Navidkia, Gane, Byelik, Dedic und andere…

Andere Sportarten: In höher entwickelten Fußballnationen wird im Winter gespielt. England, Italien, Spanien. Also nichts wie ran an den Kicker-Live-Ticker und Ergebnisse haschen. Bringt aber auf Dauer auch nichts. Hallenfußball hat auch ausgedient. Also bleibt nur die Flucht in andere Sportarten. Die sind aber allesamt blöd. Skispringen im TV. Handball in Leichlingen (Männer, 2. Liga) oder Leverkusen (Frauen, 1. Liga), Volleyball Frauen 2. Liga in Leverkusen, Basketball jetzt in Düsseldorf. Alles doof. Aber Eishockey könnte was sein. Also ab nach Köln. Haie gegen Freezers in der Lanxess-Arena. 10.000 Zuschauer, keine Stimmung, keine Schlägerei und ein langweiliges 4:0. Sauteure Getränke (0,5 Liter für 4,20 Euro) und irgendwie mehr Show als Sport. Außer Spesen nix gewesen. Das Beste am Abend war noch die S-Bahn-Fahrt mit dem Buch Dem Fußball sein Wohnzimmer…

Wetten: Um den äußerst geringen Nervenkitzel beim Internet-Fußball-Ticker zu erhöhen kann man bei bwin noch ein paar Euros wetten. Auf englischen oder spanischen Fußball zum Beispiel. Man kann auch live-Wetten und sogar die Spiele der spanischen Liga dort verfolgen. Oder über eine russische Seite auf die Live-Übertragung von Celtic-Rangers im spanischen oder asiatischen TV gelangen. Aber auch dass sind nur Tropfen auf das heiße Fußball-Verlangen. Spätestens wenn man sich dabei erwischt, auf Dart, russisches Eishockey oder außereuropäisches Damen-Volleyball zu wetten, zieht man sich verschämt zurück und holt den Sohn vom Fernseher weg, weil er sich schon den zweiten Heimatfilm reinzieht und sich dabei nicht einmal mehr regt…

Also, es wird Zeit das es wieder losgeht, damit ich dann sehnsüchtig das Saisonhappyende erwarten kann.

Freitag, 1. Januar 2010

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