Dienstag, 26. Januar 2010

Hash de nich gesehn!

Als Anhänger des VfL Bochum wartet man nicht auf eine Serie von schönen und erfolgreichen Spielen in der Saison. Man rechnet die Spieltage rückwärts und die noch notwendigen Punkte vorwärts. Dabei bleiben immer die Punktestände von vier bis sechs Mitkonkurrenten im Blick. So läuft eine Saison ab und letztendlich ist man froh, wenn schon am 33. Spieltag der Klassenerhalt gesichert ist und beim letzten Spiel in Gladbach oder Köln einfach nur Entspannung angesagt ist.

Der VfL-Fan glaubt immer weniger darauf, dass der Mannschaft im Laufe der Saison eine Sensation gelingt. Obwohl es in den letzten Jahren überraschende Punktgewinne gegen Dortmund, Schalke, Leverkusen, Bremen oder Hamburg gab, erwartet er nicht, dass sich so etwas wiederholt. Auch das war vielleicht ein Grund dafür, dass die Ostkurve im Spiel gegen Schalke nicht ausverkauft war.

Das Spiel war dann auch so, wie die meisten es erwartet hatten. Schalke spielte einen disziplinierten und gepflegten Fußball, legte Bochumer Abwehrschwächen bereits nach fünf Minuten offen und führte zur Halbzeit 2:0, nachdem auch Kuranyi seinen von allen erwarteten Treffer machte. Diesem ging naturgemäß (so ist das halt in Bochum) ein Foulspiel des Schalkers Moritz an Bochums Mavraj voraus.

Damit war das Spiel entschieden. Zwar stellte der VfL seine Bemühungen, aus den beschränkten Mitteln Torgefahr zu entwickeln, niemals ein, Aber Schalke zog routiniert und souverän einen Strich durch seine Hälfte. Bis hierhin und nicht weiter. Auch wenn mit dem eingewechselten Freier (und trotz des eingewechselten Azaouagh) die Bochumer optisch mehr Druck ausüben konnten als in Durchgang eins.

So war es dann einer dieser Einwechslungen, die mit "goldenem Händchen" nur unzureichend beschrieben werden. Vahid Hashemian sollte ab der 72. Minute dann wohl irgendwie versuchen seinen Kopf gegen den Ball zu wuchten, viel mehr traut man ihm in Bochum eh nicht mehr zu. Doch in der 82. Minute war es sein Fuß, der eine Maric-Flanke verwertete. Und in der letzten Minute der Nachspielzeit setzte er sich auf der linken Seite gegen zwei Schalker (normalerweise ist beim Dribbling schon ein Gegenspieler einer zu viel) durch und flankte so genau auf Sestaks Kopf. Der U180cm-Spieler konnte dieses Tor gar nicht mehr verhindern.

Was dann im Bochum los war, darauf hatte man lange warten müssen. Kollektive Ausgelassenheit bis hin zur Extase. Die von Radioreporter Günter Pohl ist sogar dokumentiert (meine zum Glück nicht). Solche Heimspiele macht der VfL alle drei Jahre. Und aus solchen Spielen saugen wir lange lange Honig. Zumindest bis zum 33. Spieltag, wenn der VfL trotz einer 1:4-Niederlage in München den 15. Tabellenplatz gesichert hat…
(Bild: vfl-bochum.de)

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