Sonntag, 28. Februar 2010

0

Was für ein Fußball-Wochenende. Nur Nullen und wenn ein Tor, dann für die Falschen:
VfL Bochum - 1.FC Nürnberg 0:0
Bayer Leverkusen - 1.FC Köln 0:0
Rangers - Celtic 1:0
Rapid Wien - RB Salzburg 0:1
Union Solingen - TuRu Düsseldorf 0:1
Bayern - HSV 1:0

Samstag, 27. Februar 2010

Nullnummer

Das gerechte 0:0 gegen schmeckt etwas bitter. Der Club war keineswegs gut, dem VfL fehlte es an Ideen und Durchschlagskraft. Holtby besonders in der ersten Halbzeit mit vielen Ballverlusten. Wenige gute Bälle in der Offensive. Die Abwehr allerdings recht ordentlich. So können wir uns zwar in der Serie von 8 ungeschlagenen Spielen und als fünftbestes Rückrundenteam sonnen, letztendlich haben wir es aber verpasst uns im Mittelfeld der Liga festzusetzen. Weiterhin neun Punkte auf den Relegationsplatz sind gut, aber noch nicht ausreichend. Nun folgen die Spiele beim Deutsche Meister, gegen die BeKLOPPten und in Bremen. Sollten es dann nach dem 27. Spieltag immer noch 9 Punkte Vorsprung sein, dann bin ich zufrieden. Toll war die Kulisse heute. Rund 25.000 Zuschauer (und davon 22.500 Bochumer). Prima. Es wäre schön gewesen, wenn diese mehr zu sehen bekommen und erlebt hätten als diese Magerkost.
Beste Spieler: Heerwagen, Maric

Donnerstag, 25. Februar 2010

The Old Firm

Es ist Derby-Zeit am Wochenende: Freitagabend empfängt Schalke 04 die Dortmunder Borussia - das Derby im Ruhrgebiet schlechthin! Einen Tag später kommt es zum Aufeinandertreffen der rheinischen Nachbarn Leverkusen und Köln. Das leidenschaftlichste Derby weltweit aber, findet am Wochenende im Norden Großbritanniens statt: The Old Firm - Rangers gegen Celtic.



Glasgow ist berühmt für die Architektur des Charles Rennie Mackintosh, für Kunstgalerien und Fußball. Die Stadt am Clyde ist mit annähernd 6 Millionen Einwohnern Schottlands größte Stadt und die drittgrößte Metropole auf der britischen Insel.

Im Zuge der Industrialisierung wurde Glasgow durch Kohle, Eisen und Baumwollindustrie damals zu einer der reichsten Städte weltweit. Der endgültige Niedergang der Schwerindustrie in den 70-er und 80-er Jahren führte zu Massenarbeitslosigkeit und Zerfall der Stadt. Mittlerweile hat sich Glasgow davon weitestgehend erholt – 1990 war die Stadt sogar europäische Kulturhauptstadt.

Es gibt diverse Fußballstadien in der Stadt: Dazu zählen der Celtic Park (Celtic F.C.) im Stadtteil Bridgeton/Parkhead, 60.832 Plätze; Hampden Park (Queen's Park F.C. und Nationalmannschaft) im Stadtteil Mount Florida, 52.500 Plätze; Ibrox Stadium (Rangers F.C.) im Stadtteil Ibrox, 50.467 Plätze und das Firhill Stadium (Partick Thistle F.C.) im Stadtteil Maryhill, 10.887 Plätze. Das berühmteste Fußball-Duell ist natürlich das zwischen Celtic und den Rangers – „The Old Firm“ genannt.

The Old Firm

Beim Derby der beiden größten Klubs des Landes und der Stadt Glasgow, Celtic gegen Rangers, geht es um mehr als nur ein lokales Aufeinandertreffen. Es geht um die Frage des Glaubens, der Herkunft sowie der sozialen Klassenzugehörigkeit. Einerseits das irisch orientierte und 1887 von einem irischen Mönch gegründete Celtic, das seinen Ursprung bereits durch das grün-weiß gehaltene Trikot verdeutlicht (emerald green & white hoops), das den Landesfarben irischer Einwanderer entspricht. Auf der anderen Seite die protestantischen Rangers (1873 gegründet), die sich als Unionisten der englischen Krone verpflichtet fühlen und deren Trikots an den Union Jack angelehnt ist. Auf dem Dach des Celtic Park, über dem Spielfeld, ist das schottische Andreaskreuz (the Saltire) wie auch die grün-weiß-orange irische Flagge gehisst, natürlich nicht der britische „Union Jack“.

Die irischen „Bhoys“ (offizieller Spitzname von Celtic) waren während der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts in das aufblühende Glasgow eingewandert und hatten sich dort mit der Zeit isoliert. Nicht zuletzt deshalb, weil ihnen Teile der heimischen Bevölkerung aus Furcht um ihre Arbeitsplätze und ihre soziale Klassenzugehörigkeit mit Argwohn begegneten. Die Jahreszahl 1888 im Vereinswappen bezieht sich nicht auf das Gründungsdatum des Klubs, sondern auf den Beitritt in die Glasgow and Scottish Football Association im August 1888. In diesem Jahr fand auch das erste Derby mit den Rangers statt. 1967 gewann Celtic unter dem legendären Jock Stein als erster britischer Klub den Europapokal der Landesmeister. Alle elf Spieler der "Lisbon Lions", die in der portugiesischen Hauptstadt 2:1 gegen Inter Mailand siegten, kamen aus Glasgow und Umgebung.

„Die Celtic-Fans sind einzigartig, sie gehören definitiv zu den besten der Welt und stehen wie eine Wand hinter ihrem Team. Und da ich schon in vielen Stadien der Welt gespielt habe, kann ich sagen, dass es kaum besser geht.“ (Andreas Hinkel )

Noch bis in das Jahr 1989 verpflichteten die Rangers ausschließlich Spieler protestantischer Konfession. Bis dahin war diese Vereinspolitik ein „unwritten law“, ein ungeschriebenes Gesetz. Zwischenzeitlich spielten immer mal wieder katholische Spieler für den Verein, doch erst der von Trainer Graeme Souness verpflichtete Maurice Johnston bekannte sich als erster Spieler seit dem Ersten Weltkrieg dazu, Katholik zu sein und das blaue Trikot der Rangers zu tragen. In beiden Fanlagern war die Entrüstung groß. Johnston hatte noch wenige Jahre zuvor bei Celtic gespielt und mit einem Wechsel zurück zu dem Verein geliebäugelt. Diese Verpflichtung und die zunehmende Internationalisierung der Mannschaften leiteten einen Wandel ein. In der jüngsten Vergangenheit haben sowohl die Rangers als auch Celtic gemeinsam mit religiösen Organisationen und der schottischen Regierung Initiativen gegen religiös motivierte Gewalt unternommen. Inzwischen gibt es sogar Fans, die sich als Katholiken für die Rangers oder als Protestanten für Celtic begeistern können – ein zu früheren Zeiten undenkbarer Verrat.

Sean Connery, unzweifelhaft einer der berühmtesten Schotten und in Edinburgh geboren, soll Anhänger der Rangers sein. Seit Jahrzehnten setzt sich Connery für die Belange seines Heimatlandes ein. Aus seiner Wahlheimat auf den Bahamas möchte er erst zurückkehren, wenn Schottland ein unabhängiger Staat geworden ist. Den weltweit berühmtesten Schotten aber, Hausmeister Willie aus der Serie "The Simpsons", hielt man aufgrund einer Folge von 1997 zunächst für einen Sohn der Stadt Glasgow. In dieser Folge bekannte er, einst der "hässlichste Mann Glasgows" gewesen zu sein, was die Bürger der Stadt mit großem Stolz zur Kenntnis nahmen. In einer anderen Folge träumte Willie und schrie im Schlaf "Go Aberdeen", was wiederum die Menschen in Aberdeen dazu veranlasste, ihn als einen der ihren zu feiern.

The overaged firm

Wenn in den Celtic-Pubs „The Fields of Athenry”, ein politisch motiviertes irisches Folklied aus den 1970ern über große Hungersnot (the great famine), so lange erklingt, bis das Trommelfell dröhnt. Wenn in den Rangers-Kneipen das blutrünstige Schlachtlied „Billy Boys“ ertönt, das in den 1920-er Jahren von einer Glasgower Straßengang (Billy Fullerton und seine Brighton Boys) in Kämpfen gegen die Katholiken verwendet und wegen seines brutalen Textes inzwischen im Stadion offiziell verboten wurde. (Kostprobe: „Wir stehen bis zu unseren Knien im Blut der verdammten Iren, gebt auf oder ihr werdet sterben.") Die geographischen Wurzeln im Song beziehen sich auf Bridgeton Cross in Bridgeton, ein Gebiet von Glasgow - historisch mit der protestantischen Bevölkerung der Stadt und mit schottischen Gewerkschaften verbunden.

Wenn die Fans 90 Minuten ununterbrochen bis zum Stimmenverlust durchsingen und die Kreativität ihrer Texte keine Grenzen kennt. Dann ist wieder Derbytime in Glasgow.

Ich habe die Champions League-Auftritte der Bayern in beiden Stadien erlebt – und muss sagen, dass ich bei den Rangers, vor allem aber bei Celtic von der Atmosphäre sehr angetan war.

Im September 1999 mussten die Bayern im Ibrox Park gegen Gruppengegner Rangers ran (Endstand 1:1). Den ganzen Tag lang wünschten uns Celtic-Anhänger überall in der Stadt, die äußerlich als solche gar nicht zu erkennen waren, viel Glück für das Spiel am Abend. Manche hoben mitten auf der Straße ihre Pullover hoch und darunter kam ein grün-weißes Trikot zum Vorschein, während sie uns zulächelten. Extrem beeindruckend war es, als die Rangers-Anhänger im Stadion zum Einlaufen der Teams Tina Turners „Simply the best“ schmetterten – wenngleich das nun nicht gerade mein Musikstil ist, hörte sich das aus den Kehlen der Rangers-Fans fantastisch an.

Noch mehr Gänsehaut gab es dann vier Jahre später im Celtic Park (25.11.2003 – Endstand 0:0). Ein Meer aus grün-weißen Schals wo man hinsah und dazu sang das ganze Stadion die Fußballhymne „You’ll never walk alone“. Da bleibt jedem Fußballfan der Atem weg. Das war das Beste in Sachen Stimmung, das ich je in einem Stadion erlebt habe.

Bei unserem Aufenthalt anlässlich dieses Champions League-Spiels, nahmen wir auch die Gelegenheit wahr, uns das UEFA-Cup-Spiel Heart of Midlothian gegen Girondins Bordeaux anzusehen. Das Spiel der Hearts war unterirdisch, aber die Atmosphäre im Tynecastle-Stadion und in den Pubs vor dem Spiel entschädigte uns für das fußballerische Grauen. Die Hearts verloren 0:2. Der Klub wurde übrigens nach einem Tanzsaal benannt, der wiederum den Namen nach einer Novelle von Sir Walter Scott ("The Heart of Midlothian") erhalten hatte.

Es wird wohl auch weiterhin das intensivste und leidenschaftlichste Derby bleiben. Wenn Celtic und Rangers aufeinandertreffen ist vieles außer Kraft gesetzt, dann ist alles anders. Die tief verwurzelte Rivalität hätte ein eigenes Kapitel im Buch „Kampf der Kulturen“ verdient, auch wenn die Ursprünge dieser Rivalität bei der jungen Generation der Stadionbesucher immer weniger ausgeprägt sein dürften. Eine irisch-stämmige katholische Arbeiterschicht auf der einen, eine royalistische und somit anglikanische Oberschicht auf der anderen Seite. Gleichwohl wird die Tradition gepflegt, vor allem, wenn sonst nicht viel bleibt.

Einige Fans von deutschen Vereinen versuchen etwas von dem Mythos zu vereinnahmen. So macht man beim Hamburger SV einen auf Rangers-Freundschaft und im Repertoire des BVB darf neben Freiburg, Karlsruhe, 1860 München, Saarbrücken, RW Essen, dem HSV (das passt zwar nicht, macht aber nix) und anderen natürlich auch Celtic Glasgow nicht fehlen. Die einzige offiziell belastbare Freundschaftbesteht zwischen St. Pauli und Celtic. So sind Fan-Utensilien des Kiez-Club im offiziellen Celtic-Shop zu bekommen. Allerdings waren beim letzten Spiel von Celtic beim HSV relativ wenige Paulianer mit dabei und auch ideologisch dürften die beiden Fan-Gruppen nicht sehr viele Gemeinsamkeiten haben.

Anschluss verpasst

Der schottische Fußball hat den Anschluss verpasst. Er ist ein Verlierer der Globalisierung und international nicht mehr wettbewerbsfähig. Die internationalen Ergebnisse schottischer Vereine in dieser Saison belegen den dramatischen Verfall der Liga.

In der Europa League-Qualifikation scheiterten alle vier schottischen Starter. Hearts of Midlothian unterlag bei Dinamo Zagreb mit 0:4, da reichte auch ein 2:0 im Rückspiel nicht. Steaua Bukarest lies dem FC Motherwell mit 3:0 und 3:1 ebenso keine Chance, wie Sigma Olomouc dem FC Aberdeen (5:1 und 3:0). Selbst die Hürde Liechtenstein war dem FC Falkirk zu hoch. Mit 1:0 und 0:2 n.V. hieß es „außer Spesen nichts gewesen".

Die Rangers schieden in der Champions League mit mageren zwei Remis aus, Celtic scheiterte in der Relegation zur Königsklasse an Arsenal London und belegte in der anschließenden Europa League hinter Tel Aviv und dem HSV den dritten Platz, der zum Ausscheiden berechtigt. Die Konsequent ist, dass Belgien in der UEFA-Fünf-Jahres-Wertung an Schottland vorbei gezogen ist und nun den Glasgower Teams den zweiten Startplatz für die Qualifikation zur Champions League entrissen hat. Die finanziellen Einbußen sind gravierend, bereits jetzt sind die Rangers mit rund 45 Mio € verschuldet. Celtic ist zwar derzeit schuldenfrei, mit den jüngsten Transfers und ausbleibendem internationalem Erfolg dürfte aber auch der Weg in die Miesen vorgezeichnet sein.

Dabei flackerte vor zwei Jahren noch einmal Hoffnung in Schottland auf. Die Rangers arbeiteten sich (nur 2 Gegentore in acht Spielen) in UEFA-Cup-Finale durch, unterlagen dort aber ebenso St. Petersburg mit 0:2 wie Celtic 2003 in der Verlängerung dem FC Porto. Celtic hatte 2007/2008 durchaus beachtliche Ergebnisse in der CL, besiegte den AC Mailand und schied gegen den FC Barcelona aus. Im Jahr zuvor gewann man alle drei Gruppenspiele daheim, unter anderem gegen Manchester United und schied anschließend unglücklich gegen den späteren CL-Sieger AC Mailand (0:0, 0:1 n.V.) aus.

Der Niedergang ist kein Wunder, denn den schottischen Vereinen fehlt schlichtweg das Geld, um auf europäischem Niveau mithalten zu können. Während die Glasgower Teams zumindest auf die Einnahmen von durchschnittlich 50.000 Zuschauern pro Heimspiel und entsprechenden Merchandising-Einnahmen zurückgreifen können, sind die Einnahmen aus Fernsehrechten an der Schottischen Premiere-League ein Witz. Kein Wunder, denn die Hälfte der Clubs hat einen Zuschauerschnitt von unter 6.000. Wer will sich die schon in Fernsehen anschauen. Mittlerweile erhält man sogar an den Spieltagen noch locker Karten für die Heimspiele der beiden Clubs.

Ab nach England

Sie eint dementsprechend der Wunsch, die schottische Liga baldmöglichst zu verlassen und in die englische Premiere-League zu wechseln. Die schwache nationale Konkurrenz ist ein Grund dafür, dass seit 1972 (Europapokal der Pokalsieger für die Rangers) kein Glasgower Team mehr einen Titel auf europäischer Ebene gewinnen konnte. Die beiden angesprochenen UEFA-Cup-Finalteilnahmen können als glückliche Ausnahmen verbucht werden. Die letzten 24 Meistertitel wurden allesamt entweder an Celtic oder die Rangers vergeben, zuletzt konnte sich 1985 der FC Aberdeen gegen diese erdrückende Übermacht durchsetzen. Celtic wurde bis heute insgesamt 42 Mal Meister, Rangers 52 Mal – zugleich der Weltrekord an Meistertiteln. Die Meisterschaft erschöpft sich in der ungemein spannenden Frage: Wer von beiden wird’s diesmal?

Diese Frage scheint in der aktuellen Saison überraschend früh entschieden zu sein. Zwar rüstete Celtic in der Winterpause mit Morton Rasmussen, Edson Braafheid und Robbie Keane noch einmal mächtig auf, eine Schwächeperiode mit einem Remis gegen Falkirk sowie Niederlagen gegen Hibernian Edinburgh und dem FC Kilmarnock nutzen die Rangers aus und bauten ihren Vorsprung auf 10 Punkte aus. Die wohl letzte Hoffnung töte Steven McLean vom FC Aberdeen, der jüngst eine 4:2 Führung der Celtics im Pittodrie Stadium egalisierte. Am letzten Wochenende verkürzte Keane den Rückstand auf sieben Zähler, weil das Rangers-Spiel abgesagt wurde. Somit ist zumindest der psychologische Druck auf die Rangers, nicht verlieren zu dürfen, noch etwas größer geworden.

Widerstände von schottischem und internationalem Fußballverband verhinderten bisher einen Ligawechsel der Glasgower Klubs. Ohne ihre beiden Zugpferde fiele die Scottish Premiere League schneller in die Bedeutungslosigkeit ab als mit ihnen. In Wales haben sechs Vereine, u.a. die Proficlubs Cardiff City, Swansea City und AFC Wrexham den Schritt in Richtung England gemacht. Sie dürfen auch nicht mehr am walisischen Pokal teilnehmen und können sich nur in England für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren. In der Konsequenz liegt der Zuschauerschnitt in der walisischen ersten Resteliga bei 300 Personen pro Spiel. Mittlerweile dürfte auch der englische Verband einer Öffnung nicht mehr ganz so abgeneigt sein. Vor dem Hintergrund der finanziellen Krisen bei vielen Vereinen und drohenden Insolvenz denkt man bereits an Play-Offs um weitere Einnahmen zu erzielen. Da dürfte die Aufnahme der beiden Glasgower Teams die weitaus nachhaltigere Alternative sein, da somit auch die TV-Einnahmen, besonders im Ausland, gesteigert werden könnten. Eine länderübergreifende Zusammenlegung von höchsten Spielklassen ist mittlerweile auch für die UEFA nicht mehr ganz so abwegig. Ähnliche Diskussionen gibt es immer wieder für Holland, Belgien und Luxemburg, der Liechtensteiner Verein FC Vaduz spielt bereits in der Schweizer Liga und mittlerweile 16 Teams aus Estland, Lettland und Litauen spielen seit 2007 die Baltic-League aus.

Leider verblasst der Mythos der beiden Clubs, auch vorangetrieben durch die Kommerzialisierung und TV-Präsenz des europäischen Fußballs etwas. Aber zumindest den eingefleischten Fußballfans wird auch zukünftig ein Schauer über den Rücken laufen wenn das nächste Old-Firm im Ibroy-Park oder Celtic-Park angepfiffen wird. Am Sonntag ist es wieder so weit. Das 387. Derby steht an. Bisher gewannen die Rangers 186 Partien, Celtic 138.

Andre Zechbauer (Fernglas FCB) & Marcus Kremers (18:48)

Links zum Thema:
http://www.rangersfansvcelticfans.com/oldfirm.html
http://www.soccerbase.com/head2.sd?team2id=512&team1id=2104

Dienstag, 23. Februar 2010

Et jeht berchaf!- Der 12. Paragraph

Bei den Aufräumarbeiten nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs soll unlängst eine Schrift gefunden worden sein, auf der sich ein 12. Paragraph des kölschen Grundgesetzes findet: Et jeht berchaf! (zu hochdeutsch: Es geht bergab). - Und dies erklärt dem gemeinen Kölner eindringlich, dass der erneute Niedergang des 1.FC Köln nicht an Poldi, Overath oder sonstwem liegt, sondern eine Vorbestimmung ist, die von § 2 getragen wird und der man sich zu fügen hat.
Nüchtern betrachtet (was dem Kölner schwer fällt; siehe § 11) ist der Niedergang ein Strudel, der erst langsam und dann immer schneller alles niederreißt. Eine Schlinge, die sich langsam zuzieht. Die Insolvenz der Kölner Basketballer (99er) war ein Vorbote für den Kölner Sport, der Niedergang der Fortuna ein Vor-Vorbote, die drohende Insolvenz der Haie ein nächster Bote, für all diejenigen, die es immer noch nicht begriffen haben (§ 4). Köln ist einfach kein Pflaster für guten, erfolgreichen und seriös gewirtschafteten Sport. Zu sehr regiert linksrheinisch der Größenwahn (§ 10), die Selbstherrlichkeit (§ 9), die Ignoranz (§ 5) und das Vertrauen in § 4. Doch damit ist es jetzt wohl vorbei. Die wahrscheinlich schon verbuchten Einnahmen aus europäischen Wettbewerben können verwendet werden, um erneut einen neuen Trainer und im Sommer wieder irgendwelche Söldner aus wärmeren Regionen ranzuholen, um den jecken Club wieder dahin zu bringen, wo ihn Christoph Daum fast mal hatte. Die neuen Tonis, Ickes und Littis haben spätestens aber dann kein Bock mehr auf den Ziegenbockgeruch und das Gejohle im Stadion, wenn sie die erste vereinsinterne Karnevalssitzung neben Poldi mitmachen mussten (§ 7). Deshalb wird der Eff-Zäh schon bald nicht mehr das sein, was er war (§ 3), nämlich ein traditioneller und zeitweise nicht ganz so schlechter Fußballverein, sondern nur noch eine 14-tägige Veranstaltung für 50.000 feiernde Kölner und ein Dauerthema für die in Köln sehr ausgeprägte Klatschpresse. Quasi eine sich 17 mal im Jahr wiederholende (schlechte) Karnevalssitzung, die auf dem Heimweg von Müngersdorf in der ernüchternden Frage mündet: "Wat soll dä Quatsch?" (§ 8) - Ich begleite den Niedergang mit Freude. Am Samstagabend ist Leverkusens größter Parkplatz zu Gast in der BayArena: Et jeht wigger berchaf!

Ritterschlag

Es ist in Bochum angekommen, das neue Anspruchsdenken. Sieben Spiele ungeschlagen, sogar wieder ein Heimspiel gewonnen und bereits 9 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, auf dem man zur Winterpause selber noch stand. Wo soll das noch hingehen? Gerne wieder vor einen der beiden Ruhrgebietskonkurrenten, wenn man Thomas Ernst lauscht. Zumindest aber in Richtung Klasenerhalt. Frühzeitigem Klassenerhalt. Und tatsächlich ist es denkbar, dass der VfL bei der punktlosen Schwäche der Konkurrenz aus Hannover und Freiburg und des noch nicht ganz durchschlagenden Aufbäumens in Berlin und Nürnberg sich bereits früher als gedacht ziemlich sicher fühlen kann. - Wer zweifelt daran, dass der 1.FC Nürnberg am Samstag nichts weiter als ein Serienverlängerer ist und der VfL mit Trainer Herrlich zum Ritterschlag einlädt? - Ich. Der Club spielte in den letzten Spielen nicht so schlecht, wie es die Ergebnisse und der Tabellenstand vermuten lassen. Unglückliche, knappe Niederlagen und immerhin ein verdientes Remis gegen den FC Bayern. Die Verstärkungen aus der Winterpause mit Brenno und Ottl schlagen wohl mindestens genau so gut ein wie in Bochum.

Die Heimbilanz des VfL gegen den Club ist beachtlich. In 20 Spielen gab es 13 Siege, 3 Remis und
4 Niederlagen und auch die Gesamtbilanz ist mit 20-8-13 ganz prima. Der letzte Bochumer Heimsieg war 2004 (3:1). Danach gabe es ein 3:3 und ein 1:3 (beide in 2007). Erinnern kann ich mich noch an ein den höchsten Bochumer Sieg überhaupt, ein saisonabschließendes 6:0 1982/83 mit Toren von Pater (2), Schreier, Bast, Knüwe und Jakobs.

Die Pechsträhne der Cluberer, nur ein Sieg in Hannover und zwei Remis den letzten 10 Spielen, wird einfach reissen, und ich befürchte, das geschieht bereits am Samstag. Der VfL wird dagegenhalten und vermutlich wieder einem Rückstand hinterherlaufen. Aber das funktioniert nicht immer und alleine der Glaube an sich selbst versetzt keine Berge. - Gerne würde ich am Samstag mit einem 12-Punkte-Vorsprung nach Hause fahren. Aber das wird wohl nix.


Mein Tipp: VfL Bochum - 1.FC Nürnberg 1:3

Osnabrück

Ähnlich wie Braunschweig ist der Fußball in Osnabrück, trotz fehlender großer Erfolge, ein fester Bestandteil im Leben der Stadt. Um die 10.000 Zuschauer schauen sich die Spiele der 3. Liga an und wollen ihren Club wieder in die 2. Liga peitschen, aus dem die Osnabrücker in schöner Regelmäßigkeit absteigen, nachdem sie gerade wieder aufgestiegen sind.

Die Osnatel-Arena, das (Piepenbrock-)Stadion an der Bremer Brücke, fasst nach einer Modernisierung noch 16.100 Zuschauer. In dem fast komplett geschlossenen Stadion mit 2/3 Stehlätzen herrscht eine tolle Atmosphäre, was in diesem Jahr der Hamburger SV, Borussia Dortmund und Schalke 04 im DFB-Pokal erfahren durften.


Im Mai 2003 fand das Spitzenspiel Erster gegen Dritter der Regionalliga Nord in Osnabrück statt. Der Gast aus Wattenscheid lag nur drei Zähler zurück und machte sich berechtigte Hoffnungen auf den Sprung zurück in Liga zwei. Doch der VfL gewann, wieder angetrieben von über 13.000 Zuschauern mit 2:0 und legte den Grundstein für den Aufstieg - dem natürlich wieder ein Abstieg folgte....


10. Mai 2003: VfL Osnabrück - Wattenscheid 09 2:0 (1:0) 13.200 Zuschauer

Sonntag, 21. Februar 2010

Braunschweig

Das Eintracht-Stadion mit seinen derzeit 23.500 Plätzen befindet sich wieder in einer Umbauphase, die Ende der Saison 2009/2010 u.a. mit dem Bau neuer VIP-Logen und einer Gastronomie abgeschlossen sein soll. Das Stadion und seine Zuschauer hatte immer schon größeres verdient, als in den letzten Jahren geboten wurde. Diese Saison spielen notgedrungen sogar die Regionaligakicker aus Goslar neben der Eintracht und den Footballern der Braunschweig Lions auf dem arg strapazierten Grün.
Die Eintracht schaffte es nicht mehr in die Bundesliga, aus der sie 1985 abstieg. Der Film 66/67 erinnerte nochmals daran, dass der Braunschweiger Turn- und Sportverein Eintracht von 1895 (BTSV) sogar einmal Deutsche Meister wurde. Welcher junge Fußballfan weiß das noch? Unzerstörbar jedoch bleibt wohl die Liebe der Braunschweiger zu ihrem Verein, der fast einmal in Jägermeister Braunschweig umbenannt worden wäre. Als ich im Sommer 2003 zunächst den Bundesligaauftakt des VfL Bochum im Wolfsburg vor 16.000 Zuschauern erlebt, waren tagsdrauf bei der Regionalligapartie in Braunschweig nur unwesentlich weniger Zuschauer. Irgendetwas lief damals schon falsch im Lande Niedersachsen und hat sich sogar verfestigt. In Erinnerung ist mir auch ein Gespräch mit einem Verkäufer in einem Getränkeshop in Winsen (Luhe) 2009. Mit Blick auf meine VfL-Jacke sagte er. "VfL Bochum ? - Ach, ich habe es mit meinem Verein auch nicht einfach. Ich bin Fan von Eintracht Braunschweig." Mir entfleuchte damals nichts Besseres als die ehrliche Anteilnahme "Ach Du meine Güte". Ich hoffe, es geht bald wieder aufwärts in Braunschweig!

27. April 1989: Eintracht Braunschweig - Hertha BSC Berlin 1:1 (0:0) - 11.500 Zuschauer

3. August 2003: Eintracht Braunschweig - Dynamo Dresden 3:2 (3:1) - 14.500 Zuschauer

Schwäche erkannt und Punkt erkämpft

Es war ein umkämpfter Punktgewinn des VfL und damit die Fortsetzung der beiden Serien: Sieben Spiele ungeschlagen; sechs Auswärtsspiele ungeschlagen. Der Vorsprung auf die Plätze 16 und 17 beträgt 9 Punkte und zugleich wurden der 1.FC Köln und zumindest für einen Tag der VfL Wolfsburg überholt. Man sollte (Thema: Neue Ansprüche) nicht unzufrieden sein, aber zugleich die Defizite im Auge behalten. Heerwagen hielt den VfL in der ersten Hälfte durch gute Paraden im Spiel. Erst ein taktischer Wechsel von Herrlich in der 32. Minute (Johansson für Epalle) stabilisierte das Bochumer Spiel. Genau dieser Moment steht bezeichnend für den "neuen VfL". Die Maßnahme von Herrlich war mutig, aber vollkommen richtig. Herrlich ist sich nicht zu schade und reagiert frühzeitig. Respekt. Auch die permanente Rotation von Spielern wie Prokoph, Freier, Dedic oder Epalle zeigt einen permanenten Konkurenzkampf um die Plätze in der Startelf. Die Dinos Yahia und Klimowicz auf der Bank zu lassen ist ebenfalls neu in Bochum. Aber letztendlich auch vollkommen richtig. Keiner kann sich mehr sicher sein, jeder muss sich immer wieder neu beweisen. Bereits nach wenigen Spielen ist auch deutlich geworden, dass Maric ein enorm wichtiger Faktor im Mittelfeld ist. Er fehlte in Mainz, wo auch sichtbar wurde, dass Holtby noch an sich arbeiten muss. Ich bin zuversichtlich, dass er und der VfL sich unter Herrlich weiterentwickelt. Die letzten Ergebnisse haben dabei auch den positiven Nebeneffekt, dass man etwas entspannter in die Spiele gehen kann. (Bild: vfl-bochum.de)

Mittwoch, 17. Februar 2010

Fine Calcio - Forza Ragazza!

Die Bundesliga bekommt derzeit aus ungewohnter Richtung Lob. Aus England erntet man Anerkennung für tolle volle Stadien (Bochum wurde nicht ausdrücklich erwähnt) und solide Finanzen (Rand-Ruhrgebiets-vereine wurden nicht erwähnt). Und auch in Italien wächst das Interesse für den deutschen Liga-Fußball. Dies hängt allerdings auch damit zusammen, dass der Fußball in Italien immer mehr von einem Strudel nach unten gezogen wird, der aus vielen Richtungen seine Kraft zieht. Die enorme Überschuldung vieler Vereine stößt zunehmend aus Ablehung und weniger Rückhalt in der Gesellschaft. Die Skandale der letzten Jahre inclusive Zwangsabstieg und Punktabzug beben nach. Die Stadien sind oftmals heruntergekommen und ein Tummelfeld von Kriminellen, Gewalttätern und Extremisten. Die Politik versucht dem mit Maßnahmen wie Reiseverboten Herr zu werden. Während man diese Probleme in der Bundesliga aus den Stadien nahezu vollkommen verbannt hat und gleichzeitig zahlungskräftiges Publikum in die modernen Arena lockt, sind in Italien in den letzten Jahren viele Gelder für überteuerte Spieler ausgegeben worden und die Infrastruktur vernachlässigt worden. Das internationale sportliche Abschneiden der Italiener spiegelt all dies wieder und es ist eine erfreuliche logische Konsequenz, dass Deutschland schon bald wieder vor Italien in der UEFA-5-Jahres-Wertung stehen wird. - Dem FC Bayern gebührt nach dem Sieg über Juventus und der Verbannung der Alten Dame aus der Champions League nun die Ehre auch die Fiorentina aus dem Rennen schmeißen zu können. Für den AC Mailand (gegen Manchester United) dürfte ein Weiterkommen ebenso schwer werden, wie für Inter (gegen FC Chelsea). Ein CL-Viertelfinale ohne Italiener wäre dann mit Sicherheit ein sportliches Erdbeben. Ich freue mich drauf.

Mainz hat ausgelacht!

Zweifellos spielt der FSV Mainz 05 eine erfolgreiche Saison und am oberen Limit seiner Möglichkeiten. Zu Hause sind die Mainzer eine Macht. Sieben Siegen (u.a. gegen die Bayern) stehen nur drei Remis gegenüber. Der aktuelle Tabellenstand nährt sogar Hoffnungen auf die Europa-League. Aber ein genauerer Blick, vor allem auf die letzten Spiele, lässt erkennen, dass die Luftschlangenparty am Bruchweg dem Ende entgegensteuert. In den letzten 10 Bundesligaspielen gab es nur zwei mühsame 1:0 Siege gegen Gladbach und Hannover. Bei den Bayern und in Leverkusen lautete das Chancenverhältnis 1:16 bzw. 4:12. Zuletzt reichte es bei der Berliner Hertha nur zu einem 1:1 (bei einem Chancenverhältnis von 1:4). Abwehrspieler Tim Hoogland (6 Tore), Mittelfeldspieler Andreas Ivanschitz (6 Tore) und Stürmer Aristide Bance (5 Tore) sind die Erfolgsachse des Aufsteigers, wobei die beiden erstgenannten Spieler zuletzt ausfielen. Seit der Winterpause ist der ungarische Stürmer Adam Szalai dabei, der von Real Madrid ausgeliehen wurde und in der letzten Woche mit seinen ersten Assist die 1.153-Minuten-Torflaute von Bance beendete.

Für den VfL bietet sich die große Chance, die eigenen Serien fortzusetzen. Zuletzt sowohl in sechs Spielen (12 Punkte) als auch in fünf Auswärtsspielen (11 Punkte) unbesiegt, hat der VfL zu Recht eine breite Brust und profitiert zunehmend von den letzten Spielertransfers Maric, Holtby und Dedic. Zudem hat Trainer Herrlich die Möglichkeit mit Auswechslungen dem Spiel neue Impulse zu geben. Prokoph bzw. Freier, Dedic und Hashemian haben es gezeigt. Aber auch Azaouagh, Klimowicz und bald wieder Bönig könnten was bewirken.

So ist es folgerichtig, dass der VfL mit einer konzentrierten Leistung, vor allem in der Defensive, die Rheinpfälzer vor Probleme stellt, um dann selber mit Kontern für Gefahr zu sorgen. Holtby hat bereits bewiesen, dass er kluge Zuspiele machen kann. Das Umstellen von Abwehr auf Angriff funktioniert (Maric) und die Stürmer (mit Ausnahme von Epalle) strahlen Gefahr aus.

Völlig ausgeblendet werden sollte, dass die Mainzer alle fünf bisherigen Bundesligapartien gegen den VfL gewonnen haben. Nur ein einziges Male gewann der VfL in Mainz (5.12.1999 mit 1:0). Eben genannten Azaouagh und Klimowicz sorgten im Hinspiel für eine 2:1 Pausenführung, die Schürrle dann aber noch in ein 2:3 drehte und dem FSV den bisher einzigen Auswärtssieg bescherte.

Am Samstag wird auch den letzten Narren in Mainz klar werden, dass nach Aschermittwoch zwar nicht alles, aber zumindest einiges vorbei ist.

Mein Tipp: FSV Mainz 05 – VfL Bochum 1:3

Montag, 15. Februar 2010

Neue Stabilität

Vor der zweitligareifen Kulisse von 17.000 Zuschauern gewann der VfL glücklich gegen die TSG Hoffenheim. Ungewöhnlich viele schlechte Pässe habe ich gesehen und viele Schwächen in der Defensive. Hoffenheim konnte das trotz einer weitgehenden Überlegenheit nicht ausnutzen. Der VfL war hingegen wieder in der Lage im Laufe des Spiels noch einmal zuzulegen. Dedic und Sestak zeigen Vollstreckerqualitäten. Maric und Holtby bereichern das Spiel des VfL durch großen Einsatz und vor allem Maric durch ein überragendes Stellungsspiel. Heerwagen hält viele Bälle. Die neue Stabilität und Leidenschaft auf dem Platz sollte mal wieder zu einem vollen Stadion führen. Die Zuschauer, die Samstag dabei waren, haben die Mannschaft toll unterstützt. Zuschauer und Spieler sind zu einer tollen Einheit geworden. Der VfL macht wieder Spaß.

Donnerstag, 11. Februar 2010

Flaschenverbot!

Es war in Köln wieder soweit. Nachdem sich in der Bundesliga die Poldi-Euphorie legen musste, weil der Prinz noch schlechter spielt als der Rest der Gurkentruppe, musst nun der Pokal herhalten. Berlin, Pokalsieg, Europa League waren, so hörte man über den Rhein, griefbar nah. Nur noch eben den Zweitligisten weghauen. Dass danach noch ein Halbfinale gekommen wäre, dass man gegen die Bayern, Schalke oder Bremen hätte gewinnen müssen, wurde sicherheitshalber erstmal ignoriert. So kurz vor Karneval denkt keiner an Aschermittwoch. Hätte man mal besser. So ist Aschermittwoch dieses Jahr in Köln eine Woche vorher. Drei Platzverweise wegen Undiszipliniertheiten. Ich denke die Mannschaft ist gut vorbereitet für den Straßenkarneval in Köln. - Ach nee, da ist ja dieses Jahr Flschenverbot...

Mittwoch, 10. Februar 2010

Hoffi hüpft nicht mehr, oder: Der logische Sieg

Nicht oft, aber manchmal, zeichnen sich Ergebnisse von Fußballspielen im Vorfeld bereits deutlich ab. Damit meine ich nicht Auswärtsniederlagen von Bochum, Mainz oder Freiburg in München oder Leverkusen sondern Spiele wie das bevorstehende Meisterschaftsspiel des VfL gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Der Meisterschaftskandidat aus der Winterpause der Vorsaison ist in der Bundesliga im bedeutungslosen Mittelfeld verschwunden. In guter Gesellschaft mit Wolfsburg. Zwar gab es zuletzt einen mühsamen Sieg gegen das tote Hannover aber davor blieben die Sinsheimer sieben Bundesligaspiele sieglos (nur zwei Remis gegen Frankfurt und Hamburg) und schieden in dieser Woche auch aus dem DFB-Pokal aus.
Zudem plagen die Zuzenhausener Verletzungssorgen. Ba, Beck und Obasi sind wichtige Spieler für Bochum, wenn sie bei der TSG nicht im Kader sind. Demotivation und Frust macht sich bei den Kraichgauern und im Umfeld (?) breit. Wahrscheinlich wird der Gästeblock am Samstag nicht ganz gefüllt sein und einer der regionalen Nachwuchskicker aus dem Odenwald vom Platz fliegen.

Und dann der VfL. Zwar seit einem halben Jahr ohne Heimsieg, aber mit großem Kämpferherz in den letzten Spielen. Die letzten fünf Spiele wurden nicht verloren, nur eines der letzten neun. Mit Maric und Holtby wurde der Kader gut verstärkt. Freier und Sestak in guter Form. Dedic kommt so langsam und dann ist ja immer noch Hashemian in der Hinterhand. Aus dem Hinspiel gibt es noch das 0:3 wieder gut zu machen. Es war eine Strafe für die Fans, so der RevierSport. Samstag ist Zeit für eine Belohnung an die (zu wenigen) Stadionbesucher.

Alles, aber auch alles spricht für einen Sieg des VfL, daher mein Tipp: 2:1

Dienstag, 9. Februar 2010

Stuttgart (Kickers)

Die 31-Spiele-Saison 1999/2000 führte mich auch nach Stuttgart-Degerloch. Vor dem heute Gazi-Stadion genannten Sportfeld machte die CDU Kommunalwahlkampf. Im Stadion sahen 3.300 Zuschauer einen überaus müden Kick. Der VfL rutschte mit dem fünften sieglosen Spiel in Folge auf Platz 12. Die VfL-Anhänger waren ziemlich erbost ob der unterirdischen Leistung, die letzten Tage von Trainer Ernst Middendorp wurden angezählt. Nach dem Spiel kamen die Spieler in die Gästekurve und warfen ihre Trikots in die kleine Menge. Die flogen aber umgehend zurück.

Das Stadion selber hat einen gewissen Charme. Der Verein hat zwar 23 Jahre in Liga zwei gespielt (3. der ewigen Tabelle), mehr als zwei Jahre Bundesliga und ein Pokalfinale sprangen aber nicht heraus, sieht man von der Vizemeisterschaft 1908 einmal ab. Allerdings hat kein Club so lange im gleichen Stadion gespielt wie die Kickers: Seit 1905 (wenn auch mit Ausnahme der Bundesligazeit, da spielte man im Neckarstadion). Rund 11.500 Zuschauer gehen ins Eckige im Schatten des Fernsehturms. Leider nicht mehr (1975) existent ist die Holztribüne, die im Maßstab 1:3 derjenigen des FC Arsenal nachempfunden wurde.

Schade Stuckis, aber ich glaube nicht, dass wir uns wieder sehen.

3.10.1999 Stuttgarter Kickers - VfL Bochum 0:0 (0:0) 3.317 Zuschauer

Samstag, 6. Februar 2010

Hier wo das Herz noch zählt...

Bochums Serien halten. Nur eines der letzten 9 Spiele verloren (gegen die Bayern), zu Hause seit 9 Spielen nicht gewonnen (23.8.2009 gegen Hertha). Gleichwohl war das heute auch wieder ein gefühlter Sieg. Herrich stellte das Mittelfeld mit Holtby, Maric und Prokoph sehr mutig auf. auf der Bank blieben einmal mehr Azaouagh und Yahia. Beide dürften ihre Abschiedstournee vom VfL haben. Auch Epalle blieb blass, verzettelte sich und wurde folgerichtig zur Halbzeit gegen Dedic ausgetauscht, der nach vorne gut, nach hinten schlecht war. Freier kam früh für den verletzten Prokoph und war wieder ein Vorbild an Einsatz. Holtby und Fuchs zeigten viele Fehler im Spielaufbau. Trotzdem hatte der VfL mit seiner neuen, von Herrlich vermittelten, Einstellung (Mit Herz und Verstand) den Leverkusenern über lange Zeit den Schneid abgekauft. Das Publikum, leider nur sehr enttäuschende 23.000, war sehr angetan. Das 0:1 kurz vor der Halbzeit lies böses ahnen, aber ein toller Pass von Holtby und ein klasse Abschluß von Dedic sorgten für den verdienten Punkt. Sestak hatte in der Schlussminute gar noch den Sieg auf dem Fuß.

Holtby dürfte, wenn er sich etwas eingelbt hat, eine Bereicherung sein. Maric ist bereits jetzt nicht mehr wegzudenken. Steht im Mittelfeld immer richtig, spielt gute Pässe und strakt Ruhe aus. Das dürfte auch Dabrowski helfen, der eine aufsteigende Tendenz zeigt.

In den nun folgenden Spielen gegen Hoffenheim (H), Mainz (A) und Nürnberg (H) können sechs Punkte das Fundament für den Klassenerhalt giessen. Ich glaube daran!
(Bild: www.vfl-bochum.de)

Freitag, 5. Februar 2010

Berlin (TeBe)

Zweiter Montag meiner Ostreise. Nach einem netten Wochenende in der Hauptstadt klang die Tour mit einem bravourösen 4:0-Auswärtsieg aus. Vor immerhin 3.221 Zuschauern fielen alle Treffer im zweiten Durchgang. Der VfL hatte damit die Millionen-Truppe der Göttinger-Gruppe auf einen 10 Punkte Abstand geschossen und selber fünf Punkte Vorsprung auf einen Nicht-Aufstiegslatz. Damit war auch die Scharte aus dem Hinspiel (2:6) ausgewetzt. Danach lag der VfL auf einem Abstiegsplatz und 10 Punkte hinter TeBe. Das unter Denkmalschutz stehende Mommsensstadion wird wohl nie mehr großen Fußball sehen. Zu oft hat TeBe die Erwartungen entäuscht und am finanziellen Kollaps gestanden. Auch der kurzzeitige Zweiligist SC Charlottenburg fristete sein trauriges Dasein im Westend. Noch einmal war ich im Stadion, bei einem Spiel der NOFV-Oberliga-Nord. Auch diesmal gabe es ein 4:0, allerdings für die Heimmannschaft.


29.3.2002: TeBe Berlin - FC Eintracht Schwerin 4:0
500 Zuschauer (geschätzt)

10.4.2000: TeBe Berlin - VfL Bochum 0:4 (0:0)
3.221 Zuschauer

Cottbus

Zwei Montags-Spiele hintereinander. Erst in Cottbus, dann in Berlin. Das schrie nach einer Woche Zweite-Liga-Urlaub. Cottbus wurde um ein paar Tage verlängert und ein Wanderurlaub durch den Spreewald gemacht. Im stadion auc ne Menge Gurken. Der Bochum-Block wie zu erwarten nicht sehr gefüllt. Alle Bochumer bis auf einen wurden nach dem Spiel zu ihrem Bus gebracht. Und ich? Alleine durchs Dunkel in meine Unterkunft. Keiner von den Gestalten, die hinterm Gästeblock warteten rechneten wohl mit so viel Wahnsinn... - Das Spiel war durchwachsen, das Stadion auch. Ostalgie auf höherem Niveau. Beide Mannschaften lagen auf einem Aufstiegsplatz und wollten nicht verlieren. Das gelang ihnen auch. Cottbus glich in der 82. Minute die Bochumer Führung aus der 17. Minute aus. Es sollte bis heute mein einziger Besuch in Cottbus bleiben.

3. April 2000: FC Energie Cottbus - VfL Bochum 1:1 (0:1) 10.697 Zuschauer

Mittwoch, 3. Februar 2010

Der Bayer

Bochum gegen Leverkusen ist seit meiner Kindheit ein besonderes Spiel für mich. Als Bochum-Anhänger in Leverkusen hatte ich es nie so ganz leicht. Ich erinnere mich an einen Freund in der Grundschule, der Eintracht Frankfurt Fan war. Auch nicht besser mag man denken, aber just zu dieser Zeit wurde die Eintracht UEFA-Pokal-Sieger und Martin trug stolz sein Jürgen Grabowski T-Shirt genau an dem Tag, wo Klassenfotos gemacht wurden.

Leverkusen stieg ja erst 1979 in die Bundesliga auf und ich machte die ersten Kontakte mit Bayer04-Fans zu meiner Gymnasium-Zeit. Zwischenzeitlich war ich sogar mal in Fan-Club "Die Kobras", aber natürlich ziehrte der häßliche Aufnäher nur die Seite meiner Kutte. Hinten drauf prangte VfL-Fan-Club Bochum-Süd.

Immer deutlicher wurde in den Folgejahren die Überlegenheit der Werkself. Die wenigen Bochumer Erfolge verpasste ich in den Anfangsjahren. Beim 3:0 Auswärtssieg 1981 war ich mit meinen Eltern in Urlaub, beim 3:1 Auswärtssieg 1995 war ich wenige Meter vom Stadion entfernt als Werksstudent im Bayerwerk im Einsatz. Die Siege 2002, 2004 und 2007 konnte ich allerdings live mitbejubeln, ebenso wie den 31.5.1997, wo der VfL am letzten Spieltag zwar 2:0 in Leverkusen verlor, sich aber trotzdem für den UEFA-Pokal qualifizierte.

Zurück in die Gegenwart. Bochums schreckliche Heimserie gegen Leverkusens Unbesiegbarkeit. Doch im Kleingedruckten spricht einiges für den VfL. Mit Holtby und Maric zwei Jungs dabei, die wohl noch unbeschwert aufspielen können. Zudem die herrliche Philosophie, nie aufgeben zu wollen und Slavo Freier in der Hinterhand. Auf der anderen Seite die trügerische Gewissheit, seinen (guten) Stiefel runterzuspielen und irgendwann schon die Tore zu machen. Wer das Kleingedruckte nicht gelesen hat, der tippt auf den Bayer.

Mein Tipp: 3:2 (gibt übrigens eine Quote von 41:1 bei bwin)

Montag, 1. Februar 2010

Serien

Berlin auf (großer) Distanz gehalten, Abstand auf den Relegationsrang vergrößert, fünftes Auswärtsspiel in Folge nicht verloren. Trotz eines mauen Spiels in Berlin kann der VfL mit sich zufrieden sein. Dazu noch die Verpflichtung (Ausleihe) von Lewis Holtby und die Vertragsverlängerung mit Torwart Philipp Heerwagen, der dies mit einem Liebes- und Treuebekenntnis zum VfL kommentiert, bis 2013. Auch Neuverpflichtung Maric scheint sich gut zu integrieren. Jetzt muss auch endlich der Heimkomplex überwunden werden. Acht Spiele (7 Bundesliga, 1 Pokal) ohne Sieg reichen aus. Jetzt kommen Leverkusen und Hoffenheim.