Mittwoch, 28. April 2010

Lyoner sind keine Döninghauser!

Nach einem Fehlstart von nur zwei Punkten aus fünf Spielen steht der VfL Bochum auf Platz 18 (von 20) der Bundesliga. Gleichzeit verkürzten die Bayern nach drei Siegen in Folge den Abstand auf Spitzenreiter Rostock auf einen Zähler. - Mittwoch, 28. August 1991. Olympiastadion München. 20.000 Zuschauer erwarten einen klaren Sieg der Bayern gegen die graue Maus. Trainer Jupp Heynckes baut in der Saison auf Spieler wie Thomas Berthold, Jan Wouters, Markus Babbel, Stefan Effenberg, Christian Ziege, Olaf Thon, Bruno Labbadia, Roland Wohlfahrt, Mazinho, Brian Laudrup.

Am späten Mittwochabend reiben sich verwunderte Bajuwaren die Augen, haben Sie doch die Namen Bonan und Benatelli wahrscheinlich zum ersten (und letzten) Male in ihrem Leben gelesen. Und das auf der Anzeigetafel des Olympiastadions, wo sie den 2:0 Sieg der Gäste dokumentierten.

Seinerzeit beendeten die Bayern die Saison als 10., Bochumer stieg (letztendlich dank der beiden Zähler aus München) nicht ab. Bochums Trainer hieß Holger Osieck. Was hat dies alles mit dem Spiel am kommenden Samstag zu tun? - Wahrscheinlich gar nichts. Viel näher sind die Parallelen zum letzten Spieltag der Saison 88/89, wo die Bayern nach einem 5:0 Sieg die Deutsche Meisterschaft feierten und der VfL dank des Unvermögens der punktgleichen Frankfurter Eintracht und Stuttgarter Kickers hauchdünn den 15. Tabellenplatz erreichten und nicht abstiegen. Von mir aus kann diese Saison ähnlich enden.

Die Bayern stehen vor der Deutschen Meisterschaft, dem DFB-Pokal-Sieg und im CL-Finale. Bochum nach zehn sieglosen Spielen (U-U-N-N-N-N-U-N-N-N) am Abgrund. Es gibt nicht, was dem VfL Hoffnung macht. Keine Torchancen und viel zu viele Fehler auf dem Platz. Oftmals kombiniert mit blutleeren Auftritten. Alles andere als eine deutliche Niederlage wäre eine Überraschung. Ein Punktgewinn oder gar ein Sieg undenkbar. Die Aufstellung der Bayern ist letztendlich egal. Rechentechnisch konzentrieren wir uns darauf, nach dem 33. Spieltag vor Hannover zu stehen, damit im entscheidenden und letzten Spiel gegen die Niedersachsen ein Remis für Platz 16 genügt. Dazu dürfte Hannover gegen Gladbach nicht gewinnen und der VfL nicht mit mehr als 5 Toren Unterschied verlieren. Das ist ein realistisches Ziel für Samstag... - Es ist nicht zu erwarten, dass die Bayern übermüdet, unkonzentriert oder überheblich sind. Sie werden so lange 100% geben, bis der Sieg klar ist und werden dann hoffentlich zurückschrauben. Es ist zudem nicht zu erwarten, dass das Bochumer Mittelfeld dem Bochumer Sturm zu Torchancen verhilft. Und es ist überhaupt nicht daran zu denken, dass ein Bochumer Spieler ein Tor erzielt (Obwohl ein Hashemian-Kopfballtreffer perfekt ins Drehbuch von "Heiko im Wunderland" passen würde). Überlegungen zu Aufstellung und Taktik erübrigen sich. Wichtig ist, dass sich kein Bochumer verletzt oder sich eine Sperre fürs Saisonfinale einhandelt (Maltritz. Sestak, Pfertzel haben vier Gelbe). Zur Einstimmung noch etwas Statistik: Gesamtbilanz des Duells: In München: 34 Spiele, 25 Bayern-Siege, 8 Unentschieden, 1 Bochum-Sieg. Insgesamt 71 Spiele, davon 46 Bayern-Siege, 16 Unentschieden und 9 VfL-Siege. Hinspiel 5:1 für die Bayern. Die Bayern hatten in dieser Saison aus 220 Torchancen 66 Treffer erzielt (30%), der VfL 32 aus 115 (27,8%). Die Bayern haben 29 Gegentreffer, die Bochumer 58.

Mein Tipp: FC Bayern München - VfL Bochum 2:0

P.S.: Ich werde am Samstag um 5 Uhr in Leverkusen die S-Bahn einsteigen und Sonntag um 5:23 Uhr von München Hbf wieder zurück starten. Das Spiel darf ich aus der Telekom-Lounge in der Allianz-Arena verfolgen. Klingt wie ein elektrischer Stuhl mit Samtbezug.

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