Freitag, 21. Mai 2010

Der Funkel springt über!

Das ist er nun. Der neue Aufstiegstrainer des VfL Bochum. Vorschusslorbeeren sehen anders aus, als das, was im Westline-Forum des VfL zu lesen war. Aber da trollen sich sowieso überdurchschnittlich viele Pessimisten und Nörgler.
Vor dem Hintergrund der Erfahrungen der letzten Saison, der Liste arbeitsuchender Fußballtrainer und der realistischen Einschätzung der Attraktivität des Arbeitgebers ist Friedhelm Funkel eine logische Lösung.

Was der VfL auf jeden Fall braucht, ist ein Trainer der von Beginn an respektiert wird und der Autorität besitzt. In dem Bewusstsein der vollen Rückendeckung durch Vorstand und Aufsichtsrat sollen die Spieler noch nicht einmal mit dem Gedanken zu spielen, den Trainer so rauszumobben, wie sie es bei Herrlich geschafft haben. Sowohl über Funkels Umgangsformen als auch über seine Durchsetzungskraft hat man bisher nicht viel Negatives hören können. Das passt also.

Funkel hat bisher wenige Vereine trainiert, keine mit Geld und Stars gesegneten Teams mit großen Ambitionen (lassen wir den Sonderfall Hertha BSC mal unbetrachtet) sondern zunächst fünf Jahre Bayer Uerdingen und vier Jahre den MSV Duisburg. Beide Vereine führte er in die Bundesliga (steig aber auch ab). Gleiches gelang ihm auch mit Eintracht Frankfurt. Zuvor arbeitet er im Abstiegskampf des F.C. Hansa Rostock und des 1.FC Köln. Er weiß also, was ihn in Bochum erwartet. Das hat er sicherlich dem anderen Kandidaten auf den Job, Franco Foda, voraus.

Schon als Spieler war Funkel bodenständig. 13 Jahre Uerdingen und drei Jahre Kaiserslautern sprechen für sich. Funkel ist kein Kind des Größenwahns. Ein bescheidener und disziplinierter Arbeiter. Auch das passt zu Bochum und hier ähnelt er in gewisser Weise Peter Neururer.

In Frankfurt scheiterte Funkel an den mehr oder weniger berichtigten Ansprüchen der Eintracht und des Umfeldes. Ob sich diese unter Michael Skibbe erfüllen, wird sich zeigen. Köln, Duisburg, Rostock und Uerdingen haben gegenüber ihrer Funkel-Ära zumindest keine Sprünge nach vorne machen können.

Mit der Verpflichtung des 56-jährigen, wenige Stunden nach dessen letzter Trainingseinheit bei Hertha BSC haben die Bochumer Verantwortlichen gezeigt, dass sie aus den Fehlern gelernt haben. Funkel bekommt einen Ein-Jahres-Vertrag, der sich im Aufstiegsfall um ein weiteres Jahr verlängert. Jetzt bleibt noch genügen Zeit, eine Mannschaft zusammen zu stellen, die den gemeinsamen Ansprüchen des Vereines, des Trainers und nicht zuletzt des Umfeldes gerecht wird.

Ich bin sicher, dies wird gelingen.

P.S.: Funkel hat übrigens sowohl den MSV (1998) als auch die Eintracht (2006) ins Pokalfinale geführt, dort aber jeweils gegen die Bayern verloren. Als Spieler gelang ihm 1985 mit Bayer 05 Uerdingen sogar der Pokalsieg gegen die Bayern.

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