Montag, 29. November 2010

VIP, VIP, Hurra!

Wollen wir mal ehrlich sein und zugeben, dass ich den Besuch in der rewirpower-Lounge im Revirpower-Stadion am Freitag genossen habe. Sicher: Ostkurve bei drei Grad wäre auch chic gewesen, aber ich hatte nun mal das Glück einer Einladung und war pünktlich zum warmmachen vor Ort. Und pünktlich ist in dem Fall kurz nach 16 Uhr, zwei Stunden vor Spielbeginn.

Bereits vor wenigen Wochen konnte ich mir den VIP-Bereich einmal im außerspieltaglichen Zustand anschauen und war schon da ziemlich angetan von der familiären Atmosphäre, die zum VfL und zum gesamten Stadion passt. Anders als z.B. beim HSV und den Bayern, wo ich auch schon mal Logenatmosphäre schnuppern durfte, ist der Bereich komplett offen und man kann alles überblicken und Bekannte oder "Stars" hautnah erleben. Wer will nicht einmal sehen, wie sich Frank Goosen am Buffet schlägt, Günther Pohl vor dem Spiel sorgenvoll mit dem Essen spielt oder welche potentielle Aufsichtsratskandidaten bei wem herumschleichen. Nicht zu vergessen natürlich die Präsenz der Mannschaft nach dem Spiel. Letzteres hatte übrigens meinen Tischnachbarn beim letzten Spiel (1:4 gegen Ingolstadt) dazu animiert, der Marketingleiterin des VfL anzudrohen Mergim Mavraj eine Gabel in den Allerwertestenn zu jagen, wenn dieser nach seinem glorreichen Auftritt auf dem Platz auch weiterhin in so lustiger Stimmung abfeiert, während er seinen Frust in Fiege ertränken muss. Der Kollege hatte bei der Dame bleibenden Eindruck hinterlassen.

Das Spiel tat das Seine dazu bei, dass der Abend rund wurde. Ich hatte in den drei Drittel mehr Glas- als manch Paderborner Ballkontakte. Die Bedienung hatte das Einmaleins des erfolgreichen Zweitligafußballs inhaliert. Die Dame war präsent, immer hart am Mann, hatte Überblick und das Talent für die finale Vorlage. Die verwandelte ich natürlich ebenso eiskalt, wie Tese, Dedik und Rzatkowski auf dem Platz. Bei meiner Ehrenrunde konnte ich dann noch ein paar Worte mit Werner Altegoer und Thomas Ernst sprechen, bevor es dann mit natürlich unpünktlichen Bahnen zurück nach Leverkusen ging.

Es kann doch so einfach sein, einen schönen Fußballabend zu verbringen...

Den VIP-Bereich beim VfL kann man einfach nur loben. Kompliment, dass die Gunst der Stunde genutzt wurde und er im Rahmen der Frauen-Fußball-WM erweitert und modernisiert wurde. Ich hoffe - und bin mir recht sicher - er findet ausreichend Resonanz.

Donnerstag, 25. November 2010

Genug geredet beim VfL

Jetzt wird gehandelt. Die außerordentliche Mitgliederversammlung mit der Nachwahl der Aufsichtsrates findet am 20.12. und damit dem Wunsch vieler Mitglieder und Fans entsprechend noch in diesem Jahr statt. Damit hat der neu zusammengesetzte Aufsichtsrat in der Winterpause Zeit um strukturelle Änderungen anzugehen.

Nach der Partynacht von vier Spielern und der damit verbundenen Suspendierung für das Ingolstadt-Spiel sowie dem grausigen Auftritt bei diesem Match hat Trainer Funkel mit Mavraj, Maric, Federico und Grote vier Spieler auf die Tribüne verbannt. Gegen Paderborn erhält Rzatkowski eine Chance von Beginn an. Vogt muss voraussichtlich zunächst Dabrowski weichen, der mit Johansson und Freier das Mittelfeld ergänzt.

Wir dürfen mit Spannung die Adventszeit erwarten und für den einen oder anderen dürften es in diesem Jahr andere "Frohe Weihnachten" geben.

Mittwoch, 24. November 2010

Zwischen Revolte und Lethargie – zwischen Hoffen und Bangen

Der VfL kündigte in dieser Woche an, dass man sich in der Winterpause von fünf bis sechs Spielern trennen wolle. Die Leistung und das Auftreten einiger Akteure hat das Fass auch beim neuen Trainer wohl endgültig zum Überlaufen gebracht. „Warum erst jetzt?“ und „Warum nur fünf oder sechs?“ sind jetzt die stimmungsgeladenen Fragen, die auch auf der gestrigen 3. Fan-Konferenz des VfL hochkamen. Aber vor dem Hintergrund der Vertragslage und der Marktsituation dürfte klar sein, dass man froh sein kann, wenn sich überhaupt noch jemand findet, der Spieler dieses Formates nimmt. An Ablösesummen braucht man gar nicht groß zu denken, wahrscheinlicher ist da schon eher, dass der VfL einen Teil des Gehaltes weiterbezahlt, wenn die Kicker in der 3. Liga unterkommen. Welche Spieler das nun betrifft, wird spannend bleiben. Nach überwiegender Meinung müssten auf der Abschussliste Maric, Mavraj, Maltritz, Dedic, Federico und Pfertzel stehen. Auch Heerwagen, Grote, Concha, Johansson und Yahia können sich Hoffnungen auf einen Klimawechsel machen. Toski, Saglik und Kopplin dürfte noch eine Schonfrist eingeräumt werden. Hingegen haben sich Dabrowski, Freier und Tese zumindest vom Einsatz von den Kollegen abgehoben und sollten mit Luthe und Bönig sowie jungen Spielern wie Fabian, Vogt, Aydin, Rzatkowski, Semlitz und Kefkir den „neuen VfL“ prägen (Siehe auch diese Überlegungen). Umstritten ist die Personalie Azaouagh, der sich in der zweiten Mannschaft gut präsentiert und vielleicht eine neue Chance bekommen kann. Trainer Funkel wird seinen starken Auftritt gegen Lotte gestern interessiert verfolgt haben. Er wäre sportlich sicherlich eine momentan perfekte Alternative für Federico auf der 10er Position. Auf der angesprochenen Fan-Konferenz wollten allerdings nur rund 1/3 ein Comeback von Aza, während beim angesprochenen Spiel gegen Lotte rund 20 Anhänger genau dieses lautstark forderten…

3. Konferenz mit 150 Fans
(Foto: Andreas Wiemers / Sebastian Enste)

Dass ein Podiumsmitglied auf der 3. Fan-Konferenz im riff ein T-Shirt mit der Aufschrift „Aufruf zur Revolte“ trug, dürfte nicht zufällig gewesen sein. Die gut 150 Teilnehmer erlebten jedoch einen Abend, der von viel lethargischer Ratlosigkeit geprägt war. Die Versuche der Initiative „Wir sind VfL“ den Fans eine gemeinsame Zukunftsperspektive abzuringen, schlug fehl. Die Teilnehmer verloren sich in Themen, die aktuell nicht auf der Tagesordnung stehen oder den üblichen Plattitüden und Vergangenheitsbewältigungen. Aber wen sollte das wundern und wer will ihnen das übel nehmen.

So nahm eine nicht unwesentliche Zeit das Thema Blockwahl bei der bevorstehenden Aufsichtsratswahl ein. Obwohl Wahlausschuss-Mitglied Günter Bernhörster als auch Aufsichtsrat-Mitglied Frank Goosen deutlich machten, dass nach geltender Satzung eine Blockwahl vorgegeben ist und auch potentielle Kandidaten diese wünschen, wurde dies immer und immer wieder angesprochen.

Zumindest wurde deutlich, dass den Initiatoren und Teilnehmern wichtig ist, noch in diesem Jahr die außerordentliche Mitgliederversammlung durchzuführen, damit bereits in der Winterpause notwendige strukturelle und personelle Entscheidungen getroffen werden können. Laut Günter Bernhörster liege es nicht am Wahlausschuss und laut Frank Goosen auch nicht am Aufsichtsrat oder an der Verfügbarkeit eines geeigneten Raumes. Diese klare Botschaft hatte dann auch Reviersport-Journalist Günther Pohl notiert und sie sollte deutlich beim Vorstand ankommen, der nun schnellstens aktiv werden muss. Frank Goosen lies sich gestern Abend auch dahingehend ein, dass er einen Aufsichtsratvorsitzenden Ernst-Otto Stüber und die Kollegen Villis und Wilmert für gut und hoffnungsvoll erachtete. Dieses Bekenntnis ist zweifellos eine wichtige Rückendeckung.

"Gustl" raus

Die zum Teil sehr deutliche Kritik an Thomas Ernst wurde von nahezu allen Teilnehmern geteilt. Es dürfte klar sein, dass die neuen Aufsichtsratsmitglieder sich auf der Mitgliederversammlung der konkreten Frage gegenüberstehen werden, ob sie Thomas Ernst umgehend entlassen werden. Das muntere Köpferollen soll also weitergehen und steht bei vielen vor der Frage, wie es grundsätzlich weitergehen soll. Andreas Wiemers brachte es zwar noch einmal auf den Punkt: Er erwartet, dass die Kandidaten mit einem konkreten Konzept über die zukünftige Aufstellung des Vereines antreten sollen. Dies brachte ihm aber nicht den Applaus ein, der für diese wichtige Voraussetzung selbstverständlich sein sollte. Es erscheint daher dringend geboten, dass eine 4. Fan-Konferenz genau diese Präsentation und Diskussion mit den Aufsichtsrats-Kandidaten führt. Die Fans erwarten nicht mehr als ein schlüssiges Konzept und klare Worte. Und das erwarten sie zu Recht. Diese Konferenz und eine weitere mit Trainern und (ausgewählten) Spielern vor Beginn der Winterpause könnte noch einmal eine Initialzündung für einen gemeinsamen Weg und ein Zusammenrücken sein.

Was gab es sonst noch zu berichten? Günter Bernhörster verlor im Laufe der 2½-stündigen Veranstaltung seine Rolle als Mitglied des Wahlausschusses und präsentierte sich als langjähriger Fan, der zu jedem und allem was zu erzählen wusste. Das war leider viel mehr als man von ihm hören wollte und viele seiner Ausführungen und sportlichen Analysen fanden nicht die ungeteilte Zustimmung der Teilnehmer. So war es letztendlich VfL-Ehrenratsmitglied Christof Wieschemann, der das verbale Highlight des Abends setze. Verbunden mit einem kräftigen verbalen rumgeeiere zitierte er John F. Kennedy mit „I have a dream!“ und nicht wenige dachten unweigerlich: Träum weiter.

Hoffen und Bangen

Für das Spiel am Freitag gegen des SC Paderborn erwartet momentan niemand etwas Besonderes. Personelle Überraschungen (Azaouagh, Rzatkowski) dürften zwar möglich sein, die Fans aber werden deutlich machen, dass der Großteil des Kaders seinen Kredit endgültig verspielt hat. Kaum mehr als 9.000 Zuschauer dürften sich den winterlichen Flutlichtkick anschauen wollen und hoffen, dass jetzt Punkte eingefahren werden, die den Abstand nach unten vergrößern. Das Bangen, dass der VfL mit einer Niederlage in allergrößte Probleme kommt, wird aber am Freitag die Zuschauer begleiten. Bisher spieleten die beiden einmal in Bochum gegeneinander. 2005 gab es vor 21.100 Zuschauern (!) ein 1:1.

Mein Tipp: VfL Bochum – SC Paderborn 2:0

Links:
Andreas Wiemers: Lagerstätte
Fantastic Supporters

Samstag, 20. November 2010

Ohne Worte

Mir sind die Worte ausgegangen. Heute im Block B zusammen mit Frau und Kind. Vier suspendierte Spieler und auf dem Rasen noch mal ein Dutzend Osterhasen, die entweder nicht können oder nicht wollen. Letztendlich egal. Jetzt geht es gegen den Abstieg und zugleich für einen kompletten Neuanfang. Genau drauf achten, wer bereit ist 110% zu geben und alle anderen stückweise aussortieren und abschieben. Und nach der Mitgliederversammlung muss der neue Aufsichtsrat eine neue massive Marschroute ausgeben. - Unfassbar. Der absolute Tiefpunkt.

Freitag, 19. November 2010

Gute Nacht Ingolstadt

Das beim Tabellenletzten Bettwäsche im Angebot ist, muss nicht unbedingt etwas mit der sportlichen Situation der Oberbayern zu tun haben. Allerdings ist deren Situation nach sechs Niederlagen in Folge und nur vier Punkten auf der Habenseite äußerst prekär. Auswärts steht sogar noch eine Null auf der Punkte-Haben-Seite.

Für den VfL kann es nur um einen deutlichen Sieg gehen und sich damit Bewährungszeit zu erarbeiten. Bis zur Winterpause müssen mindestens 13 Punkte geholt werden. Auf dem Papier machbar. Doch in Bochum schlägt derzeit die Praxis die Theorie deutlich.

Personelle Veränderungen nach dem Berlin-Spiel werden nicht ausbleiben. Concha ist wieder fit und dürfte in der Abwehr-Startelf stehen. Dafür könnte Yahia weichen, der unter der Woche bei der Nationalmannschaft war. Kopplin hätte eine Pause verdient, aber hier mangelt es an sinnvollen Alternativen. Maltritz oder Yahia sollten dort keine Option mehr sein. Johansson dürfte nach seiner ordentlichen Partie wieder dabei sein. Dabrowski fehlt gelb-gesperrt. Maric hat sich sicherlich aus dem Kader geschossen Auch wäre es endlich mal an der Zeit, dass Federico draußen bleibt. Kevin Vogt könnte daher endlich einen Einsatz bekommen. Möglich also, dass Johansson, Vogt, Freier und Toski im Mittelfeld und Tese mit Saglik im Sturm "wirbeln".

Wie auch immer. Durch diverse Karten-Aktionen dürften rund 10.000 Zuschauer an die Castroper kommen und einen klaren Sieg erwarten. Die Bochumer Ultras haben zudem den Fahnentag ausgerufen.

Update: Am Tag vor dem Spiel ist zu lesen, dass der VfL die Spieler Aydin, Dedic, Yahia und Maric für das Spiel gegen Ingolstadt suspendiert hat, weil sie am Donnerstag vor dem Hertha-Spiel über die vereinbarte Zeit hinaus abends in der Bochumer Innenstadt unterwegs waren. - Die Suspendierung, verbunden mit Abmahnung und Geldstrafe, fällt sportlich nicht besonders ins Gewicht. Warum die Strafe erst jetzt ausgesprochen wird wundert zunächst. Ob berechtigt oder nicht, es sieht nach dem verzweifelten Versuch aus, ein Zeichen zu setzen.

Mein Tipp: VfL Bochum 1848 - FC Ingolstadt 4:0

Dienstag, 16. November 2010

The same procedure as in every important game...

Wieder konnte der VfL in einem bedeutungsvollen und wichtigen Spiel nicht punkten und musste sich der Hertha mit 2:0 geschlagen geben. Nach einer katastrophalen ersten Halbzeit stand es nur 0:1. In Hälfte zwei versuchte der VfL gegen einen nachlassenden und unkonzentrierter werdenden Gegner noch einiges, kam zu selten zum Abschluss, kassierte aber das 0:2 und damit die sechste Saisonniederlage. Die wirklich letzte Chance um ins Aufstiegsgeschehen einzugreifen ist jetzt eine Serie von mindestens 13 Punkten bis zur Winterpause. Allerdings muss man sich fragen, wie diese Mannschaft gegen Spitzenteams der Liga bestehen soll.

Traditionell schlecht waren wieder Federico und Maric. Letzterer mit abermals unglaublich vielen Ballverlusten und technischen Mängel. Diesmal stand auch Freier, besonders in der ersten Hälfte, dem nicht viel nach. Dedic in seiner überhektischen Art versemmelte in der 2. Minute eine gute Chance in den Berliner Nachthimmel. Ansonsten blieb der Slowene sehr blass. Kopplin leistete sich etwas mehr Fehler als Maltritz, die Innenverteidigung war recht ordentlich. Luthe patzte beim 0:1 und sah beim 0:2 auch nicht glücklich aus. Einzig Dabrowski, der wieder gute Torchancen hatte, und Johansson fielen positiv auf.

Sonntag, 14. November 2010

Frösche fressen - Und schon wieder ein richtungsweisendes Spiel

Darin müsste der VfL ja nun geübt sein. Ein richtungsweisendes Spiel. Nachdem Spiele dieser Art gegen Augsburg, Fürth und Cottbus vergeigt worden sind, steht nun die Herkulesaufgabe gegen Ligaprimus Hertha BSC Berlin bevor. Teams der oberen Tabellenhälfte (Cottbus, Aue, Fürth, Augsburg, 1860, Cottbus, Aachen, Duisburg) haben an diesem Wochenende Federn gelassen und der VfL könnte wieder einmal etwas heranrücken. Zumal Hertha nach dem Pokalaus in Koblenz gerade sein erstes Zweitligaspiel mit 0:1 in Paderborn verloren hat und mit Ramos der Topscorer (4 Tore, 5 Assists) rotgesperrt fehlt. Trotzdem bleibt die Hertha mit nur zwei Gegentreffern in den letzten 7 Spielen Favorit für dieses Spiel und den direkten Wiederaufstieg.

Beim VfL gab es zuletzt Personaldiskussionsbedarf. Tese steht eine Operation bevor, doch vielleicht spielt er noch ein paar Partien bis zur Winterpause. Sein letzter Auftritt in Cottbus war sein bisheriger Tiefpunkt, Chancen vergeigt, Elfer verschossen, 5. Gelbe kassiert. Ein Erfolgserlebnis muss dringend wieder her. Saglik war zuletzt schwach, Dedic hingegen endlich mal wieder erfolgreich bei seinem engagierten aber oft fahrigen Einsatz. Im Mittelfeld hat Johansson ein ordentliches Comeback hingelegt. Bei seinem letzten Arbeitgeber hat Friedhelm Funkel somit mehrere Alternativen.

Von den 23 Partien des VfL in Berlin wurden nur drei gewonnen. Zuletzt 1995 durch zwei späte Tore durch den eingewechselten Roland Wohlfahrt. In den letzten drei Duellen schoss der VfL kein Tor im Olympiastadion. Allerdings gewann der VfL seine beiden bisherigen Montagsspiele in dieser Saison.

Mein Tipp: Hertha BSC Berlin - VfL Bochum 0:0

Mittwoch, 10. November 2010

Ernst-Otto soll es machen / 3. Fankonferenz steht bevor

Reviersport verkündet, dass ein Nachfolger für Werner Altegoer gefunden sei. Ernst-Otto Stüber (70) soll den Vorsitz des Aufsichtsrates übernehmen. Die Mitgliederversammlung mit der erforderlichen Nachwahl soll spätestens im Januar 2011 stattfinden. Die turnusmäßige Neuwahl des Aufsichtsrates ist für das Jahr 2012 vorgesehen. Ob Stüber eine Übergangslösung sein soll oder auch für die fünfjährige Wahlperiode zur Verfügung steht, ist offen. Der Wahlausschuss des VfL will am 18. November über die Kandidatenauswahl beraten. Die Einladungsfrist für eine außerordentliche Hauptversammlung beträgt drei Wochen.

Ernst-Otto Stüber war von 1985 bis 1994 Mitglied des Landtages Nordrhein-Westfalen. Dieses Mandat legte er nieder, als er am 4. November 1994 zum Oberbürgermeister von Bochum gewählt wurde. Am 26. September 1999 wurde er wiedergewählt. Zur Wahl im Jahre 2004 trat er aus Altersgründen nicht mehr an. Über die Grenzen der Stadt und Region hinaus war Ernst-Otto Stüber unter anderem im Präsidium des Deutschen Städtetages und als Vorsitzender des Städtetages NW tätig. Als Vorsitzender der Kommunalen Arbeitgeberverbände war er Verhandlungsführer in den Tarifgesprächen des Öffentlichen Dienstes.

Damit scheint Stüber ein geeigneter seriöser Kandidat, der den Verein wieder in ruhigeres Fahrwasser bringen und gemeinsam mit Bochums Stadtwerke-Chef Bernd Wilmert, EnBW-Chef Hans-Peter Villis und Kabarettist Frank Goosen auch weitere neue Aufsichtratsmitglieder gewinnen kann.

Offen bleibt auch weiterhin die Frage, wie die Aufsichtsratswahlen auf der nächsten Mitgliederversammlung von statten gehen sollen. So sieht die Satzung eine Blockwahl vor. Zudem ist mit Dr. Klaus-Peter Schütt noch eine Person aus der "alten Riege" vorhanden, der sich bisher nicht zu einem Rücktritt durchgerungen hat. Er ist für einen Großteil der Mitglieder allerdings unerwünscht. Durch die vollzogenen bzw. angekündigten Rücktritte sind drei Aufsichtsratsposten neu zu vergeben (Prof. Schütt und Frank Goose sind gewählte Mitglieder).

Sollte sich neben den erwähnten Stüber, Willmert, Villis und Goosen noch ein weiterer anerkannter Kandidat finden (vielleicht aus Reihen der Fans/Mitglieder) wäre aus meiner Sicht die Blockwahl dieser fünf Personen für 5 Jahre eine gute Lösung. Der Aufsichtsrat hat dann die Möglichkeit, weitere Mitglieder zu kooptieren, ohne dies von der Mitgliederversammlung bestätigen lassen zu müssen. Somit hätte der Aufsichtsrat eine gute Legitimation und zugleich ausreichend Handlungsmöglichkeiten.

Diese Diskussion dürfte sicherlich auch auf der nächsten Fankonferenz am 23. November geführt werden. Umso wichtiger, dass diese Konferenz wieder gut besucht wird.

Sonntag, 7. November 2010

Kein Tor gesehen und doch drei Punkte

Es war alles perfekt geplant. Mit U-Bahn, S-Bahn und ICE raus aus Berlin und 17:23 Uhr in Bochum sein, Klamotten ins Schließfach und mit der Straßenbahn zum Stadion. - Allerdings machte die bosestra einen Strich durch die Rechnung. Mit Straßenbahn war Essig. Irgendein Schaden verursachte nach 15 Minuten die Durchsage: "Nichts geht mehr". Und so durfte ich ohne Jacke und durch den Bochumer Herbstregen zu Fuß vom Bahnhof die Castroper rauf. Der Fernseher im Haus Frein verriet mir, dass es in der 4. Minute 1:0 für den VfL stand. Und in der 9. Minute stand ich dann endlich in der Ostkurve. Der VfL bemühte sich redlich, mir noch das ein oder andere verdiente Tor zu präsentieren, aber vergeblich. So ging ein ohne miterlebtes Tor, aber mit drei Punkten nach Leverkusen. Natürlich mit erheblichen Bahn-Problemen zwischen Bochum, Düsseldorf, Langenfeld und Leverkusen...

Zum Spiel: Der VfL zeigte sich engagiert und spielte sich zahlreiche Torchancen heraus. Besonders Dabrowski vergab in der Anfangsphase aus guten Positionen und später war es vornehmlich Saglik, der nicht Treffen konnte. Der FSV Frankfurt ist halt nicht der 1.FC Wülfrath. So wurde es zum Ende ein Zitterspiel und Andreas Luthe verhinderte kurz vor Ende den möglichen fatalen Ausgleich.

Im Bochumer Spiel verdienten sich neben dem Keeper erneut Dabrowski und Freier gute Noten. Johansson präsentierte sich gut und Dedic wie sehr engagiert aber hektisch undurchsetzungsfähig. Federico spielt seit Wochen konstant, egal auf welcher Position. Vielleicht steht hier, besonders bei den Heimspielen, endlich ein Wechsel an.

Leider haben Aue und Cottbus kurz vor Schluss noch Siege eingefahren. So bleibt der Abstand zu diesen Teams ebenso groß (10 bzw. 6), wie zum MSV Duisburg (8) und dem FC Augsburg (3).
(Bild: www.vfl-bochum.de)

Donnerstag, 4. November 2010

Ich geh mit meiner Laterne...

Vor ziemlich genau 30 Jahren war das bisher einige Pflichtspiel zwischen dem FSV und dem VfL. Durch zwei Tore von Jochen Abel siegten die Bochumer in der 3. Runde des DFB-Pokal mit 2:1 am Main. - Das ist dann auch so ziemlich das Einzige positive in der Vorbetrachtung.

Nach den kraft- leidenschafts- und sieglosen Auftritten gegen Aachen und in Cottbus hat der VfL den Anschluß nach oben verloren und sumpft im unteren Mittelfeld der Tabelle umher. Nach Siegen gegen den 18., den 16., den 15. und den 8. der Tabelle und Niederlagen gegen die Teams von Platz 2., 4., 5., 7. und 10. ist deutlich geworden, dass der VfL dort steht, wo er hingehört. Gegen den Tabellensechsten aus Frankfurt erwartet uns daher alles andere als ein Fußballfest.

Zum Flutlichtspiel hat der VfL Erstklässler und Erstsemester eingeladen. Dennoch dürfte das Stadion gähnend leer sein. Spannend wird bei der Aufstellung sein, ob der Trainer immer noch an Federico festhält und wie die Offensive aussehen soll, nachdem Tese ja gelbgesperrt draußen bleibt. Warum mal nicht einen der jungen ins Rennen schicken? Als Zeichen und als Hoffnung.

Mein Tipp: VfL Bochum - FSV Frankfurt 1:0

Mittwoch, 3. November 2010

Direkter Wiederaufstiegstourplan Teil III

12. Spieltag 15.11.2010 (Montag)
Hertha BSC Berlin - VfL Bochum 1848
Das Duell der Absteiger und potentiellen Aufstiegsfavoriten dürfte mit weniger Spannung erwartet werden, als manch andere Duelle. Egal wie das Spiel ausgeht, es gibt kein überraschendes Ergebnis. - Es sei denn, man vertraut auf Statistiken. Diese sind bei der Paarung äußerst eindeutig. In 23 Spielen in Berlin siegte Bochum ebenso selten, wie die Hertha in Bochum: Drei Mal. Im ersten Aufeinandertreffen 1971 (2:1; Walitza und Wosab), 20 Jahre später mit 4:2 (Milde, Nehl, 2x Wegmann) und das unvergessene 2:0 1995 durch einen späten Doppelschlag (84., 89.) des eingewechselten Roland Wohlfarth. In den letzten drei Partien erzielte der VfL hingegen keinen Treffer. - Der Montagtermin wird sich leider erheblich auf die Zuschauerzahl auswirken. Besonders aus Bochum werden viele den Weg scheuen. Wahrscheinlich werden sie das noch nicht einmal bereuen müssen...

13. Spieltag 20.11.2010 (Samstag)
VfL Bochum 1848 - FC Ingolstadt
Eine Partie mit Seltensheitswert erwartet die Zuschauer am 20.11. - Noch nie trafen die beiden Teams aufeinander und es wird ganz danach aussehen, dass sie auch längere Zeit nicht mehr aufeinandertreffen werden. Bochum strebt nach oben und Ingolstadt fällt nach unten. Viele Zuschauer werden den Sonntag wahrscheinlich anderweitig nutzen wollen. Es droht eine erneute Minuskulisse im revirpower-Stadion.

14. Spieltag 26.11.2010 (Freitag)
VfL Bochum 1848 - SC Paderborn 07
Wem FSV Frankfurt und Ingolstadt noch nicht genug sind, der kann sich am Freitagabend auch noch Paderborn im Ruhrstadion anschauen. Zumindest Flutlichtatmosphäre schnuppern, denn Ende November ist es auch um 18 Uhr schon dunkel. Einmal waren die Paderborner schon zu Gast und holten im Oktober 2005 ein 1:1. Saglik feiert heute Wiedersehen mit seinen alten Kumpels. Mal schauen, wer sonst noch feiert...

15. Spieltag 06.12.2010 (Montag)
1. FC Union Berlin -
VfL Bochum 1848
Dem Einspruch des VfL zur erneuten Montags-Berlin-Terminierung wurde erwartungsgemäß nicht stattgegeben. Somit dürften viele Bochumer in die Röhre schauen, statt auf dem Köpenicker Weihnachtsmarkt ein paar Glühwein zu nehmen. - Mit Union Berlin verbindet den VfL das wundervolle Erlebnis des letzten Spieltages 2001/2002, als Union am letzten Spieltag gegen Mainz gewann und dem VfL den Aufstieg ermöglichte. Eineinhalb Jahre zuvor verlor der VfL sein Pokal-Viertelfinalspiel an der Alten Försterei mit 0:1 durch ein dummes Tor in der 90. Minute. Union schlug im Halbfinale Mönchengladbach und traf im Finale auf Schalke 04. Das einzige Zweitligaduell in Berlin verlor der VfL ebenfalls mit 0:1. Allesamt Aussichten auf einen trüben Montagabend mit einer Flasche Fiege...

16. Spieltag 12.12.2010 (Sonntag)
VfL Bochum 1848 - VfL Osnabrück
Als ob es kein Ende nehmen würde. Der VfL Osnabrück gastierte in der Relegation 1971 in Bochum (3:1, Hartl, 2x Walitza) und danach nie mehr wieder. Dabei ist der andere VfL auch ein durchaus sympathischer Verein mit Tradition, begrenzten Möglichkeiten und treuen Fans. Diese haben ebenfalls mehrfach Höhen und Tiefen durchleben müssen und sehen in der zweiten Liga wohl mittlerweile auch nur eine Pause von der Dritten Liga... - Zumindest dürfte uns eine stattliche Kulisse im Gästeblock erwarten. Ein klassisches Freitagsspiel, leider am 3. Adventssonntag.

17. Spieltag 17.12.2010 (Freitag)
MSV Duisburg - VfL Bochum 1848
Mit Duisburg-Wedau verbinden mich so eindeutige Erinnerungen, wie mit keinem anderen Stadion (außer der Krefelder Grotenburg). In meiner Erinnerung hat es immer geregnet, es gab immer Anreiseprobleme und der VfL hat nie gewonnen. Zumindest letzteres lässt sich für meine aktive Zeit zwischen 1982 und 2001 belegen. Der MSV sollte einem am Herzen liegen, der hat die gleichen Probleme wie der VfL und versucht daraus auch verzweifelt, das Beste zu machen. Die Duisburger liegen in der ewigen Bundesligatabelle knapp hinter dem VfL und haben in DFB-Pokal-Finalen einmal mehr verloren als der VfL. Auch im UEFA-Cup gab es ein traumatisches Erstrunden-Erlebnis gegen einen belgischen Vertreter: 1998/99 1:1 und 0:5 gegen KRC Genk. Uns erwartet ein Duell bei Regen,...