Dienstag, 14. Dezember 2010

Steigerung ja - aber es reicht nicht

Nun gehöre ich nicht zu denjenigen, die alles schlecht reden, die Nadel im Heuhaufen suchen oder verzweifelt versuchen Belege für eigene These oder ein eigene Vorurteil zu finden. - Ich kann aber in keinem Fall die euphorischen Bewertungen des reviersport nachvollziehen, die z.B. Tese eine 1 und Saglik eine 2- gibt. (Vergleich Kicker: Tese 3, Saglik 3,5 / Vergleich 18:48: Tese 3,5 / Saglik 4).

Ich habe mich über den dritten Sieg in Folge gefreut uns bereits vor dem Spieltag so lange am Kicker-Tabellenrechner rumgemacht, bis der VfL nach dem 19. Spieltag durch ein 2:0 gegen Aue an der Tabellenspitze steht. Eine Spielerei, die ich nach dem Sieg von Augsburg jedoch modifizieren musste. Es wird wohl erst am 21. Spieltag und dem Sieg in Augsburg so sein...

Der Sieg gegen Osnabrück hat nach meiner Einschätzung wieder sehr deutlich gemacht, dass der VfL enorme Probleme hat, ein vernünftiges Angriffsspiel aufzuziehen. Man kann es zwar jetzt positiv mit Geduld oder Wille umschreiben, für mich war es aber vor allem auch ein verzweifelter Auftritt gegen einen sehr schlechten Gegner, der ja bekanntermaßen über 60 Minuten in Unterzahl agieren musste. Wie schon gegen Paderborn fiel dem Jungs auf dem Platz nicht viel Originelles ein. Keine berauschende Einzelaktion. Kein Überraschungsmoment. Keine Kombinationen oder Stafetten. Geduldiges hin- und herspielen und dann der lange Pass auf eine der Spitzen. - Das ist für mich ein Zeichen von mangelnder Qualität, vornehmlich spielerischer Qualität, nur zum Teil von individueller Qualität. Es fehlen kreative Köpfe. Slavo Freier hat zumindest immer mal wieder versucht von außen in die Mitte durchzudringen, hat damit Freiräume außen geschaffen und die Bälle dann auch versucht dorthin zu spielen. Am Sonntag schienen einzig Kopplin (!) und Rzatkowski dieses zu versuchen. Zwischen dem Mittelfeld und dem Sturm klafften räumliche und geistige Lücken. Da muss etwas verändert werden.

Maric und Federico haben nicht die Leistung gezeigt, die auf der offensiven Mittelfeld-Position nötig ist, um die Stürmer in Szene zu setzen. Ob Azaouagh noch einmal die Chance bekommt ist genau so fraglich, wie die Frage ob er diese Chance nutzen kann. Hier sehe ich momentan die allergrößte Baustelle beim VfL.

Auffällig ist auch, dass der VfL bei mehreren Spielen, vor allem auswärts, nicht in der Lage war, sich den Angriffen des Gegners intelligent entgegenzustellen. Der Einsatz stimmte, aber nicht mehr. Wenige Konterchancen wurden eingeleitete, wenige davon zu Ende gespielt und (ich glaube) keine zum Torerfolg gebracht. In Düsseldorf, Cottbus und Berlin-Köpenick war das zuletzt zu beobachten. In Cottbus wurde die Führung verspielt, gegen Düsseldorf und Union nur mit viel Glück gewonnen. Aber auch das greift in das oben beschriebene Problem hinein. Beim VfL ist keine spielerische Linie, kein System und keine einstudierten Spielzüge zu erkennen. Damit kann man zwangsläufig nicht oben mitspielen.

Der Konter in der Nachspielzeit gegen Osnabrück fasst das Geschriebene in Bildern zusammen.
(Bild: vfl-bochum.de)

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