Samstag, 18. Dezember 2010

Zeit der Veränderungen

Nach dem letzten Hinrundenspiel steht beim VfL jetzt eine Zeit der Veränderungen an.
Am Montag wird bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der Aufsichtsrat neu zusammengestellt und die Ära Werner Altegoer offiziell beendet. Bereits begonnen hat die Kaderbereinigungsaktion. Doch der Reihe nach:

Mit einem 1:0 beim MSV Duisburg beendet der VfL die Hinrunde und setzt seine Siegesserie fort. In einem weitgehend ausgeglichenen Spiel vollendete Christoph Dabrowski einen Konter. Der mustergültige Pass kam von Tese. Letzte Woche wurde eine solche Chance durch Saglik/Johansson noch vergeben. Das Spiel des VfL glich in vielen Bereichen den letzten Auftritten, wobei die Lücke zwischen Mittelfeld und Angriff diesmal nicht so groß wirkte. Die drei Offensivkräfte Dedic, Saglik und Tese hatten wohl die Marschroute, auch Spielaufbauarbeit zu leisten. Dem kam besonders Saglik nach, der einen engagierten Auftritt ablegte. Während seine Körpersprache gepaart mit seinem Einsatz die Mitspieler und die Anhänger mitzureißen vermochte, wirkt Tese mehr und mehr wie ein Fremdkörper. Fixiert auf Einzelaktionen und oft am lamentieren läuft das Spiel mehr und mehr an ihm vorbei. Zumindest ein Wutausbruch von Funkel wurde bildlich festgehalten. Der Trainer muss die Winterpause nutzen, um Tese wieder in die Teamspur zu bringen. Während im Mittelfeld Johnansson und Dabrwoski wieder einen soliden und guten Job ablieferte, ist bei Vogt spürbar, dass er noch Zeit braucht. Gleiches gilt für Ostrzolek, der überraschend in der Startelf stand und seine Aufgabe gut erledigte. Auffällig besonders in der Anfangsphase war Anthar Yahia, bei dem man zeitweilig vermutete, er habe eine Wette am Laufen... - Ein großes Lob geht an Andreas Luthe, der wiederholt einen starken Auftritt ablegte und dem VfL die Punkte rettete.

In der Halbzeitpause machte Thomas Ernst im Sky-Interview noch einmal deutlich, dass es in der Winterpause zu Veränderungen im Kader kommen soll. Kurz zuvor wurde bekannt, dass Milos Maric ab sofort einen neuen Arbeitgeber hat. Der 10er wird sein Können nun beim Lierser SK unter Beweis stellen. Auf konkrete Namen wollte sich Ernst nicht festlegen, auf Federico angesprochen räumte er ein, dass man ihn noch nicht abgeschrieben habe und darauf hoffe, dass er seine Stärke zurückfindet. Auf der Liste der abzugebenden Spieler dürfte in jedem Falle Mavraj stehen, auch eine Trennung von Grote, Pfertzel und Dedic ist denkbar und hängt möglicherweise davon ab, ob für bestimmte Positionen Ersatz geholt werden kann. Die Rückkehr von Bönig in den Kader kann für Entspannung sorgen, auch die Begnadigung von Azaouagh ist denkbar. Auf dem Transfermarkt könnte es diesmal auch spannend werden. Mannschaften wie Schalke wollen ihren Kader ebenfalls bereinigen. Ein Spieler wie Alexander Baumjohann könnte plötzlich interessant werden.

Am Montag folgt Teil II der diesjährigen Mitgliederversammlung. Ernst Otto Stüber, Bernd Wilmert und Hans-Peter Villis stehen im Block zu Wahl und dürften mangels Alternativen auch gewählt werden. Im Vorfeld gaben sie sich transparent und standen Rede und Antwort. Sie sagten zwar nicht viel überraschendes, aber die Art und Weise ihres Auftretens lässt vermuten, dass sie gemeinsam mit Frank Goosen, der bereits in den Aufsichtsrat gewählt wurde, alles im Verein hinterfragen auf die Probe stellen. Ob Thomas Ernst, wie von einigen lautstark gefordert, dieser Probe zum Opfer fallen wird, bleibt abzuwarten. Ich habe eher das Gefühl, dass die Vorstands-Struktur geändert und eine dritte Person hinzukommen wird. Damit könnte der Bereich Sport vom Bereich Marketing/Kommunikation gelöst werden und beiden Aufgaben gestärkt werden. Der Aufsichtsrat hat zudem die Aufgabe, weitere Personen für das Gremium zu gewinnen. Durch die Wahl von Wilmert und Villis werden auch ihre Plätze als kooptierte AR-Mitglieder frei. Bis zur ordentlichen Mitgliederversammlung 2012 sollten sich die Strukturen hoffentlich gefestigt haben und die wichtigen Baustellen bearbeitet werden. Dazu gehört auch, die Kommunikation nd das Verhältnis zu den Fans weiter zu verbessern. Besonders dies wurde auch beim Stammtisch der Initiative WirsindVfL mit Ernst Otto Stüber in der vergangenen Woche diskutiert. In der witterungsbedingten kleinen Runde gab sich der ehemalige Bochumer Oberbürgermeister recht volkstümlich, machte aber auch deutlich, dass er sich noch in die bevorstehenden Aufgaben reinarbeiten müsse. Die mangelnde Erfahrung und sportliche Kompetent wurde dann auch folgerichtig hinterfragt. Stüber sah dies nicht als Problem an und hinterlies damit unfreiwillig die Sorge, dass im neuen Aufsichtsrat jemand fehlt, der sportliche Konzepte und Maßnahmen fachkundig hinterfragen und bewerten kann.

Hoffentlich wird in der momentanen Phase nicht vergessen, die zwingend notwendigen mittelfristigen und langfristigen Veränderungen anzugehen. Es ist zu wünschen, dass die Initiative WirsindVfL sich auch weiterhin so konstruktiv einbringen kann und der Verein die Chance der Einbeziehung ihrer Fans nutzt Die Mitglieder des VfL sollten am Montag auch dem scheidenden Aufsichtsrat und besonders Werner Altegoer die Friedenspfeife anbieten. Eine Entlastung des alten Aufsichtsrates mit einer überwältigen Mehrheit sollte für alle VfLer eine Frage der Ehre sein.
(Bild: vfl-bochum.de)

Update: Meldung im reviersport

1 Kommentar:

  1. Hallo Marcus,

    hoffe das ihr ganz schnell wieder im Oberhaus seid und wir nicht absteigen... Auswärtsspiele in Bochum haben immer viel Spaß gemacht... einen schönen Blog hast du :-) LG Björn
    http://nach-dem-spiel-ist-vor-dem-spiel.blogspot.com/

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