Die Unzufriedenheit im Umfeld des VfL Bochum sucht sich verschiedene Kanäle, um zum Teil möglichst deutlich, zum Teil möglichst gewalt(ät)ig und zum geringen Teil sachlich und konstruktiv weitere Betroffene zu erreichen und vielleicht etwas zu ändern. 18:48 hat sich diese Kanäle einmal angeschaut:Kanal 3: Der Foren-Kanal
deutlichen Worten Veränderungen im Verein. Das ist sehr mutig. Leider fehlen jetzt noch die VfL-Fan-Promis drei bis elf, die mit ähnlichen Veröffentlichungen den Druck auf dem Kessel und die Diskussionen am kochen halten. Es ist zu hoffen, dass die beiden auch die weitere Entwicklung begleiten, sich weiter zu Wort melden und sich nach Möglichkeit einsetzen und ihre Bekanntheit und Kontakte nutzen, um konstruktiv positive Veränderungen zu erreichen. Prädikat: UnverzichtbarKanal 5: Der Sozialpädagogische 68er-Kanal
Der Im Februar 2009 gegründete Fan-Club "Klartext 1848" schreibt über sich: "Unser Ziel ist es offen und klar auf Missstände hinzuweisen, die sich in unseren Augen bei unserem VfL Bochum 1848 auftun." Also eine eher unklassische Fan-Club Motivation. Und so lesen sich die manifestierten Forderungen der Klartext-Truppe dann auch als eine recht willkürliche und teilweise unkonkrete Auflistung von selbstempfundenen Fehlern im System:1. Erarbeitung eines Konzeptes zur Vorlage bei der nächsten JHV. Dieses Konzept soll folgende Punkte enthalten:
- Änderung der Satzung betreffend der Aufsichtsratswahlen.
- Forderung nach einem klaren Konzept für Jugendarbeite.
- Aufbau eines effektiven Scoutingsystems.
- Umstrukturierung der Presseabteilung und damit eine Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit.
- Verbesserung der Kommunikation mit den Fans.
- Erweiterung der Kompetenzen des Vorstandes.
2. Bildung einer Oppositionsbasis im Bereich der Mitglieder des VfL.
3. Aufbau von Druck auf den Aufsichtsrat, um möglichst schnell eine Alternative für den Vorstand Sport zu finden.
4. Aufbau eines Kreises von Kandidaten für den Aufsichtsrat.
5. Schaffung einer eigenen Identität VfL Bochum.
6. Offenlegung der Lizenzsierungsunterlagen DFB/DFL, denn es kann nicht sein, dass andere Vereine immer mehr Schulden aufbauen, ohne dabei Konsequenzen fürchten zu müssen, während uns angeblich völlig die Hände gebunden sind.
Im ihren Wake-up-Newslettern analysieren die Klartextler dann u.a. auch: "Es muss versucht werden finanzkräftigere Partner für den Verein zu gewinnen." und ganz erleuchtet "Der jetzige Aufsichtsrat verfügt über zu wenig sportliche Kompetenz. Bis auf Herrn Goldmann sollte da bei den nächsten Wahlen niemand mehr berücksichtigt werden." Das klingt alles nach UNI-Vollversammlung und 68-er Weltverbesserungsdiskussionsrunden. Es wird sich nicht auf das Wesentliche konzentriert und es steht zu befürchten, dass die Diskussionsrunde am 4. Juni auch nicht viel weiterführen wird. Prädikat: Gut, dass wir drüber gesprochen haben.
Kanal 6: Der Sammelkanal
Schon rund 200 Personen (u.a. Ben Redeling und Uwe Fellensieck) und Gruppen haben sich der Initiative "Wir sind VfL" angeschlossen und ein entsprechendes Manifest unterzeichnet:
Unsere Initiative vertritt fünf Punkte für einen neuen VfL:
1. Wir fordern alle VfL-Fans auf, Mitglied des Vereins zu werden (Download der Beitrittserklärung). Die Mitgliederversammlung muss ein breiteres Spektrum der Bochumer Anhängerschaft repräsentieren.
2. Wir wollen eine Öffnung und Demokratisierung der Vereinsstrukturen. Hierzu gehört unter anderem eine Satzungsänderung, die das auf Erhalt bestehender Strukturen angelegte Wahlverfahren aufbricht und die Einzelwahl der Aufsichtsratsmitglieder und seines Vorsitzenden ermöglicht. Wir fordern einen modern denkenden und für Innovationen aufgeschlossenen Aufsichtsrat.
3. Wir fordern den Aufsichtsrat auf, einen neuen Sportvorstand mit den genannten Kompetenzen und Befugnissen einzustellen, der ein klares Konzept für die sportliche Zukunft und zur Umsetzung des „Leitbilds“ erarbeitet.4. Ein wesentlicher Teil dieses Konzepts muss ein Nachwuchsmodell sein, das dazu führt, dass der VfL in Zukunft mehr junge Talente aus den eigenen Reihen in seine erste Mannschaft integrieren kann.
5. Wir fordern eine offene VfL-Fankonferenz, auf der diese Konzepte vorgestellt und diskutiert werden.
Auch ich unterstütze die Initiative, auch wenn ich Punkt 3 der Forderungen für zu voreilig halte und gerade hier zuvor eine intensivere Befassung mit der Person, der Aufgabe und der Arbeit erwarte (Punkt 5?). Die Medien haben die Aktion ebenfalls wahrgenommen, was für einen Erfolg zweifellos notwendig ist. Bleibt zu hoffen, dass konstruktiv und weiter gearbeitet werden kann, vernünftige Diskussionsrunden und ggf. Arbeitsgruppen nächster Schritte vorbereitet werden und auch ein sachlicher Austausch mit der jetzigen Vereinsführung angestrebt wird. Prädikat: Vielversprechend. Wenn nicht so, wie dann?
Fortsetzung folgt














