Sonntag, 23. Januar 2011

Bettlermentalitäten

Wundern die Finanznachrichten einiger Profivereine eigentlich wirklich noch?

Während der Existenzkampf z.B. bei Arminia Bielefeld ja leicht zu erklären war, überrascht es jetzt, das sich die abgeschlagenen Ostwestfalen noch einmal verstärken können und sogar Spieler wie Baumjohann Jendrisek von Schalke 04 ein Thema waren.

Die Schlagzeilen bei Schalke 04 bedürfen eigentlich keiner weiteren Kommentierung. Zwar konnten durch die CL- und DFB-Pokal-Erfolge Zusatzeinnahmen erzielt werden, die werden durch das schwache Abschneiden in der Bundesliga aber gedrückt. Die Perspektive europäischer Wettbewerb in der nächsten Saison wackelt gehörig. So wurden die Fans mittels einer Anleihe um 11 Mio. Euro angepumpt. Der Verkauf von Manuel Neuer könnte noch einmal Geld in die Kasse spülen, aber dann kann bei Königsblau nicht mehr viel zu Geld gemacht werden.

Nachdem der Hamburger SV für seine Geldspritze in Höhe von 12,5 Mio. Euro eine Beteiligung an diversen Spielern veräußert hat, wird sich nun wohl auch Hertha BSC dieser Möglichkeit bedienen. Der mit 39 Mio. Euro verschuldete Hauptstadt-Klub soll eine "Spende" von 8 Mio. Euro zur Schuldentilgung erhalten haben.

Üblich geworden sind mittlerweile der Verkauf von zukünftigen Einnahmen, seien es Transfers, Zuschauer- oder sonstige Einnahmen. Diese Geschäftsmodelle beruhen immer auf der Hoffnung, dass es sportlich und damit auch finanziell wieder aufwärts geht. Das mag bei dem einen oder anderen Club sogar gut gehen, aber unter dem Strich können nicht alles Mannschaften aufsteigen oder sich für europäische Wettbewerbe qualifizieren. Umso erfreulicher, wenn Mainz und Hannover mit bescheideneren uns bodenständigeren Mitteln zwei derjenigen Plätze einnehmen, die andere dringend benötigen, um ihr Finanzharakiri weiter treiben zu können.

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