Samstag, 15. Januar 2011

Mit dem Glück im Bunde und einem Finger an Platz 3

Fünf Siege in Folge und zumindest vorrübergehend punktgleich mit dem Tabellendritten. Da sollte sich fast jedes kritische Wort verbieten. Aber gerade wenn man nun wieder offen vom möglichen Wiederaufstieg sprechen will, sollten Schwächen und Defizite angesprochen werden. Denn sonst kann der momentane Höhenflug schlagartig in einem mächtigen Kater enden.

Mehr als ein Kater waren auch die Münchner Löwen am Samstag nicht. Ein maximal durchschnittlich starker Gegner. Der VfL war über weite Strecken des Spiels die bestimmende Mannschaft und lies, zehn Minuten ausgenommen, sehr wenig zu. 22:5 Torschüsse, 8:3 Ecken und 510 Pässe (davon 433 zu Mitspielern und 291 in der gegnerischen Hälfte) sprechen eine deutliche Sprache. Der Ball wurde sicher gespielt, das Mittelfeld stand sehr gut. Die Mannschaft wirkte sicher und selbtbewusst. Dennoch offenbarte der VfL, wo es noch mangelt:

Die mangelnde Kreativität im Sturm zeigte sich einmal mehr. Dedic findet kein Durchkommen und ist in 1:1 Situationen überfordert. Seine Abschlüsse sind zwar zielstrebig, aber selten gefährlich. Motivation und Laufbereitschaft sind ok, aber das alleine genügt nicht. Federicos knüpfte bei seiner Rückkehr nahtlos dort an, wo er beim 1:4 gegen Ingolstadt aufgehört hat. Dier Möglichkeiten, die sich ihm boten wurden kläglich vergeben. Einzig die Vorlage zum 3:1 war sehenswert. Deutlich besser hingegen Azaouagh und Aydin. Aza lies seine technischen und läuferischen Fähigkeiten öfter aufblitzen und war gefährlichster Bochumer. Aydin zeigte nach seiner Einwechslung Vollstreckerqualitäten und hatte sogar noch seinen zweiten Treffer auf dem Scheitel. Insgesamt konnte die Bochumer Offensive abermals nicht überzeugen. Und so war es nicht verwunderlich, dass wieder einmal Dabrowski die Dinger versenkt, welche die klassischen Stürmer versemmeln. Hier ist meiner Meinung nach noch ein Qualitätssprung, ggf. auch durch eine Neuverpflichtung, notwendig. Wenn Freier als Back-up für die Abwehr gedacht wird, dann sollte man schnellstens auch über ein Back-up für die Freier-Position nachdenken, zumal er mit einem möglichen Innenbandschaden wohl einige Zeit ausfallen wird.

In der Abwehr war es wieder einmal Anthar Yahia, der negativ auffiel. Waren seine beiden Kopfballchancen zu Spielbeginn zu ungenau, so leistete er sich in der Abwehr mehr als den einen Fehler, der zum zwischenzeitlichen Ausgleich führte. Der VfL sollte für die Innenverteidigung dringend eine langfristige Alternative auftun.

Der Sieg war verdient, die Bochumer Führungen mittels Elfmeter und Löwen-Platzverweis sowie Torwartfehler allerdings überaus glücklich. Wichtig ist, dass der VfL (anders als einige Aufstiegskonkurrenten) gut aus der Winterpause gekommen ist und die jungen Spieler (Ostrzolek, Vogt, Aydin) gute Partien ablieferten. Jetzt folgen mit Aue und Augsburg zwei richtige Gradmesser. Vier Punkte wären sensationell gut.

(Bild: Aydin trifft bei seinem Zweitligadebüt. / Quelle: vfl-bochum.de)

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