Freitag, 21. Januar 2011

Veilchen rasieren

Mit dem FC Erzgebirge Aue tritt am Montag die Mannschaft mit den gefühlten kürzesten Frisuren der Liga im revirpower-Stadion an. Die Veilchen bleiben bis dato weiterhin das Überraschungsteam der Liga und, bei einem ausstehenden Nachholspiel, Spiel mittendrin im Aufstiegsrennen.

Die Erzgebirgler überzeugen vor allem zu Hause, getragen vom leidenschaftlichen Publikum. Dort gab es 7 Siege (4 x 1:0, 2:1, 3:2 und 2:0) und ein Remis (1:1). Auswärts ist die Bilanz durchwachsen. Siegen in Paderborn, Bielefeld und Fürth stehen drei Remis (1860, Union, Karlsruhe) und drei gegentrefferreiche Niederlagen (2:3 in Osnabrück und zuletzt 0:6 in Cottbus und 0:2 bei Hertha) gegenüber.

Gegen Ingolstadt, Düsseldorf und zuletzt gegen Paderborn wurde in den letzten Minuten erfolgreich auf's gegnerische Tor gedrückt und so zusätzliche Punkte eingefahren. Das alles macht deutlich, wie der VfL den Gegner knacken kann:

Die spielerische Qualität ist beim VfL größer, das haben auch die beiden letzten Spiele gezeigt. Aber der VfL muss von Beginn an das Spiel an sich reißen und Aue kämpferisch Paroli bieten. Denn hier liegt wohl die größte Chance der Gäste: Über 90 Minuten dagegenhalten. Beide Teams haben in der Offensive Schwächen. Von Aues etatmäßigen Stürmern hat bisher nur Enrico Kern getroffen (2). Top-Scorer sind Mittelfeldspieler Marc Hensel (6) und Innenverteidiger Thomas Paulus (4). Bochum Siegesserie war u.a. den drei Auswärtstreffern von Christoph Dabrowski geschuldet. Die Stürmer konnten, trotz der Tore von Tese (2), Dedic (2), Saglik (1) und Aydin (1), nicht so recht überzeugen und kamen zu oft nicht zum Abschluss bzw. vergaben gute Chancen. Tese, Dedic und Saglik haben allesamt noch gewaltiges Potential nach oben.

In den drei Ligaspielen gegeneinander fiel jeweils nur ein Treffer. In Bochum sorgte van Hout vor fünf Jahren für den Sieg. Im Rückspiel traf Czyszczon (Ein Name, wie für's Glücksrad gemacht). Das Hinspiel in dieser Saison und der Treffer von Schlitte dürfte allen noch vor dem Sport1-Auge geläufig sein. Die damalige Startaufstellung (Heerwagen - Kopplin, Maltritz, Mavraj, Grote - Dabrowski, Maric - Federico, Toski - Saglik, Chong Tese) dürfte nur bedingt etwas mit der Elf gemeinsam haben, die Montag auflaufen wird. In der Abwehr stellt sich die Frage, ob Bönig oder Ostrzolek auflaufen wird. Im Sturm sind vielfältige Kombinationen mit Dedic, Tese, Aydin und Saglik denkbar, zumal ein Einsatz über 90 Minuten für Aydin und Tese noch zu viel sein könnten. Im Mittelfeld ist Azaouagh wieder gesetzt, Federicos Einsatz hingegen fraglich. Für ihn könnte Rzatkowski wieder dabei sein. Für eine offensivere Variante mit zwei Stürmern könnte Vogt im Mittelfeld (Azaouagh, Rzatkowski, Dabrowski und Johansson) geopfert werden.

Uns erwartet ein Schlüssel-Spiel, in dem alles möglich scheint. Ich bin sicher, Aue schießt kein Tor. Hoffen wir, dass der VfL trifft...

Mein Tipp: VfL Bochum - FC Erzgebirge Aue 3:0

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