Mittwoch, 2. März 2011

Berlin, Brazzo, Scharinger - Zu Karneval in Bochum

Der MSV hat das DFB-Pokalfinale erreicht. Herzlichen Glückwunsch. Der MSV ähnelt dem VfL in vielen Dingen. Graue Maus zwischen 1. und 2. Liga. Kritisches Publikum und gegenüber der Konkurrenz aus dem Umland (u.a. Mönchengladbach, Leverkusen, Schalke, Dortmund) in vielen Bereichen restlos unterlegen. Die Zebras haben sich den Finaleinzug leidenschaftlich erkämpft. Ein funktionierendes Team, wie man auch nach dem Schlusspfiff deutlich erkennen konnte, und derzeit eine enge Verbundenheit zu den Fans. Ich wünsche dem MSV alles Gute in Berlin und hoffentlich auch in der Europa League!!!

Verkehrte Welt herrscht derzeit im VfL-Forum von Westline. Auch wenn die Lautstarken nicht zwingend die Mehrheitsmeinung wiedergeben, die Bewertung der momentanen Situation muss vielen Beobachtern als irreal vorkommen. Nach 28 Punkten aus elf ungeschlagenen Spielen hagelt es Kritik an der Spielweise des VfL. Bei den Spielen in Bielefeld und Fürth habe man es versäumt, die Führung auszubauen und die Spiele und somit wichtige Punkte noch aus der Hand gegeben. So richtig das ist, so sehr wird doch die Gesamtentwicklung dabei vernachlässigt. Mit der gleichen Taktik gewann der VfL seine Auswärtsspiele in Düsseldorf, München, Berlin und Augsburg. Sicher etwas glücklich, aber gerade das Spiel Augsburg-Aue hat jüngst gezeigt, dass man eine Führung auch mit offensiverer Spielweise aus der Hand geben kann. Zu kritisieren ist aus meiner Sicht eher das Konterspiel und die Chancenauswertung des VfL in solchen Situationen. Daran muss gearbeitet werden.

Die, nennen wir sie einmal, sachliche Einstellung von Friedhelm Funkel wird allerdings zwangsläufig zu Problemen führen. Nämlich spätestens dann, wenn die zwar engagierte aber oftmals wenig offensiv-attraktive Spielweise des VfL nicht mehr den Erfolg bringt. Irgendwie ähnelt das an die Koller-Ära, die zwar rein sachlich erfolgreich war, aber letztendlich ungemein ermüdend und emotionslos. Ein schwerer Weg, den Friedhelm Funkel vor sich hat. Da sind dringend Spieler mit genialen Momenten notwendig. Wie passt da doch die Meldung, dass Hasan Salihamidzic im Anflug sein soll...

Am Karnevalssamstag empfängt der VfL den KSC mit seinem neuen Trainer Rainer Scharinger. Ein Trainerwechsel soll ja manchmal Wunder wirken. Und ein 1:4 gegen Ingolstadt soll auch bei einem anderen Verein schon mal der Wendepunkt zum Guten gewesen sein... Trotzdem ist der VfL Favorit und sollte vor guter Kulisse den sechsten Heimsieg in Folge einfahren und die rechnerische Chance wahren, aus eigener Kraft den direkten Wideraufstieg schaffen zu können.

In der Abwehr ersetzt Bönig den gesperrten Ostrzolek. Im Mittelfeld dürften Johansson, Dabrowski und Vogt gesetzt bleiben, ebenso Aydin im Sturm. Azaouagh, Korkmaz, Saglik und vielleicht sogar Tese dürfen sich Chancen für die Startelf ausrechnen. Aber vielleicht überrascht Funkel die Zuschauer einmal mehr.

Die Bilanz gegen Karlsruhe ist gut. Zu Hause gab es 14 Siege und jeweils fünf Niederlagen und Punkteteilungen. Die Badener gewannen ihr letztes Auswärtsspiel mit 2:1 in Frankfurt. Zuvor blieb man auf fremden Plätzen bei drei Remis und acht Niederlagen sieglos.

Mein Tipp: VfL Bochum - Karlsruher SC 3:0

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