Montag, 4. April 2011

Pyrokultur stoppen!

Alemannia Aachen - VfL / Bild von www.1848er.eu
Nun hat Bochums Finanzvorstand Ansgar Schwenken sich des Themas noch einmal öffentlich angenommen und in einem Interview mit reviersport einen Preis-Aufschlag für Auswärtstickets ins Gespräch gebracht. Damit sollen die regelmäßig auflaufenden Strafen des DFB wegen des Abbrennens von Rauchbomben und anderer pyrotechnischer Gegenstände im Bochumer Block bei Auswärtsspielen ein Stück weit gegenfinanziert werden. Ein Vorschlag, der in der Praxis kaum umzusetzen sein wird, aber der das Thema vielleicht noch einmal nachdenkenswert ins Bewusstsein der VfL-Anhänger bringt. In diese Richtung ist sicherlich auch das Thema des nächsten Fiege-Fan-Abends zu verstehen: Um Sicherheit im Stadion gehts am 6. April, bevor am 9. April im Mitgliederforum des VfL eine Arbeitsgruppe zum Verhältnis Fans und Verein aktiv werden wird.

Pyrotechnik legalisieren
Es ist leider mittlerweile Routine geworden, dass bei Auswärtsspielen zu Beginn und gelegentlich auch während des Spiels Bengalisches Feuer und Rauchbomben gezündet werden. Manchmal kommt noch anderer Hokuspokus hinzu, zum Beispiel Knallkörper. Es hagelt regelmäßig Geldstrafen des DFB von ein paar tausend Euros, die von den betroffenen Clubs umgehend akzeptiert und gezahlt werden. Das Phänomen ist freilich keines, welches nur den VfL betrifft. Aktuell steht Fortuna Düsseldorf kurz vor einer Platzsperre oder einer ähnlichen Maßnahmen, wie sie der VfL Dank einiger seiner Anhänger schon zweimal erleiden mussten. Der direkte finanzielle Schaden ist hierbei ebenso erheblich, wie der Imageschaden. Hansa Rostock hat damit seit vielen Jahren leidvolle Erfahrungen, auch wenn die Problematik hier über das Abbrennen von Pyro weit hinausgeht und mit massiver Gewalt und Sachbeschädigung einhergeht.

Arminia Bielefeld - VfL / Bild von www.1848er.eu
Doch wie soll mit diesem Phänomen umgegangen werden? In Bochum bekennen sich die Ultras zu dieser Art von Fan-Kultur und Unterstützung der Mannschaft. Dich sie sind eine Minderheit der Zuschauer und eine Minderheit der Mitglieder. Gleichwohl nehmen sie sich heraus, bestehende Regeln zu brechen und damit andere direkt (durch ihre Aktion im Stadion) und indirekt (durch die folgenden Strafen bis hin zur Block- und Platzsperre) in Mitleidenschaft zu ziehen. Das ist zwar an sich beklagenswert, aber es findet auch keine Gegenwehr der anderen Zuschauer statt. Viele von diesen pfeifen zwar, wenn in Bochum die Gästefans abfackeln, aber bei den Auswärtsspielen werden solche Aktionen im eigenen Block anscheinend geduldet, wenn nicht sogar heimlich begrüßt. Das muss aber nicht so sein und bleiben: Als im November 2008 eine Minderheit im Bremer Fan-Block beim Auswärtsspiel in Bochum in ähnlicher Form eine Bühne suchte, zeigten die Bremer Anhänger Zivilcourage und wehrten sich dagegen.

Es wird Zeit, dass sich was regt. Wir sollten es uns nicht weiter gefallen lassen, dass eine ignorante Minderheit
eine Subkultur zu etablieren versucht und eine Kurve bzw. einen Verein für die eigenen Interessen bzw. außersportlichen Vorlieben zu vereinnahmen. Pyrotechnik gehört nicht zu usnerer Fußball-Kultur!

Als mögliche und zu diskutierende Maßnahmen kann ich mir mehrere vorstellen, wobei ich nicht jede davon begrüßen würde. Aber vielleicht hilft eine Diskussion darüber weiter und führt dazu, dass die Fans dieses Problem einmal selbst in die Hand nehmen:
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1) Verzicht auf das Auswärtskontigent von Stehplatzkarten.
2) Verbot von Fahnen, Doppelhaltern, etc. im Gästeblock.
3) personifizierte Eintrittskarten.
4) mehr Ordner und Polizei.
5) Strengere Stadionverbote und Strafen durch Vereine und Gerichte.
6) organisierte Aktion der anderen Fans.

1 Kommentar:

  1. Die Diskussionen gibt es schon lange, der Effekt: es wird eher mehr als weniger.
    Den DFB freuts, die Portokasse bleibt prall gefüllt.

    http://santapauli.wordpress.com/2010/10/11/pyro-im-stadion-ist-kein-verbrechen/

    Wie Ihre Vorschläge kommentiert werden, da habe ich jetzt schon eine ungefähre Vorstellung. Stichwort Fanrechte und Repression.

    Aber man sollte nie aufgeben.

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