Montag, 31. Dezember 2012

VfL 2013

Ein neues Jahr. Wieder neue Hoffnung. 2012 ist besser zu Ende gegangen, als es lange Zeit aussah. Der VfL taumelte von einem Tiefpunkt um nächsten. Die Saison 2011/12 wurde gerade so in Ziel gerettet. 2012/13 sollte alles besser werden. Doch Trainer Bergmann war weg, bevor der Winter kam. Mit seinem Ex-Co Karsten Neitzel veränderte sich erst einmal nict viel. Warum auch? Doch zum Ende gab es 3 Siege mit 10:0 Toren und den Einzug ins Pokalviertelfinale. Das lässt hoffen, doch die Gefahr eines Rückfalls ist da. Denn der VfL ist halt der VfL...
 
Allerdings glaube ich, dass der VfL die Saison ordentlich über die Bühne bingt und zwischen Platz 9 und 12 landen wird. Selbst eine Pokalsensation ist dem Team zuzutrauen, in Stuttgart kann man jederzeit gewinnen. Das hat Hoffenheim und Molde auch geschafft und im Achtelfinale war Zweitligist Köln ebenbürtig.
 
Also hoffen wir auf ein gutes Jahr 2013. Ein paar mehr Zuschauer, einen Zahlungseingang aus der Türkei, noch eine Saison mit Goretzka, wenigen Verletzungen (auch wenn dieser Wunsch für Dabro zu spät kommt).
 
Allen VfL-Fans und VfL-Freunden ein gutes Jahr!
Wen lieben wir???

Dienstag, 18. Dezember 2012

Abseits und Eigentor

Mit einem 4:0 feierte der VfL den zweiten Sieg der jungen Rückrunde, revanchierte sich für die gleichhohe Peite in der Hinrunde und gab den rund 10.000 Zuschauern ein Stück Hoffnung zurück. Hoffnung, die am Mittwoch im Pokal-Achtelfinale gegen 1860 München einem versöhnlichen Jahresabschluss weichen soll. Während die Bochumer Mannschaft (relativ) glänzte spielten sich die unschönen Szenen diesmal im Bochumer Fan-Bereich ab. Die Ultras wollten den 12:12-Aktionen noch eins obendrauf setzen und forderten per Spruchband die Ostkurve zu 90-minütigen Schweigen auf. Eine Anordnung, der umgehend nicht gefolgt wurde. Auch die Trommler in der Ostkurve nutzten ihre Musikinstrumente nicht, auch wenn ein großer Teil der Kurve “Wir wolln die Trommeln hörn“ skandierte. Die Situation zwischen Boykotteuren und Unterstützern eskalierte zeitweilig über die Mittelfinger hinaus und volle Bierbecher wechselten auf kürzestem Wege ihren Standort. „Ultras raus“ und „Ohne Ultras gewinnen wir jedes Spiel“ schallte durchs Stadion. Unbeeindruckt vom Support-Boykott feuerte ein Großteil der Anhänger von Block A über die Ostkurve bis hin zur Haupttribüne ihre Mannschaft an. Mit Erfolg und mit Freude.

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Zweimal werden wir noch wach

Mindestens haltbar bis...
So ungeheuer wichtig der Sieg in Dresden war, so sehr sollte vermieden werden, diesen Erfolg jetzt wieder als Wendepunkt, großen Schritt nach vorne oder Beleg für eine grundsätzliche richtige Entwicklung zu bewerten. Dass der VfL mit einem 2:0 in die Halbzeit gegangen ist, spottete jeder Statistik. 15:5 Torschüsse, 8:0 Ecken für die Gastgeber, eine Fehlpassquote von 31,5%, unter 40% Ballkontakt und nur 43% gewonnene Zweikämpfe. Zusammen mit dem törichten Platzverweis hätte das Spiel hier bereits für Dynamo Dresden entschieden sein müssen.

Freitag, 7. Dezember 2012

Die Stollen sind wichtig

Die erneute Talfahrt des VfL hat mit Erreichen des 16. Tabellenplatzes zu Beginn der Rückrunde ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht.  Nun folgt das Auswärtsspiel bei Dynamo Dresden und es gehört nicht viel Fantasie dazu, um sich einen verhagelten 2. Advent vorzustellen.

Das Gute vorweg: In Berlin haben die Schönredner einiges besser gesehen als in den Spielen zuvor. Gehört zwar nicht viel dazu, aber immerhin. Trainer Neitzel findet dass die Mannschaft gut trainiert habe. Auch das ist aller Ehren wert, denn das Wetter ist ja eher dazu angetan, sich mit Rücken abzumelden und erst mal ne Runde Wohlfühlpaket abzuholen. Und immerhin wurde das Hinspiel gegen Dresden gewonnen. Wir erinnern uns noch dunkel an das Gefühl, auf dem zweiten Tabellenplatz zu stehen.

Sonntag, 25. November 2012

Ein Schritt vor und zwei zurück...

Hoffnungsträger ?
Wieder einsatzbereit:
Mirkan Aydin
Hoffnunfsträger ?
Wieder eingesetzt:
Nika Gelashvili
Wer tatsächlich den Schönredereien der letzten Tage erlegen war, fand sich am Freitagabend wieder auf dem bitteren Boden der Tatsachen und der Tabelle wieder. Von wegen Mini-Serie, ungeschlagener Trainer Neitzel, grandioser Tasaka, geplatztem Knoten , etc. - Erbärmlich, was der VfL beim Kölner Durchschnittsteam ablieferte. Allen voran und einmal mehr die beiden Außenverteidiger Chaftar und Rothenbach sowie Keeper Heerwagen. Alle drei liegen bei den Kickernoten (weit) unterhalb der 4,0-Grenze. Klar versetzungsgefährdet.
Aber auch der Rest der Mannschaft bot nichts an, was zur Hoffnung Anlass geben könnte. Ideenlos, fahrig, zweikampfschwach, unbeholfen,... - Eine nicht enden wollende Liste. Auch wenn ich mich wiederhole: Nichts, nichts, nichts ändert sich beim VfL. Dass nun die Hoffnungen auf den lange verletzten Mirkan Aydin und den ligauntauglichen Nika Gelashvili gesetzt werden ist genau so bezeichnend wie beängstigend.

Freitag, 23. November 2012

Der unmögliche Versuch eine Bilanz aufzupolieren

Den letzten Auftritt des VfL in Köln habe ich als das schlimmste jemals gesehene Spiel der Bochumer in Erinnerung. Es war der 31. Spieltag des der Abstiegssaison 2009/10 und der VfL hätte den Bock noch einmal umwerfen können. Stattdessen bot der VfL eine unterirdische Leistung, hatte nur eine Chance kurz vor Schluss und verfolgte anscheinend nur ein Ziel auf dem Weg in die Zweite Liga: Trainer Herrlich rauszuwerfen.
Spiele in Müngersdorf sind von je her mit dem Flair des beschissenen Abends gesegnet. Mein erstes VfL-Spiel war am 6. Mai 1977 hier, es gab ein 1:6. Und auch danach gab es nur einem einen Dreier, in Bochums Übersaison 2003/2004, in der Köln auch abstieg. Koller gegen Neururer lautete seinerzeit das Trainerduell. Dazu gab es noch sieben Remis und 25 Niederlagen.

Dienstag, 13. November 2012

So fühlt sich Organabstoßung an...

(Noch) keine
rote Laterne
Zwei ereignisreiche Wochen liegen hinter uns. Wegweisende Spiele und weitreichende Entscheidungen. Doch was hat sich unterm Strich geändert und wie steht der VfL nun gegenüber seiner Philosophie und seinen Ansprüchen dar? Sportvorstand Jens Todt hat diese Woche in einem Interview ausführlich Stellung bezogen. Doch sachlich betrachtet gibt es nicht viel Neues beim VfL. Die Probleme bleiben ebenso die Gleichen wie die sportliche Entwicklung. Kein Trainer (und es waren immerhin fünf) hat es nach der Entlassung von Marcel Koller im September 2009 geschafft, eine Mannschaft zu bauen, die den selbstgestellten Ansprüchen genügt.


Samstag, 10. November 2012

Stimmungswechsel auf St. Pauli bestätigen

So schnell geht das. Ein mühevoller Sieg beim Viertligisten Havelse, ein glücklicher Punkt nach einer Kampleistung gegen Cottbus, ein gutes Pokallos und die Kehrtwende bei der Trainersuche. In Bochum schaut man plötzlich wieder hoffnungsvoller in die Zukunft. Dabei signalisieren die nackten Zahlen weiterhin anderes: Acht Ligaspiele ohne Sieg, gerade mal zwei Auswärtstore und nur einen Punkt vor dem letzten Tabellenplatz. Die Probleme der Bochumer wurden auch beim Spiel gegen Cottbus deutlich. Die anfällige Abwehr macht große Sorgen, es fehlen auf den Außenbahnen Alternativen. Im Sturm ist die Durchschlagskraft nicht mal ansatzweise zu erahnen. Ob Dedics Tor ein Schlüsselmoment für ihn war und der gerade am Vater werdende slowenische Nationalspieler nun sein anderes Gesicht zeigt ist momentan nicht mehr als ein frommer Wunsch. Obwohl das Spiel in St. Pauli für ihn gerade Recht kommen könnte, denn der Gegner dürfte nach acht Punkten aus den letzten vier Spielen weiter nach oben streben wollen. Auskontern ist da angesagt.
 
Über die Ausfälle, insbesondere Sinkiewicz und Freier brauchen wir nicht zu sprechen. Sie werden weitere Lücken hinterlassen. Iashvili dürfte zurück in Stammformation kommen, Dabrowski, Kramer, Tasaka und Ortega bieten sich als Alternativen fürs Mittelfeld an. Ob Heerwagen oder Luthe im Tor stehen werden ist, glaube ich, egal.
 
Mein Tipp: FC St. Pauli - VfL Bochum 3:0

Freitag, 2. November 2012

Ruhe vorn im Sturm

Natürlich ist eine gewisse Erleichterung zu vermelden. Hätte man das Spiel in Havelse vergeigt, dann wäre tatsächlich "Hängen im Schacht" angesagt. Jetzt hat man zumindest etwas Zeit und etwas Geld gewonnen. Die grundsätzlichen Probleme bleiben aber und die Sorge, dass uns diese am Sonntag erneut auf die Füße fallen, ebenso.

So zeigt sich, dass der VfL weder im Sturm noch in der Abwehr Zweitligaformat vorweist. Viertligist Havelse zeigte die Defizite hinten auf, auch wenn die Niedersachsen daraus nicht den konsequenten Nutzen zogen. Sowohl die Außenbahnen als auch die Innenverteidigung sind alles andere als stabil. Es fehlt die letzte Entschlossenheit, dafür ist die Ungenauigkeit beim Spiel nach vorne sehr ausgeprägt.

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Interview mit Peter Neururer


Peter Neururer als VfL-Trainer und
Marcus Kremers als Offizieller
von Eintracht Schwerin beim
Hallenturnier in Schwerin 2003
Lieber Peter Neururer, zunächst die Frage nach Ihrer Gesundheit. Wie geht es Ihnen heute?
Wunderbar. So gut, wie nie zuvor.

Ändern Sie etwas in Ihrem Tagesablauf?
Nein. Ich habe nur aufgehört zu rauchen.
 
Im Oktober erschien Ihr Buch. Beenden Sie damit offiziell Ihr Trainer-Kapitel oder hoffen Sie, noch einmal an der Linie stehen zu können?
Wenn in dieser Saison ein Angebot von einem Verein kommt, von dem ich überzeigt bin und der mir am Herzen liegt, dann steige ich nochmal ein. Anderenfalls ist Schluss und ich konzentriere mich zu 100% auf meine Tätigkeit rund um den Fußball, z.B.  als Kommentator bei Sport1.
 

Sonntag, 28. Oktober 2012

Einmal Haue und zurück

Als um 12:45 Uhr der Bus mit den wenigen Bochumer Anhänger am Erzgebirgestadion vorfuhr, schneite es bereits seit mehreren Stunden. Ich hatte bereits eine Morgenwanderung von ca. 12 km hinter mir und nicht mehr die Zeit gefunden, meine durchnässte Jeans trocken zu föhnen. Aber egal, die zwei Stunden bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und Dauerschnee würde ich auch noch durchstehen. Während sich die Ultras mit einer Nudelpfanne von  der urigen Bratwurstbaracke stärkten, liefen die Teams ein. Das Orange der Bochumer setzte sich deutlich vom geräumten Weiß-Grün des Rasens ab, es konnte losgehen.

Freitag, 5. Oktober 2012

Löwe, na und?

Machen wir es kurz: Am Samstag gilt es, den Braunschweiger Löwen an den Eiern zu packen. Der Meister von 1967 thront stolz wie sein Löwe an der Spitze der zweiten Liga und sehnt sich danach, knapp 30 Jahren mach dem Abstieg wieder in die Eliteklasse zurückzukehren.

Der VfL kommt mit der Empfehlung von vier sieglosen spielen in Folge und einem bisher erzielten Auswärtstor zu den Blau-Gelben, die ihre vier Heimspiele gegen Köln, Paderborn, Regensburg und Duisburg gewinnen konnten.

Aufgrund diverser Ausfälle dürfen beim VfL einige Spieler erneut versuchen zu zeigen, was sie können: Dedic, Tasaka, Delura, Freier...
Das kann ja heiter werden. - Wird es auch...

Mein Tipp: Eintracht Braunschweig - VfL Bochum 1:2
 
 

Dienstag, 2. Oktober 2012

Englisches Frühstück - Englische Woche....

Eine englische Woche kann manchmal wie ein englisches Frühstück sein. Man erwartet nicht viel und ist danach trotzdem enttäuscht. Geschmacklos, lieblos, langweilig und am Ende auch noch Verdauungsprobleme. Nach dem durchaus guten, aber sieg- und torlosen, Auftritt gegen 1860 München wurde schnell gerechnet, dass in der besagten englischen Woche doch sieben oder neun Punkte geholt werden könnten. Doch am Ende waren es dann nur zwei und das Gefühl satt zu sein, ohne wirklich was Leckeres bekommen zu haben.

Pech hin, ausgebliebene Elfmeterpfiffe her. Vielmehr als zwei Punkte hätten wir auch nicht verdient gehabt, die beiden Remis hätten auch Niederlagen werden können. Der Blick auf die Spielweise und Spielverlauf macht deutlich, dass es unserer Mannschaft wohl nicht nur daran fehlt, das Optimum abzurufen. Es fehlt an Qualität, besonders im Sturm. Keine der drei Stürmer hat bisher auch nur ansatzweise angedeutet, dass er wirklich eine Torgefahr ist. Das Mittelfeld verzweifelt an seiner Rat- und Ideenlosigkeit. Das am Sonntag Slavo Freier, neben Alexander Iashvili, der Antreiber und Kreativposten war, stimmt bedenklich. Goretzka sei allemal verziehen, dass es mal nicht so läuft, aber Tasaka war erneut ein Ausfall, Delura konnte überhaupt nichts bewegen (kleine Entschuldigung wegen der langen Verletzungspause) und Starspieler Ortega bekam wahrscheinlich zu Recht  keine Chance sich noch einmal zu blamieren. Äußerst schwach auch die Vorstellungen der beiden Außenverteidiger Chaftar und Brügmann, trotz des Tores.

Donnerstag, 20. September 2012

Dish of the day

Die Stimmungsschwankungen rund um die Castroper Straße haben wieder Fahrt aufgenommen. Nach dem guten, allerdings auch tor- und somit sieglosen, Auftritt gegen die Münchner Löwen erkennen viele eine Tendenz, die nun im Spiel gegen die Nachbartiere verfestigt werden soll. Der Blick auf den Gegner und die Tabelle (Duisburg ist mit fünf Niederlagen auf Rang 18., der VfL 9.) lassen das möglich erscheinen, aber nicht zum ersten Male würde es erstens anders und zweitens als man denkt kommen.

Dienstag, 18. September 2012

Voll die Latte - Mein Fußball-Tagebuch

In der Flut der Bücher von Fans über ihre Vereine gibt es mittlerweile viele durchschnittliche, einige schlechte, ein paar gute und wenige sehr gute. Das Tagebuch von HSV-Fan Axel Formeseyn gehört zu den ziemlich guten. Zum einen hat der Autor tatsächlich ein bunte Palette von unterschiedlichsten Geschichten zu erzählen, die sich anders aufbauen, anders abspielen und anders enden, zum anderen lässt Formeseyn genau die richtige Dosis privater Dinge mit einfließen. Somit bleibt das Buch über seine gesamten Seiten nicht nur gut lesbar sondern bietet dem Leser die Möglichkeit, mit einzutauchen.

Über die Jahre ist vieles dabei, von Schule bis Beruf, von Freundin bis Kinder von Dorfplatz bis Europapokal, von Abstiegskampf bis Titelgewinn, von Freunden und deren Tod.

Eines der besten Bücher die ich gelesen habe und eine unbedingte Empfehlung.

Freitag, 14. September 2012

Arm aber sexy...

Hans-Peter Villis kennt sich aus mit Geld
Steht der VfL mit ihm bald unter Strom?
 (Quelle: vfl-bochum.de)
6,8 Mio. Euro Schulden hat der VfL aktuell. Trotz eines gewissen Ausverkaufs in den letzten Monaten. Trotzdem verlief die Mitgliederversammlung, zu der immerhin 460 Mitglieder gekommen waren, ruhig und sachlich. Im Aufsichtsrat gab es einen Wechsel. Ernst-Otto Stüber sei gedankt. Er hat, und das meine ich positiv, in seiner knapp zweijährigen Amtszeit den Laden zusammengehalten und eine tiefergehende Spaltung verhindert. Nach dem unglücklichen Abgang seines Vorgängers und der großen Unruhe im Verein war es wichtig, dass wieder Ruhe einkehrt. Dies wurde durch die Wechsel von Funkel zu Bergmann und von Ernst zu Todt unterstützt. Dass sportliche und wirtschaftliche Erfolge bisher ausgeblieben sind, darf ihm nicht zugerechnet werden. Vielmehr gebührt ihm Hochachtung und Dank, dass er nicht an seinem Sessel kleben bleibt sondern freiwillig den Weg für einen Nachfolger mit Potential freimacht.

Montag, 10. September 2012

Bratwurst! Bier! Stehplätze!

Der Untertitel wirkt verlockend. Wie kann sich ein englischer Fußballfan für die Bundesliga bzw. speziell für den 1.FC Nürnberg begeistern?    Die Geschichte des Jon Goulding gibt darüber ein wenig Aufschluss. Allerdings muss ich jede Hoffnung auf besonders humorvolle, besonders tiefgründige oder besonders spannende Zeilen zerstören. Das Buch und die Geschichte plätschern dahin, gespickt von einigen Erläuterungen über die Besonderheiten der deutschen Stadien, Fans und Ligen. Das mag den Leser von der Insel interessieren, aber der durchschnittsfussballgebildete Deutsche kennt diese Situationen und meist auch die entsprechenden Zeiten der Geschichte. So wirken die Einschübe und Abschweifungen störend und überflüssig. 

Das Fazit ist kurz und knapp: Für Engländer dürfte das Buch interessant, Horizont erweiternd und vielleicht auch humorvoll sein. Ich fand es über weite Strecken leider nur langweilig...

Freitag, 7. September 2012

111 Fussballorte im Ruhrgebiet die man gesehen haben muss

Jeweils eine Seite Text und eine Seite Bild mit Anfahrtsbeschreibung. Das Werk besticht durch seine konsequente Struktur, die ebenso wie die nicht übertriebene, fast schon nüchterne Sprache. Es ist vollkommen ausreichend, um den interessierten Leser auf den einen oder anderen Ort des Ruhrgebietes aufmerksam zu machen, der vergessen ist oder den man gar nicht kennt. Natürlich sind viele traditionsreiche und mittlerweile mit Unkraut zugewucherte Stadien darunter (Castrop-Rauxel, Herne, Hagen, Marl, Erkenschwick,...), die Grabstädten von Stan Libuda und der Familie Melches, aber auch nachdenkenswerte Orte wie das Megaplay Casino, der Gedenkstein Rombergpark, das Fenster von St. Josef oder das Vereinsheim von Schild Bochum oder einfache muss-man-mal-gesehen-haben Stellen wie den Affenkäfig von Mesut Özil, den Goldsaal der Westfalenhallen, "Pommes rot-weiß" oder die sohle 1.

Kurzum ein anregendes Buch, das wirklich einmal dazu verleitet, der einen oder anderen Stelle einen Besuch abzustatten. Wer denkt, er weiß alles und kennt alles, dürfte hier zudem eines besseren belehrt werden.

Dienstag, 4. September 2012

Kleine Pause

Nicht gegen Leverkuen gewonnen:
Die VfL-Frauen
Zu Beginn ein kurzer Schwenk nach Leverkusen. Gleich dreimal hat der VfL zuletzt in Leverkusen gewonnen. Die A-Junioren mit 3:0, die C-Junioren mit 4:0 und die U23 mit 2:0. Das ist schon aller Achtung wert. Unser Nachwuchs präsentiert sich nicht nur im Verhältnis zur 1. Mannschaft ausgesprochen gut und erfolgreich. Im Moment ist er im Westen ganz oben mit dabei. Kompliment!

Donnerstag, 30. August 2012

Frisch, frei, fröhlich und fromm

Schlanke 234 Jahre wäre Turnvater Jahn diesen Monat geworden, hätte er nicht 1852 das zeitliche gesegnet. Sein Wahlspruch "frisch, frei, fröhlich und fromm" käme ihm heute wohl ebenso schwer über die Lippen wie den Bochumern, nähmen sie damit Bezug auf die aktuelle Mannschaft. Der VfL präsentiert sich nämlich derzeit nicht sonderlich frisch, die Anhänger wenig fröhlich, frei steht höchstens mal der Gegner vorm eigenen Kasten und das fromme Gottvertrauen hat zuletzt alleine nicht gereicht um gegen Paderborn und Aalen ein Tor zu erzielen, geschweige denn, Punkte zu holen. Und so wird Friedrich Ludwig Jahn in der himmlischen Turnhalle "seinem" Regensburger Verein die Daumen drücken und nicht dem Verein für Leibesübungen, der ihm ja rein vom Namen nahe stehen sollte.

Freitag, 24. August 2012

VfL-Triologie

Der VfL hat in den ersten drei Auftritten dieser Spielzeit einiges an Erfahrungen sammeln können. Konnte man beim 2:1 Startsieg gegen Dresden eine kämpferisch starke Leistung attestieren und das seltene Erlebnis haben, einen Rückstand noch zu drehen, ging der VfL in Paderborn vollkommen baden. Bei diesem Spiel dürften nicht wenige an vergangene Zeiten und ähnliche Niederlagen gedacht haben. Somit war das Pokalspiel in Heidenheim bereits ein Spiel mit den Nerven. Dieses gewann der VfL etwas glücklich durch ein frühes Tor und eine "Null", die hinten stand. Somit ist jetzt alles wieder soweit im Lot, dass am Wochenende ein paar Schritte auf dem Weg in die richtige Richtung gemacht werden können.

Donnerstag, 9. August 2012

135 Grad

Die Zurückhaltung der Bochumer Zuschauer dürfte sich nach dem ersten Spieltag um rund 135 Grad gewandelt haben. Eine stattliche Kulisse von über 16.000 Zuschauern konnten einen VfL erleben, der bis zur letzten Minuten alles gab und alles versuchte um letztendlich als Sieger vom Platz zu gehen. Das Team und besonders auch einige einzelne Spieler hinterließen einen starken Eindruck, so dass die Frage, ob der VfL überhaupt noch die Qualität für die 2. Liga hat, die hier und dort aufgeworfen wurde, nicht mehr gestellt werden braucht. Vielmehr haben die "großen 5" der Liga geschwächelt und die neue These heißt: "In dieser Liga ist alles möglich".

Freitag, 3. August 2012

1. Spieltag

So, dann geht es endlich los. Meine Vorfreude auf die neue Saison ist erst in den letzten Tagen gekommen. Sicherlich auch deshalb, weil die Erwartungen diesmal gering sind und bei einem Mittelfeldplatz enden. Gleichwohl ist die Mannschaft erkennbar im Umbruch. Mit Rothenbach, Brügmann, Goretzka, Tasaka, Iashvili und Dedic dürfte die Startaufstellung zur Hälfte ein neues Gesicht haben. Mit Acquistapace, Eyjolfsson, Bertram, Bulut, Delura, Rzatkowski, Aydin, Gündüz und Scheidhauer scharren weitere junge Spieler mit den Hufen und wollen den verbleibenden etablierten Kräften Maltrotz, Sinkiewicz, Dabrowski und Freier die Plätze streitig machen. 

Ich hoffe auf Leidenschaft und eine erkennbare positive Entwicklung. Neben 2.000 Gästefans werden 13.000 Bochumer Zuschauer erwartet, die sicherlich weniger euphorisch sein werden als letztes Jahr und deshalb unbedingt für diesen schwierigen Weg des Neuauf- bzw. Umbaus gewonnen werden müssen.

Ein 1:0 am Samstag gegen den ambitionierten, um nicht zu schreiben überheblichen, Dynamo wäre schon eine tolle Geschichte. Ich glaube dran.

Mein Tipp: VfL Bochum - SG Dynamo Dresden 1:0

Donnerstag, 2. August 2012

Zweite Bundesliga-Stöckchen 2012/13


Dein Verein heißt:
VfL Bochum

Wie lautet das offizielle Saisonziel, sofern es bekannt ist?
Verfolger der großen Fünf.

Wie lautet DEIN Saisonziel für Deinen Verein?
Verfolger der großen Fünf und eine gute Entwicklung, besonders der jungen Spieler im Team.

Dienstag, 31. Juli 2012

The Dark Night Rises

"The Dark Night Rises" könnte man den Blick auf die bevorstehende Saison des VfL in leichter Abwandlung des aktuellen Kino-Highlights umschreiben. Nicht um Panik-Szenarien herauf zu beschwören, nicht um alles schlecht zu reden oder den von den Medien initiierten Ruf der "kritischen Fans" in Bochum zu pflegen.Daran kann kein VfL-Anhänger Interesse haben. Aber bei nüchterner Betrachtung der Entwicklung in den letzten Jahren ist nun wohl Teil 3 der Falling-Down-Triologie an der Castroper Straße zu befürchten.

Montag, 16. Juli 2012

Martin Kree im Interview ... 1986


Vor wenigen Tagen wurde Martin Kree in den Aufsichtsrat des VfL berufen. - Martin Kree? Da war doch noch was (außer dem Hammer-Tor im Pokalhalbfinale gegen den HSV 12. April 1988). - Richtig. Martin Kree war ja mal Ehrenmitglied des VfL Bochum Freundeskreis "Blau-Weiss 1986" mit Sitz in Leverkusen. Und seinerzeit gab der 21-jährige auch bereitwillig dem 18-jährigen Freundeskreis-Vorsitzenden Marcus Kremers ein Interview.

Name: Martin Kree
Geb.-Datum: 27.01.65
Geb. Ort: Wickede - Ruhr
Adresse: 4630 Bochum 1, Brenschederstr. 73
Größe: 185 cm
Gewicht: 82 kg
Augenfarbe: blau-grün
Schuhgröße: 10
Haarfarbe: dunkelblond

Donnerstag, 12. Juli 2012

Die Zeiten ändern sich, aber die Hoffnung stirbt immer noch zuletzt

Vielleicht ist es zu früh, aber nach ein paar Wochen Vorbereitung und fünf Testspielen darf man schon mal ein Zwischenfazit ziehen und das vorsichtige Saisonziel (mit einem durchschnittlichen Etat überdurchschnittliches erreichen) gegenhalten.

Von den elf Abgängen sind Daniel Ginczek, Mimoun Azaouagh, Kevin Vogt und Takashi Inui als überdurchschnittliche Zweitligaspieler zu werten. Dazu kam im Laufe der Saison noch Chong Tese (na ja).

Von den zehn Zugängen kann man dieses Prädikat wohl nur Alexander Iashvili (Karlsruher SC, 34) und Zlatko Dedic (Dynamo Dresden, 27) zusprechen. Alle anderen dürften zwar Potential haben, aber sie dieses abrufen können muss wohl geduldig abgewartet werden. Die größten Hoffnungen setzt man dabei auf den 17-jährigen Junioren-Nationalspieler Leon Goretzka. Setzt er seine Entwicklung fort, dürfte er dem VfL bald einen Geldsegen einbringen.

Die letzten drei Vorbereitungsspiele haben gezeigt, dass der VfL noch lange nicht ein Team in Form ist. Gegen Regionalligisten gab es zwei mehr oder weniger standesgemäße Siege, aber auch ein desaströses 0:2 gegen Hüls. In allen Bereichen besteht gewaltiges Potential nach oben.

Dienstag, 26. Juni 2012

Stadionatmosphäre



Iren haben Herz
(www.tagesanzeiger.ch)
Während sich der VfL so langsam an  die neue Saison herantastet, die Kaderplanung langsam aber sicher abgeschlossen wird, die ersten Testspiele gewonnen wurden, Heidenheim als Pokalgegner feststeht  und auch der Spielplan veröffentlicht wird (und damit die Saisonvorbereitung für die Fans auch beginnen kann), wird in Polen und der Ukraine das Sommerloch überbrückt und der Europameister ausgespielt. 

Samstag, 2. Juni 2012

Udo Lindenberg hätte auch über den VfL singen können...

Udo Lindenberg's Cello einmal anders... 
 
CELLO
Getrampt oder mit dem Moped
Oder Schwarz mit der Bahn
Immer bin ich dir irgendwie hinterhergefahren
Nein, ich hab damals kein Konzert von dir versäumt
Und nachts konnt ich nicht schlafen
Oder wenn, dann hab ich von dir geträumt


Chorus:
Du spieltest Cello
In jedem Saal in unserer Gegend
Ich saß immer in der ersten Reihe
Und fand dich so erregend
Cello
Du warst eine Göttin für mich
Und manchmal sahst du mich an
Und ich dachte: Mannomann
Und dann war ich wieder völlig ferti


Ja, ich war ständig da
Das hat dich dann überzeugt
Wir wollten immer zusammen bleiben
Und überhaupt, und das mit dir
Das war so groß
Das kann man gar nicht beschreiben


Und heute wohnst du in Erfurt
Und dein Cello steht im Keller
Komm pack das Ding doch nochmal aus
Und spiel so schön wie früher


VfL Bochum
Getrampt oder mit dem Moped
Oder Schwarz mit der Bahn
Immer bin ich dir irgendwie hinterhergefahren
Nein, damals hab ich kein Spiel von dir versäumt
Und nachts konnt ich nicht schlafen
Oder wenn, dann hab ich von dir geträumt


Chorus:
Wir spielten Fußball
Bayern, Hamburg, Bremen
Ich stand immer in unserer Kurve
Und fand dich so erregend
V-f-L Bochum
Du bist eine Göttin für mich
Und manchmal seh ich Dich an
Und ich denke: Mannomann
Und dann bin ich wieder völlig fertig


Ja, ich bin ständig da
Ich bin ja in Dich verliebt
Wir werden immer zusammen bleiben
Und überhaupt, das mit dir
Das ist so groß
Das kann man gar nicht beschreiben


Und heute spielst du in Aue
Zweite Liga Tabellenkeller
Hol die alten Zeiten noch mal raus
Und sei so schön wie früher



Dienstag, 15. Mai 2012

Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast


Jens Todt und Andreas Bergmann wollen einen spannenden
Kader zusammenstellen, der wieder Spaß an die Castroper bringt.
(Bild: vfl-bochum.de)
... – Du hast Dir die Wunden nach dem unglücklichen Relegations-Aus gegen Mönchengladbach geleckt und warst voller Zuversicht, in diesem Sommer wieder im gleichen Spielplan aufzutauchen wie der FC Bayern und die beiden Nachbarschaftsclubs.
Und jetzt das. Ein Sommer, der nach dem Vokabular von Jens Todt zumindest dahingehend „spannend“ zu werden verspricht, was die Gestaltung des neuen Kaders betrifft. Jung sollen sie sein, die neuen Spieler, willig und billig. Das ist allerdings weniger eine Frage der Philosophie, sondern eine zwingende Notwendigkeit. Die Kassen sind leer und die Aussichten auf helfende Einnahmen im dritten Zweitligajahr schlichtweg mies. Die TV-Einnahmen werden geringer, der Zuspruch der Zuschauer und VIPs dürfte maximal stagnieren und damit einhergehend die Sponsorensituation sich nicht verbessern. Netto, Fiege, Nike, Faber, Stadtwerke und rewirpower sprechen für sich. 

Mittwoch, 25. April 2012

Zum letzten Mal

Einmal darf der VfL noch die Fans im heimischen Stadion beglücken. Einmal, es sei denn, die Serie von zehn sieglosen Spielen wird noch durch zwei Niederlagen ausgebaut und die Konkurrenz auch Karlsruhe, Aue und Cottbus punktet derweil fleißig. Daran glaube ich zwar nicht, aber diese Saison ist für viele Dinge gut.
In der ersten Halbzeit des erneuten Abstiegsendspiels spielte der VfL desolat wie so oft. 2:12 Torschüsse, 0:5 Torchancen weißt die offizielle Statistik aus. Am Ende waren es 6:16 bzw. 3:6 und bei 2:9 Ecken dann zumindest ein 1:1 mit einer vergebenen Siegchance in der Schlussminute.

Montag, 23. April 2012

Moritz Volz: Unser Mann in London

Nun hat Moritz Volz zwar nicht die atemberaubende Fußballerkarriere hinter sich, aber er ist als junger Spieler zum FC Arsenal gewechselt und hat anschließend (u.a.) beim FC Fulham lange genug gespielt und in London gelebt, um einen Einblick in die Seele dieser Stadt und des Fußballs auf der Insel zu geben.
Und das macht der Junge aus dem Siegerland, der mit 16 Jahren von Schalke zu arsenal wechselte, in einer sehr humorvollen Art und Weise, die vor allem vor sich selbst nicht Halt macht. Volz geht kritisch mit sich selber um und nimmt auch die deutsche Mentalität, mit der er in London immer wieder seine Erfahrungen macht, nicht zu ernst.

Es sind viele Geschichten rund um den Fußball und kein Loblied auf eigene tolle Spiele oder gar ein Verriss von ehemaligen Mitspielern oder Vereinen. Das ist wohltuend und wäre auch gar nicht erforderlich, denn die Geschichten über den ersten Cricket Besuch, über "Hoff" und das Klapprad sind, wie fast alle der 23 Kapitel, originell und amüsant.
Ein sehr nettes Buch, das ich trotz seiner 250 Seiten leider schon in zwei Tagen durch hatte...

Mittwoch, 18. April 2012

Ein Freitagabend für Genießer

Wer den VfL am Freitag zum vorletzten Auswärtsspiel der Saison nach Cottbus begleitet, der verdient ein Denkmal. Denn die Geschichte dieses wohl hoffentlich bedeutungslos gewordenen Duells beim bis dahin schlechtesten Team der Rückrunde (hat gerade Aachen von dieser Position verdrängt) scheint voraussehbar, wie das Ende eines Miss-Marple-Films. Bochum hat eine gute Chance in der Anfangsphase, muss Mitte der ersten Halbzeit verletzungsbedingt einen Außenverteidiger ersetzen, kassiert kurz vor der Halbzeit das 0:1 und kurz nach dem Platzverweis gegen Freier (oder Inui) das 0:2.

So oder ähnlich wird es laufen und der VfL stürzt am Samstag auf Rang 15, der einem ja den Topf der Amateurvereine bei der Auslosung zur 1. Pokalrunde zuweist. Sonntag bzw. Montag machen Paderborn, St. Pauli und Frankfurt dann den Bochumer Klassenerhalt fix. Fremd-Feiern wie in Fürth ist dann angesagt.

Währenddessen darf der geneigte Bochum-Anhänger sich vom Spieler Björn Kopplin, der im Verdacht steht, gestern die Fußballschuhe von Christiano Ronaldo aus der Kabine in München geklaut zu haben,  verbschieden. Kopplin zieht es weg und es dürfte der Erste einer Reihe von Abgängen sein.

Sandhausen, man soll ja immer nach vorne schauen, liegt übrigens dicht an Heidelberg und verspricht einen schönen Sonntagsausflug und Kaiserslautern ist übrigens auch montags keine Reise wert.

Mein Tipp: Energie Cottbus - VfL Bochum 2:0
.

Montag, 16. April 2012

Sascha Theisen: Marmor, Stein und Eisen

Sascha Theisen hat mit seiner Torwort-Reihe Kultstatus erreicht. Nicht überraschend, dass er nun ein Büchlein herausgibt, in dem er Geschichten über seine Liebe Alemannia Aachen, sein Lieblingsstadion Tivol und seine Lieblingsbeschäftigung mit Sohnemann Carl erzählt. So weit so spannend. Allerdings entpuppen sich die rund 40 Anekdoten dann als ziemlich humorloser und langweiliger "Verzäll". Solche Geschichten kann man beim zehnten Bier zum besten geben, weil die Halbzeit eines Fußballspiels langweilig ist, aber sie dienen nicht dazu einen Leser zu fesseln.
Das mag vielleicht daher kommen, dass der Leser eines solchen Buches, der selber schon zehn oder zwanzig Jahre Stadionbesuche auf dem Buckel, hundert tragische Tore gesehen, dutzende Jahrhundertspele erlebt, im Schnitt jedes Jahr fünf bis acht neue Flaschen im heiligen Trikot ertragen, tausende Stadionwürste verdrückt und unzählige Hektoliter Gerstensaft verschüttet hat, all diese Geschichten kennt. Weil er sie nahezu exakt genau so erlebt hat, sich zumindest aber genau so vorstellen kann und die Pointe bereits nach dem fünften Satz kennt.

So hat Sascha Theisen seinem Tivoli und den Alemannen zwar eine aufrichtige Liebeserklärung im (möglichen) Abstiegsjahr gegeben, aber ein Buch, das dem Leser so nachhaltig in Erinnerung bleiben wird, wie den Aachenern Anouar Hadouir. 

Dienstag, 10. April 2012

Fastenbrechen


Arbeitsschuhe ?
Ich fand meine Leistung in der Fastenzeit schon nicht schlecht: Kein Alkohol und keine Süßigkeiten. Das Ganze bis Ostersonntag, dann war Schluss mit der Enthaltsamkeit und einige Fiege katapultierten mich wieder ins wahre Leben. Doch der VfL macht es noch eine Nummer härter. In der Fastenzeit gab es nur einen mageren Punkt, beim sogenannten „großen Schritt nach vorne“ in Paderborn, und fünf leidvolle Niederlagen. Für den Betrachter ist der Kreuzweg da fast eine Vatertagstour gegen. Und damit nicht genug. Der VfL ist päpstlicher als der Papst und kasteit sich Ostern noch einmal prächtig zu Hause gegen einen Abstiegskandidaten. Zudem ist ein Inui-Treffer die gesamte Torausbeute der letzten 565 Minuten, das sind 9 Stunden und 25 Minuten oder in irdischer Zeitrechnung rund 19 Folgen der Lindenstraße lang. Fortsetzung nicht ausgeschlossen. Da kriegt "Fastenbrechen" eine ganz neue Bedeutung.

Mittwoch, 4. April 2012

Schlüsselspiel

Nach Bochumer Interpretation dürfte die zweite Halbzeit in Frankfurt ein Schritt nach vorne gewesen sein. Ein 0:0 bei einem Spitzenteam und sogar ein oder zwei Torchancen zeugen, wie schon in Paderborn, für Hoffnung auf bessere Zeiten.

Doch Sarkasmus beiseite. Das eine ausgeglichene Zeikampf- und Ballbesitzstatistik tatsächlich heangezogen wird, um Positives zu belegen, stimmt schon vewunderlich. Wen eine Spitzenmannschaft nach 35 Minuten 3:0 führt, dann überlässt man dem Gegner Zeit und Raum, bschränkt sich darauf, nichts zuzulassen und will gelegentlich einen Konter setzen. Schönrederei oder Realitätsverlust?

Montag, 26. März 2012

Der Realität ins Auge blicken

Kicker Tabellenrechner mal so durchgespielt...
Nach, bzw. mitten in, der zweiten Pleitenserie dieser Saison muss man sich in Bochum eingestehen, dass alle Gedanken in Richtung Bundesliga-Rückkehr in den nächsten Jahren nicht mehr als Träumereien sind. Der VfL ist harmlosestes unteres Zweitliga-Mittelfeld und bietet außer Torwart Luthe nichts, was aktuell oder perspektivisch auch nur annähernd das Format hat, um in höheren Regionen mithalten zu können. Wohlgemerkt in Liga Zwei.

Donnerstag, 22. März 2012

Kampfpreise statt Kampfschweine

In Bochum fixiert man sich schon auf das Ende der Saison. Wegen der vielen verletzten und sicherlich auch wegen der trostlosen Gegenwart. Der VfL hat wieder einmal nachhaltig die Fans vergrault und versucht nun mit Kampfpreisen und Sponsorenunterstützung, das Stadion bei den letzten Spielen zumindest noch zu einem Drittel voll zu bekommen. Zum Spiel gegen Ingolstadt gibt es Tickets zu 5 Euro, gegen Braunschweig gibt es zwei Tickets plus Trikot für 30 Euro.

Nach zuletzt einem Punkt aus vier peinlichen Auftritten gegen Fürth, Dresden, Paderborn und Duisburg trifft der VfL am Freitag auf den FC Ingolstadt 04. Erinnerungen werden an die Partie der Vorsaison wach, wo Bochum zu Hause nach einem 1:4 den seinerzeitigen absolutenTiefpunkt erreichte. Mittlerweile ist ein neuer erreicht und nach dem "großen Schritt nach vorne", den VfL-Sportvorstand Todt nach dem Paderborn-Spiel exklusiv gesehen hat, scheinen die Bochume Akteure gegen die übermächtigen Oberbayern bereits jetzt die Hosen voll zu haben.

Freitag, 16. März 2012

Große Schritte ?

Ein seltenes Geschöpf:
Der jubelnde MSV-Zwerg
Ein "großer Schritt in der Entwicklung der Mannschaft" war für VfL-Sportvorstand Jens Todt das 0:0 in Paderborn. Und Kapitän Dabrowski ergänzt "Wir haben als Team gezeigt, dass wir uns nicht hinter einem Aufstiegskandidaten wie Paderborn verstecken müssen". - Ich bin sprachlos. Nach den zwei Pleiten gegen Fürth und Dresden sowie allgemein zuletzt äußerst schwachen Vorstellungen (selbst die Siege gegen Rostock und Berlin waren nicht überzeugend) soll nun also ein torloses Spiel gegen harm- und ideenlose Paderborner ein großer Schritt gewesen sein? Nein, es war nach den Rückschritten ein Moment der Ruhe und des Innehaltens. Ganze vier Torchancen, davon nur eine in der zweiten Halbzeit, wo der Aufstiegsaspirant auf Sieg spielen sollte und Räume freimachte. Das kann es  doch nicht gewesen sein. Oder ist die Anspruchshaltung beim VfL derzeit: Nicht untergehen ist Fortschritt?

Dienstag, 13. März 2012

Ihr macht unseren Fußball nicht kaputt!

Klare Botschaft von FC-Fans


Die letzten Wochen haben einen neuen Höhepunkt in Sachen Gewalt, Sachbeschädigung und des unter dem Mantel der Pyro-Kultur versteckten asozialen Verhaltens gebracht. Traurige Höhepunkte dabei waren die Versuche von Kölner und Rostocker Kriminellen, andere Menschen auf der Autobahn anzugreifen und damit schwere Unfälle und schwerste Verletztungen von friedlichen Fußballfans, Frauen und Kindern in Kauf zu nehmen. Hier sind jegliche Grenzen überschritten. Und es gibt darauf nur die klare Antwort des Staates und der Gesetze: Kein Pardon der Richter und harte Strafen!

Freitag, 9. März 2012

Die Kirche im Dorf lassen

Die drei Hasen im Fenster des
Paderborner Doms symbolisieren
hoffentlich nicht die orientierungs-
losen Maltritz, Dabrowski und Freier
Ernüchterung pur beim VfL. Nach den beiden Pleiten gegen Fürth und Dresden ist wenig von einer spürbaren Weiterentwicklung zu erkennen. Desolates Abwehrverhalten und Abschlussschwächen im Sturm legen vielmehr offen, dass sich noch einiges verbessern muss, um besser gerüstet in die kommende Saison zu gehen.

Und nun steht mit dem Auswärtsspiel in der katholischen Dom- und Universitätsstadt (was ist schon Köln dagegen?) eine Partie ins Haus, die unter umgekehrten Vorzeichen stattfindet. Vor der Saison hätte man Haus und Hof darauf verwettet, dass der VfL als Spitzenteam und die Paderborner als Mittelfeld-Mannschaft auflaufen werden. Doch eine sensationelle Saisonleistung der Schwarz-Blauen macht sie mittlerweile zum Hecht im Teich der fetten Aufstiegskarpfen aus Frankfurt, Düsseldorf, St. Pauli und Fürth. Paderborn hat in dieser Saison nur dreimal verloren! Am 3. Spieltag bei Union Berlin, am Folgespieltag gegen Greuther Fürth und dann nur noch das Rückspiel in Fürth (wo man übrigens im Pokal ausschied). Zuletzt also nur eine Niederlage in 20 Ligaspielen!

Freitag, 2. März 2012

Licht am Fahrrad, Licht am Fahrrad,...

... Dynamo. - Alter Ost-Gassenhauer, wenn die Polizei-Truppen aus Berlin oder Dresden unterwegs waren. Dynamo Dresden wird ja von keinem Bochumer so richtig gemocht (von anderen auch nicht). Wegen der Fans und besonders wegen des geklauten Klassenerhaltes 1993. Wie bekannt verstießen die Sachsen seinerzeit massiv gegen Lizenzauflagen. Die Strafe folgte, aber nicht auf dem Fuß. Erst ein Jahr später wurden Dynamo vier Punkte abgezogen. Klingt nach DDR-Justiz. War es dann wohl auch.

Heute Abend spielt Bochumer unter dem Eindruck des Todes von Hendrik Baluszynski und unter einer akuten Personalnot nach den schweren Verletzungen von Aydin und Delura, den Langzeitverletzten und den Sperren von Freier und Toski.

Von daher ist das heute Abend für mich einfach ein Spiel fürs Herz (und passend unter Flutlicht).
Alles für den VfL !!!

Mein Tipp: VfL Bochum - SG Dynamo Dresden 4:3

Donnerstag, 1. März 2012

Hendrik Baluszinsky ist tot

Hendrik Baluszinsky, geb. 15. Juli 1972, ist tot. Gestorben am heutigen Donnerstag in Zabrze (Hindenburg). Plötzlich, unerwartet, Herzinfarkt. Ein einfacher und bescheidener Mann, wie es sich für Menschen aus einer Bergbauregion gehört. Einer der nicht rauchte und nicht trank, wie es sich für einen Sportler gehört.

"Balu" kam 1994 zum VfL und war Bochums erster Europapokal-Torschütze. Er verwandelte am 16.9.1997 in der ersten Minute einen Elfmeter in Trabzon. Balu gehörte zu der Toppmöller-Mannschaft mit Wosz, Stickroth, Peschel, Kracht, Közle, Jack und Donkov, die so fulminant den 5. Platz eroberte und in den UEFA-Cup einzog.

Bis 1998 blieb er beim VfL und erzielte 14 Tore. Nach 22 Partien für Arminia Bielefeld kam noch einmal zurück an die Castroper und erzielt in 24 Spielen weitere drei Treffer, bevor er seine Karriere in Deutschland in Ahlen und Babelsberg beendete und zurück nach Polen ging. Er absolvierte 15 Spiele für die polnische Nationalmannschaft und traf dort dreimal.

Hendrik Baluszinsky wurde nur 39 Jahre alt.
.

Dienstag, 28. Februar 2012

John O'Kean: Celtic Soccer Crew

Wer sich, wie ich, erhofft, mit diesem Buch auch etwas eindringen zu können in die Tradition des Clubs, die Liebe seiner Anhänger, die Rivalitäten und das Umfeld, der wird, wie ich, schwer enttäuscht werden. Das Buch ist eine Abfolge von Geschichten über Schlägereien. Damit nicht langweilig genug, werden die Storys immer nach dem gleichen Schema F erzählt: Es trafen sich 30 (oder 40, 50 oder 80) gute Celtic, fuhren nach Aberdeen, Edinburgh oder sonstwohin, trafen sich am Bahnhof oder im Pub und trafen dann auf 30, 50 oder 70 Casuals der Gegenseite. Es flogen Gläser, Flaschen, Barhocker bzw. es wurde sich mit Billiardqueus, Zaunlatten oder Barhocker bewaffnet. Schlägerei, Polizei, ein bis zehn Festnahmen und nächstes Kapitel. Das Ganze nur unterbrochen durch ein paar Polizei und Knastaufenthalte. Einzig interessantes Kapitel: Die Fahrt zur WM 1990. Aber nicht wegen Schlägereien, sonder wegen der Abenteuerlichkeit, mit zwei "kriminellen" Kreditkarten rumzureisen. Schade um die Lesezeit.

Thema: +++
Lesbarkeit: ++
Orginalität: +
Kult: +
Preis: ++
 
John O'Kane: Celtic Soccer Crew

Broschiert: 258 Seiten
Trolsen Communicate; Auflage: 1 (13. November 2009)
Sprache: Deutsch
Preis: 12,90 Euro

Sonntag, 26. Februar 2012

1000 mal geführt - Fußball ist auch Kopfsache

Das war eine Anfangsphase zum erwärmen. Der VfL hielt gegen Fürth nicht nur dagegen sondern übernahm die Initiative und ging mit einem feinen Spielzug (Delura auf Inui) mit 1:0 in Führung. Doch wie schon in den letzten Spielen gegen die großen dieser Welt (Düsseldorf, Bayern, St. Pauli) reichte eine Führung nicht zum Erfolg. Viel schlimmer noch, nach den Verletzungen von Delura und Aydin, einem Eigentor von Vogt und letztendlich noch einer Gelb-Roten Karte für Toski kam der der VfL gehörig unter die Räder. Deutlicher konnte der Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit nicht aufgezeigt werden.

Neben den Erklärungen zu individuellen Stärken und vor allem Schwächen einzelner Spieler, scheint nicht nur für das Ergebnis sondern auch für die Entwicklung des Kaders eine entscheidende Frage zu sein, wie frisch einige Spieler im Kopf sind. Trolli-Arena schien ja den einen oder anderen zu inspirieren (Trolle sind, als negative Gegenstücke zur Feen und Elfen, oft schadenbringende Geisterwesen in Riesen- oder Zwergengestalt). Vielleicht haben die Verletzungen von Delura und Aydin den einen oder anderen Mitspieler geschockt, aber das darf natürlich kein Grund dafür sein, sich so abfertigen zu lassen. Vollkommen indiskutabel sind die Auftritte von Toski, Freier, Vogt und letztendlich auch Luthe (hier ein schönes Bild), die in grob fahrlässiger Weise Platzverweise Sperren riskiert und zum Teil auch verdient bekommen haben. Auch hier muss das Trainerteam ansetzen und den Jungs nicht nur taktische Disziplin beibringen. Sonst wird das nix.
.

Dienstag, 21. Februar 2012

Fastenzeit

Nach dem ausgefallenen Alstervergnügen nun also Karneval in Bochum. Ordentlich Stimmung war ja in der Hütte und das Spiel hatte einen hohen Unterhaltungswert, viele Aufreger und das glückliche Ende für uns. Der VfL ist damit das beste Team der 2. Liga seit dem  16. Spieltag  (wobei  1860 mit einem Nachholspiel noch an uns vorbei ziehen kann), ohne aber der Spitze wirklich näher gerückt zu sein. Trotzdem ist diese Entwicklung nach dem bisherigen Saisonverlauf und dem zwischenzeitlich letzten Platz versöhnlich und erfreulich.

Freitag, 10. Februar 2012

Auf der Reeperbahn sonntags nach eins...

Der durch das Premierentor von Nikoloz Gelashvili erfolgreich abgeschlossene Jahresauftakt mit dem 2:1 gegen Hansa Rostock hat Bochums Rolle im Niemandsland der Tabelle verfestigt. 12 Punkte nach unten, 15 Punkte nach oben. Die beiden Relagationsränge sind weit entfernt. Und so kann sich der Trainer weiter darin üben, die Mannschaft weiter zu entwickeln und ein Team für die neue Saison aufzubauen. Die Fans können vor allem die anstehenden Auswärtspartien und die Duelle gegen die Top-Teams geniessen. Nach Hamburg folgen Fürth, Paderborn und Frankfurt. Dazwischen noch das Spiel an der Wedau.

Sonntag, 29. Januar 2012

Abstriche

Wenn Jens Todt sagt, dass der VfL weiter ist als vor vier Monaten, dann hat der VfL-Manager den Zeitraum mit Sicherheit nicht ohne Bedacht gewählt. Am 24.9.2011 war der VfL nämlich Tabellenletzter der zweiten Bundesliga und hatte gerade sein Heimspiel gegen den SC Paderborn mit 0:4 verloren. Wenige Tage zuvor hat Andreas Bergmann den Posten des Cheftrainers beim VfL übernommen. - Dass Jens Todt mit Bedacht diesen Zeitraum gewählt hat, kann aber auch daran liegen, dass ein Vergleich mit nahezu jedem anderen Zeitpunkt der letzten 12 Monate zu einer anderen Einschätzung führen könnte.
Die Vorbereitung auf die Rückrunde ist ernüchternd. Der VfL kommt mit sechs sieben Spielern weniger und fünf Testspielpleiten zum Rückrundenauftakt am kommenden Wochenende. Aufbruch und Verbesserung  sind da mit Sicherheit die falschen Worte.

Dienstag, 17. Januar 2012

Winterpausen sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren...

Auch die Winterpause hat viel von ihrem Image verloren. Gerade ist man quasi Heiligabend kurz vor der Bescherung zum letzten Mal aus dem Stadion gekommen, geht es wieder los. Noch bevor man auf dem Sofa liegend den letzten Lebkuchen vom Weihnachtsteller gekratzt und die Vierschanzentournee bzw. Biathlon verdaut hat. Zwar startet am Freitag zunächst die niedere Liga mit dem Duell des fast sensationell in der Relegation Gescheiterten gegen den fast sensationell im Pokal Gescheiterten, aber auch die wahre Eliteliga zieht zwei Wochen später nach und das Power-Ruhr-Revir-Stadion nimmt uns wieder in seine Arme.