Dienstag, 17. Januar 2012

Winterpausen sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren...

Auch die Winterpause hat viel von ihrem Image verloren. Gerade ist man quasi Heiligabend kurz vor der Bescherung zum letzten Mal aus dem Stadion gekommen, geht es wieder los. Noch bevor man auf dem Sofa liegend den letzten Lebkuchen vom Weihnachtsteller gekratzt und die Vierschanzentournee bzw. Biathlon verdaut hat. Zwar startet am Freitag zunächst die niedere Liga mit dem Duell des fast sensationell in der Relegation Gescheiterten gegen den fast sensationell im Pokal Gescheiterten, aber auch die wahre Eliteliga zieht zwei Wochen später nach und das Power-Ruhr-Revir-Stadion nimmt uns wieder in seine Arme.

Früher dauerte eine Winterpause fast den ganzen Winter. Im Jahre unseres ersten UEFA-Pokal-Einzugs lagen zwischen dem Last-Minute-Ausgleich-Freistoßtreffer von Dariusz Wosz gegen Leverkusen und dem, nach falscher Elfmeter und Rote-Karte-Entscheidung gegen uns, glücklichen Remis in Duisburg ganze 71 Tage. Das sind 10 Wochen, bzw. 2 ½ Monate… Damals waren noch Hallenturniere als Ersatzdroge angesagt, um den kalten Entzug bis Rückrundenstart zu ertragen. Heute sind Tage wie der 12. Januar die kaum befriedigenden Pausen-Highlight, wo Sky-Bundesliga nacheinander die Bochumer Spiele gegen den FSV Frankfurt (0:00 Uhr), MSV Duisburg (2:00 Uhr), FC Ingolstadt (4:00 Uhr), Alemannia Aachen (6:00 Uhr) und 1860 München (8:00 Uhr) ausstrahlte.

Die  Winterpause war in den letzten Jahren aber auch deshalb eine andere, weil man sich regelmäßig Gedanken darüber machten musste, welche Transferaktivitäten der VfL noch machen müsste um das jeweilige Saisonziel (Klassenerhalt oder Aufstieg) zu erreichen. Diese Saison fehlt einem selbst diese emotionale Herausforderung, denn 10 Punkte nach unten und 15 Punkte nach oben lassen wenig Raum für Rechenakrobatik. Hätte man zuletzt gegen Cottbus, Braunschweig und Düsseldorf gewonnen, dann… - aber man hat nicht. Und darum geht es jetzt nur um sekundäre Ziele. Eines davon wäre, die verbleibenden sieben Heimspiele gegen die Nicht-Top-Teams aus Rostock, Berlin, Dresden, Ingolstadt, Karlsruhe, München und Braunschweig zu gewinnen. Ein weiteres ist, die Fahrt nach St. Pauli auch sportlich zu einem Highlight zu machen. In Aachen sollte man besonders motiviert sein und im Mai könnte man noch das Erzgebirge rocken.

Das Thema Transfer- und Spielerkaderüberlegungen kann diesmal ganz entspannt angegangen und auf den Sommer vertagt werden. Ob Heerwagen und Johansson gehen oder nicht ist, bis auf die finanziellen Einsparungen, egal. Für Tese und Aydin darf man keine Millionen-Offerten erwarten. Auch Neuzugänge sind aufgrund der finanziellen Situation kurzfristig nicht zu erwarten. Also ist alles entspannt und wir haben höchstens die Herausforderung, in unseren Erinnerungen abzurufen, welcher Spieler denn die Rückennummer 28 hat. An die 7 und die 10 werden wir uns hingegen (positiv und/oder negativ) schnell wieder erinnern…

Also Jungs und Mädels: Genießt den Winter, auch wenn er keiner ist, bei dem ein Bundesligatrainer sich dazu hinreißen lassen könnte, einen Spieler aus wärmeren Regionen einen Schneemann bauen zu lassen. Ab 5. Februar ist die kalte Jahreszeit dann vorbei und es sollte uns wieder wärmer ums Herz werden.

Ein Beitrag für die Westline-Kolumne

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