Dienstag, 21. Februar 2012

Fastenzeit

Nach dem ausgefallenen Alstervergnügen nun also Karneval in Bochum. Ordentlich Stimmung war ja in der Hütte und das Spiel hatte einen hohen Unterhaltungswert, viele Aufreger und das glückliche Ende für uns. Der VfL ist damit das beste Team der 2. Liga seit dem  16. Spieltag  (wobei  1860 mit einem Nachholspiel noch an uns vorbei ziehen kann), ohne aber der Spitze wirklich näher gerückt zu sein. Trotzdem ist diese Entwicklung nach dem bisherigen Saisonverlauf und dem zwischenzeitlich letzten Platz versöhnlich und erfreulich.

Vielleicht ist es auch gar nicht verkehrt, abgesehen von den finanziellen Einbußen, dass Trainer Bergmann nun Zeit hat, die Mannschaft zu entwickeln und zu formen.  Der permanente Druck, in jedem Spiel das Maximum herauszuholen, kann auch vieles verhindern und man bleibt letztendlich auf der Stelle stehen. Hertha BSC und Hoffenheim haben bereits ihre langfristigen Pläne, die mit konkreten Trainer erreicht werden sollten, aufgegeben und stückwerkeln jetzt daran, das Schlimmste zu verhindern. Auch in Stuttgart, Leverkusen und Köln scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, wann es erneut zu Veränderungen kommen wird und man wieder eine verlorene Zeit bilanzieren muss. Langen Atem scheint man nur noch in wenigen Clubs, wie Augsburg und Fürth zu haben. Schade, denn dass Trainerdiskussionen die Spieler aus der Pflicht nehmen und Trainerwechsel aber nicht automatisch Erfolg mit sich bringen, zeigt sich immer häufiger. Andreas Bergmann soll die Saison in Ruhe zu Ende bringen und die Spieler im Kader identifizieren, die hungrig, lernwillig und -fähig sind.

Und so können wir vielleicht doch noch eine interessante Restsaison erleben, das Heimspielprogramm erlaubt eine Erfolgsserie und vielleicht gelingt es ja doch noch, einen der "großen Fünf" bei einer lustigen Auswärtsfahrt zu ärgern, vielleicht sogar schon am kommenden Wochenende. Auch können wir uns sicherlich an den neuen Spielern mehr erfreuen, als wir den scheidenden hinterherweinen müssen. Tese ist schon demontiert worden, bevor er im Kölner Fan-Shop eingekauft hat und Ostrzolek wird sich mehr mit seinen Ansprüchen herumschlagen, als im Abstiegskampf Punkte sammeln zu können. Gleichwohl wünsche ich den beiden viel Erfolg und würde mich freuen, wenn sie sich durchsetzen.

Am Aschermittwoch soll ja bekanntlich einiges vorbei sein. Vielleicht haben wir aber noch viel Freude an einem zweiten Frühling von Aza, Federico und Delura, an Highlights unserer Youngstars oder sogar eine Willi-manie, die Erinnerungen an Gekas wach werden lässt. Und so ist das Motto der diesjährigen Fastenzeit "Laßt uns aufeinander achten und uns zur Liebe und zu guten Taten anspornen" vielleicht auch ein wenig auf unseren VfL gemünzt...

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