Dienstag, 13. März 2012

Ihr macht unseren Fußball nicht kaputt!

Klare Botschaft von FC-Fans


Die letzten Wochen haben einen neuen Höhepunkt in Sachen Gewalt, Sachbeschädigung und des unter dem Mantel der Pyro-Kultur versteckten asozialen Verhaltens gebracht. Traurige Höhepunkte dabei waren die Versuche von Kölner und Rostocker Kriminellen, andere Menschen auf der Autobahn anzugreifen und damit schwere Unfälle und schwerste Verletztungen von friedlichen Fußballfans, Frauen und Kindern in Kauf zu nehmen. Hier sind jegliche Grenzen überschritten. Und es gibt darauf nur die klare Antwort des Staates und der Gesetze: Kein Pardon der Richter und harte Strafen!

Darüber hinaus wurde der 1.FC Nürnberg mit 100.000 Euro zur Kasse gebeten, Dynamo Dresden trug ein Geisterspiel aus, Eintracht Frankfurt darf keine Fans mit nach Berlin nehmen und in St. Pauli wurde untersagt, Karten für das Spiel in Rostock zu verkaufen. Die DFL erhöht eindeutig den Druck. Und was passiert beim VfL Bochum? Beim Heimspiel gegen Dresden entzündet eine Zuschauerin im Ultra-Bereich der Ostkurve, wo auch ein Plakat "Baise la police" (Fick die Polizei) aufgeangen wurde, ein Bengalo, beim Spiel in Paderborn sind es gleich ein Dutzend der im Stadion verbotenen Pyro-Artikel, die im Ultra-Bereich entzündet und sodann auf den Platz geworfen wurden. Im Sonderzug nach Bochum wurde anschließend erheblich randaliert und Polizisten mit Flaschen beworfen.

Wenige Tage zuvor hatten die Bochumer Fan-Clubs einen offenen Brief verabschiedet. "Der VfL und wir sind Botschafter dieser Stadt. Bei Heimspielen. Bei Auswärtsfahrten. Über die Medien", heißt es da unter anderem. Die Botschaft am Wochenende war jedoch leider wieder mal eine andere. Von diesem Auftritt kann man sich nur distanzieren. Wenn man Gründe braicht, dass sich kommunale Unternehmen aus der kostspieligen Unterstützung des VfL zurückziehen, dann wurden die in Paderborn erneut geliefert. Sparkasse und Stadtwerke können ihre regionale und soziale Verantwortung mit Sicherheit woanders kritikloser mittels tausender Euros unterbringen.

Was jetzt notwendig ist, ist ein radikaler Reinigungsprozess in der Fan-Kurve. der über die angedachten Maßnahmen des Vereins hinausgeht. Wenn die Fans selber nicht Willens oder in der Lage sind, diesen alleine herbeizuführen, dann muss der Verein aktiv werden. Personalisierte Auswärtstickets, höhere Preise, Einschränkungen für die Zuschauer, stärkere Kontrolle und Überwachung, strengere Strafen, Weitergabe der Kosten. Das erwarte ich als Mitglied, Fan, Familienvater und ehemaliger Nachwuchstrainer. Der Fußball denen, die ihn lieben und nicht denen, die eine Bühne für ihre Profilierung suchen. Vielleicht können sich die organisierten Fans zu einer gemeinsamen Aktion verständigen. Einheitliche T-Shirts mit einer klaren Aussage, ein Banner in Block A oder die akustische Botschaft, dass die übergroße Mehrheit der Fans dieses Spektakel und die Vereinsschädigung, die weit über die kommunizierten 400.000 Euro hinausgeht.
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Kommentare:

  1. höhere Ticketpreise? Einer solchen Maßnahme kann ich nicht folgen.
    Richtig ist, dass die Stringenz bei der Ahndung solcher Straftaten erhöht werden muss. Aber auch präventiv muss mehr getan werden. Die Straftäter sind doch bekannt. Wie kommen "Wilde Horde", "Schickeria" etc. an Tickets? Hier sind auch die Vereine gefordert.

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  2. Höhere Ricketpreise für Auswärtstickets (darf der Gastverein wohl nur in Form einer Vorverkaufsgebühr machen) zur Refinanzierung der DFL-Strafen könnten dazu führen, dass die anderen Auswärtsfahrer den Druck auf die Pyro-Menschen erhöhen. Ein richtigerer Ansatz ist aber zweifellos, dass der Verkauf der Auswärtstickets personalisiert wird. Hierbei sind dann aber wieder verstärkte Einlasskontrollen notwendig. Bei Vereinen, wo das Auswärtskontigent regelmäßig nicht komplett abgerufen wird, ist es allerdings leicht, sich von anderen Personen Tickets besorgen zu lassen.

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  3. Höhere Preise halte ich für völlig daneben, verschließt es doch auch jenen Fans die Möglichkeit Fußball zu erleben, die es nicht so dicke haben. Der Selbstbereinigungseffekt wird ausbleiben.
    Die Klubs wissen über ihre Pappenheimer doch sehr genau Bescheid. In Köln hat man JETZT der "Wilden Horde" den Fan-Club-Status aberkannt. Richtiger Schritt, aber viel zu spät.
    Die Pyromanen sind doch als Ultra-Fanclub jedem Verein bekannt, warum werden diese Leute mit Tickets versorgt? Die gestrige Polizei-Aktion gegen die WH zeigt doch, dass die Leute namentlich bekannt sind. Hier würde ich mir mehr Härte seitens der Vereine wünschen. Personalisierung funktioniert in anderen Ländern doch auch - warum nicht hier? Aber solange Klubs mit obskuren Ticketbörsen mehr Geld verdienen als über den üblichen Verkauf (z. B. Bayern), ist Kontrolle schlecht machbar. Höhere Preise schrecken nicht ab.

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