Dienstag, 15. Mai 2012

Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast


Jens Todt und Andreas Bergmann wollen einen spannenden
Kader zusammenstellen, der wieder Spaß an die Castroper bringt.
(Bild: vfl-bochum.de)
... – Du hast Dir die Wunden nach dem unglücklichen Relegations-Aus gegen Mönchengladbach geleckt und warst voller Zuversicht, in diesem Sommer wieder im gleichen Spielplan aufzutauchen wie der FC Bayern und die beiden Nachbarschaftsclubs.
Und jetzt das. Ein Sommer, der nach dem Vokabular von Jens Todt zumindest dahingehend „spannend“ zu werden verspricht, was die Gestaltung des neuen Kaders betrifft. Jung sollen sie sein, die neuen Spieler, willig und billig. Das ist allerdings weniger eine Frage der Philosophie, sondern eine zwingende Notwendigkeit. Die Kassen sind leer und die Aussichten auf helfende Einnahmen im dritten Zweitligajahr schlichtweg mies. Die TV-Einnahmen werden geringer, der Zuspruch der Zuschauer und VIPs dürfte maximal stagnieren und damit einhergehend die Sponsorensituation sich nicht verbessern. Netto, Fiege, Nike, Faber, Stadtwerke und rewirpower sprechen für sich. 

Das großen Murren und Äußerungen, dass man in Bochum nicht immer nur gegen den Abstieg (aus der 1. Liga) spielen will, sind der ernüchternden Realität gewichen. Der alljährliche Neuaufbau muss diesmal wirklich ein grundlegender sein. Es hört sich immer wieder gut an, wenn man auf eigene Talente oder zumindest welche aus der Region setzen will. Doch faktisch funktioniert das nicht. Weil es zu wenige (zwei-)bundesligataugliche Talente gibt und diese, wenn sie denn wirklich gut sind, schnell woanders landen. Über Grote, Rzatkowski, Kefkir und Prokhop können in Bochum ganz besondere Lieder gesungen werden. Ostrzolek, Ginczek und vielleicht auch Luthe können wir in Bochum derzeit aus finanziellen Gründen nicht halten. Also was sollen es für Talente sein, die wir an uns binden können und die uns auch über einen längeren Zeitraum hinweg voranbringen? Das Kommen und Gehen wird steter Begleiter an der Castroper sein.

Chaftar (26) aus Burghausen, Rothenbach (31) von St. Pauli, Bertram und Brügmann (beide 21, HSV) sagen uns noch nicht viel. Richtig und wichtig ist aber, was Bergman und Todt sagen: Wir wollen ein Mannschaft sehen, die Spaß macht, die Leidenschaft und Mut zeigt. Hoffen wir, dass der neue Kader das hergibt. Letztendlich werden wir es bei den ersten Spielen sehen, ob die neue Mannschaft Potential hat oder die Stagnation auf niedrigem Niveau fortgesetzt wird.

Auch die Saison in dieser Liga wird, um mit Todt zu sprechen, voraussichtlich spannend werden. Hertha (sofern sie das Ding in Düsseldorf nicht doch noch rumreißen) wird sich den Aufstieg wieder übers Geld sichern. Bei Köln und Kaiserslautern dürfte es anders aussehen. Am Dom wird kein Stein auf dem anderen bleiben und es ist höchst ungewiss, ob dort eine Mannschaft zusammengestellt werden kann, die auch zusammen passt und den Umschwung einleiten kann. In der Pfalz konnte unser von vielen verehrter Stefan Kuntz auch mit viel mehr Geld, als er in Bochum gehabt hätte, keinen erstligatauglichen Kader zusammenstellen. Auch hier ist vollkommen offen, wo es hingeht. Danach kommen vielen Fragezeichen. Nur St. Pauli ist zuzutrauen, dass es dauerhaft oben mitspielen kann. Mitfavorit sind vielleicht noch die Münchner Löwen. Aber Paderborn, Union, Braunschweig, Dresden, Duisburg und wie sie alle heißen sind nur Kandidaten fürs Mittelfeld. Und so kann vielleicht noch eine Überraschungsmannschaft oben mitmischen.

Wer Deutschland kennenlernen will, der sollte sich in der Schweineliga aber wohl fühlen. Besonders der Osten und der  Süden unseres Landes kann erkundet werden. Sandhausen, Aalen und Regensburg gesellen sich zu Ingolstadt und Kaiserslautern. Dazu Aue, Cottbus und Dresden. Und natürlich die Weltstätte Berlin, München, Hamburg, Frankfurt und Köln. Groundhopper, was willst Du mehr?
In diesem Sinne harre ich der Dinge die da kommen. Freue mich  auf die neuen Trikots, den Spielplan und die Dauerkarte. Denn die bleibt für einen Unbeugsamen natürlich Pflicht.

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