Dienstag, 2. Oktober 2012

Englisches Frühstück - Englische Woche....

Eine englische Woche kann manchmal wie ein englisches Frühstück sein. Man erwartet nicht viel und ist danach trotzdem enttäuscht. Geschmacklos, lieblos, langweilig und am Ende auch noch Verdauungsprobleme. Nach dem durchaus guten, aber sieg- und torlosen, Auftritt gegen 1860 München wurde schnell gerechnet, dass in der besagten englischen Woche doch sieben oder neun Punkte geholt werden könnten. Doch am Ende waren es dann nur zwei und das Gefühl satt zu sein, ohne wirklich was Leckeres bekommen zu haben.

Pech hin, ausgebliebene Elfmeterpfiffe her. Vielmehr als zwei Punkte hätten wir auch nicht verdient gehabt, die beiden Remis hätten auch Niederlagen werden können. Der Blick auf die Spielweise und Spielverlauf macht deutlich, dass es unserer Mannschaft wohl nicht nur daran fehlt, das Optimum abzurufen. Es fehlt an Qualität, besonders im Sturm. Keine der drei Stürmer hat bisher auch nur ansatzweise angedeutet, dass er wirklich eine Torgefahr ist. Das Mittelfeld verzweifelt an seiner Rat- und Ideenlosigkeit. Das am Sonntag Slavo Freier, neben Alexander Iashvili, der Antreiber und Kreativposten war, stimmt bedenklich. Goretzka sei allemal verziehen, dass es mal nicht so läuft, aber Tasaka war erneut ein Ausfall, Delura konnte überhaupt nichts bewegen (kleine Entschuldigung wegen der langen Verletzungspause) und Starspieler Ortega bekam wahrscheinlich zu Recht  keine Chance sich noch einmal zu blamieren. Äußerst schwach auch die Vorstellungen der beiden Außenverteidiger Chaftar und Brügmann, trotz des Tores.
Und so fragt man sich nach der ernüchternden Woche, was denn nun überhaupt noch kommen kann. Nach acht Spielen acht Punkte Rückstand nach oben sind faktisch uneinholbar. Nach unten sind es nur drei Zähler und nun kommen mit Braunschweig und Hertha Teams des Kalibers, gegen die der VfL in der letzten und in dieser Saison noch nicht gewinnen konnte. Wir erinnern uns: In der vorrigen Spielzeit zwei Punkte aus den zehn Spielen gegen die Top-5. Und dieses Jahr mit einem 0:0 und einem 1:2 gegen 60 und Lautern gestartet. Wenn die beiden folgenden Spiele schief gehen, haben wir in Aue ein waschechtes Kellerduell.

Umso verwunderlich erscheinen mir die Einschätzungen von Spielern und Verantwortlichen. Da wird von „ordentlicher“ Leistung gesprochen (Freier und Kramer nach dem Duisburg-Spiel) und Cheftrainer Bergmann meint nach dem jüngsten Auftritt allen Ernstes „In den ersten vier bis fünf Minuten haben wir dann auch eigentlich gut angefangen“. Man ist unglücklich ob der Ergebnisse (Luthe gegen Ingolstadt: „Ich finde wir waren die bessere Mannschaft“), findet alles doch irgendwie ganz gut (Todt gegen Lautern: „Dennoch sind wir grundsätzlich auf dem richtigen Weg“). - Meine Herren, das sind die falschen Worte. Ordentlich reicht nicht. Und den richtigen Weg erkennt man letztendlich an Toren und Punkten. Ich sehe die Gefahr, dass alles so lange schön geredet wird, bis uns das Wasser wieder bis zum Halse steht.
Ich glaube nicht, dass sich der VfL in den letzten Monaten verbessert hat. Das eine mag etwas besser sein, anderes ist allerding auch schlechter geworden. Unterm Strich eine Nullnummer. Ende letzte Saison waren wir glücklicher 11. Auf dieser Position sind mir momentan ebenfalls wieder. Mit Tendenz nach unten.

Darum wird es jetzt höchste Zeit, mal etwas mehr abzurufen, noch etwas mehr Einsatz zu zeigen,  etwas genauer zu spielen und etwas genauer zu treffen. Aber vielleicht wird uns der VfL ja überraschen und mich Lügen strafen. In Braunschweig und gegen Berlin könnte ihm das tatsächlich gelingen. Ich hoffe übrigens auch, dass das nächste englische Frühstück vielleicht doch schmackhaft sein könnte…

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