Mittwoch, 31. Oktober 2012

Interview mit Peter Neururer


Peter Neururer als VfL-Trainer und
Marcus Kremers als Offizieller
von Eintracht Schwerin beim
Hallenturnier in Schwerin 2003
Lieber Peter Neururer, zunächst die Frage nach Ihrer Gesundheit. Wie geht es Ihnen heute?
Wunderbar. So gut, wie nie zuvor.

Ändern Sie etwas in Ihrem Tagesablauf?
Nein. Ich habe nur aufgehört zu rauchen.
 
Im Oktober erschien Ihr Buch. Beenden Sie damit offiziell Ihr Trainer-Kapitel oder hoffen Sie, noch einmal an der Linie stehen zu können?
Wenn in dieser Saison ein Angebot von einem Verein kommt, von dem ich überzeigt bin und der mir am Herzen liegt, dann steige ich nochmal ein. Anderenfalls ist Schluss und ich konzentriere mich zu 100% auf meine Tätigkeit rund um den Fußball, z.B.  als Kommentator bei Sport1.
 
Rot-Weiss Essen, Alemannia Aachen, Schalke 04, Hertha BSC, 1.FC Saarbrücken, Hannover 96, 1.FC Köln, Fortuna Düsseldorf, Kickers Offenbach, LR Ahlen, VfL Bochum, MSV Duisburg. Die Liste der Vereine, die sie trainiert haben, ist lang. Meist war Ihr Engagement nach ein bis zwei Jahren beendet. Haben Sie eine Erklärung dafür?
Es gibt zu viele Idioten in den Vereinen, so dass ich für länger in der Regel keine Lust hatte.
 
Beim VfL Bochum hielten Sie es lange aus und führten den Klub in den UEFA-Cup. Was war damals das Herausragende im Verein, was diesen Erfolg ermöglicht hat?
Der VfL hatte eine unglaubliche Vereinsführung. Hier passte alles: Zusammenhalt, Realistische Zielsetzungen, tolle Zuschauer. Das habe ich weder vorher noch nachher bei einem anderen Verein in der Form kennengelernt.
In der darauffolgenden Saison stieg der VfL ab, nachdem er extrem unglücklich in der 1. Runde des UEFA-Cups ausgeschieden war. Wie oft haben Sie noch an dieses Jahr zurückgedacht?
Täglich.

Welche Erfahrung haben Sie daraus gezogen?
Dass man mit gleicher Arbeit in einer Saison Erfolg und in der anderen Misserfolg haben kann.
Einige Ihrer ehemaligen Vereine sind derzeit sehr erfolgreich (Hannover, Schalke, Düsseldorf). Andere sind nahezu im freien Fall (Aachen, Köln, Duisburg). Wie sehr nehmen Sie noch Anteil an den Entwicklungen in den Vereinen?
Emotionale Bindungen haben ich nur zum VfL, dem 1.FC Köln und Schalke 04.
 
Sie sind ein Freund des offenen Wortes, wenn es darum geht, wie mit Trainern oftmals umgegangen wird. Hat sich hier etwas geändert und erwarten Sie bei diesem Thema Veränderungen?
Es ist schlimmer geworden und wird stetig schlimmer, wie mit Trainern umgegangen wird. Bei Andreas Bergmann wurde morgens von verantwortlicher Stelle gesagt, dass er Trainer bliebt. 24 Stunden später ist er entlassen. Das gehört sich nicht. Das ist traurig.
Momentan sind die Fans bzw. sogenannten Ultras in den Schlagzeilen. Übergriffe auf andere Fans, Pyrotechnik im Stadion, Platzstürmungen, Angriffe auf eigene Spieler. Ihre Meinung dazu?
Das sind für mich keine Fans. Die benutzen den Fußball als Bühne für ihre teilweise kriminellen Taten. Deren betrieben Verharmlosung der Pyrotechnik ist grauenhaft. Die wissen gar nicht was sie tun. Solche Leute gehören ausgegrenzt. Fans sind anders. Das alles ist aber ein auch ein gesellschaftliches Problem.
 
Fußball und Kommerz. Ein ewiges Thema. Wie weit darf sich der deutsche Fußball, getrieben durch die internationale Wettbewerbsfähigkeit, verändern, um seine Seele nicht zu verlieren?
Er hat schon seine ursprüngliche Seele verloren. Aber Kommerz gehört zu einem gewissen Teil dazu. Vereinstreue war früher selbstverständlich. Heute kommen und gehen immer mehr Modefans in die Stadien. Wohlgemerkt in die Stadien. Die kommen oftmals nicht zu einem bestimmten Verein, auf den sie sich einmal festgelegt haben.
Zum Schluss noch einmal zum VfL. Wie bewerten Sie die Entwicklung der letzten Jahre und Monate sowie die Perspektive des Clubs?
Die Entwicklung ist grauenhaft schlecht. Die Perspektive desolat. Das war vermeidbar und hat mit dem Ausscheiden von Werner Altegoer begonnen. Es muss sich vieles ändern beim VfL um nicht in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Der VfL muss eine Top-Adresse im deutschen Fußball bleiben bzw. schnell wieder werden.
 
Vielen Dank und alles Gute!

 

Kommentare:

  1. Pedda ich und alle VfL Fans vermissen Dich :(

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  2. Nein, nicht ALLE Fans !!!
    Es war ne geile Zeit mit Pedda, aber er ist nicht mehr der Richtige für den VfL.

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    1. So sieht's aus. Man muss ihn nicht, wie es einige VfL-Fans tun, verdammen, aber er wäre definitiv nicht mehr der richtige Trainer für uns (wie auch einige Aussagen in dem Interview zeigen).

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  3. Man ist das ein grauenhaftes Interview.
    Klingt mehr wie eine Pressekonferenz eines Trainers der Vergangenheit, der sich nochmal ins Gerede bringen will.

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  4. Peter, WIR vermissen Dich !!!!


    komm zurück und bewahre uns vor der 3 Liga! BIIITTTEEEEE !!!

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