Dienstag, 13. November 2012

So fühlt sich Organabstoßung an...

(Noch) keine
rote Laterne
Zwei ereignisreiche Wochen liegen hinter uns. Wegweisende Spiele und weitreichende Entscheidungen. Doch was hat sich unterm Strich geändert und wie steht der VfL nun gegenüber seiner Philosophie und seinen Ansprüchen dar? Sportvorstand Jens Todt hat diese Woche in einem Interview ausführlich Stellung bezogen. Doch sachlich betrachtet gibt es nicht viel Neues beim VfL. Die Probleme bleiben ebenso die Gleichen wie die sportliche Entwicklung. Kein Trainer (und es waren immerhin fünf) hat es nach der Entlassung von Marcel Koller im September 2009 geschafft, eine Mannschaft zu bauen, die den selbstgestellten Ansprüchen genügt.


Und auch Karsten Neitzel wird es bis zum Saisonende nicht schaffen, aus den vorhandenen Spielern eine Mannschaft zu formen, die mehr erreichen kann als einen Mittelfeldlatz in der Zweiten Liga. Man darf auch nicht mehr von ihm erhoffen. Denn Mannschaft hat nicht nur in ihrer Qualität Grenzen, sie ist auch nicht so strukturiert, dass sie eine Eigendynamik entwickeln kann und über sich hinauswachsen würde. Die Analyse ist nicht neu, mag bitter sein, aber sie schützt vielleicht vor allzu vielen weiteren Enttäuschungen. Auch gegen in vielen Bereichen limitierte Paulianer gelang es gestern nicht so etwas wie Druck aufzubauen und Chancen zu entwickeln. Gefällig wirkte der VfL über einzelne Spielabschnitte. Das war es dann aber auch. Zu keiner Zeit zwingend, drückend oder auch nur optisch überlegen. Dass im neunten sieglosen Ligaspiel in Folge kein Sieg gelang, dass der VfL in der ersten Halbzeit immer noch kein Tor erzielt hat und dass Dabros Rücken den erneut glücklichen Punktgewinn verursachte, unterstreicht das Dilemma.
 
In dem Team passt einfach nichts zusammen. Die Abwehr ist außen wie innen fahrig und lässt viel zu viele Chancen zu. Der Sturm ist ein absoluter Fremdkörper im Spiel. Und das Mittelfeld hat zwar Potential, aber es findet nicht zueinander. Nachts träume ich davon, dass Tasaka, Goretzka und Iashvili mal ordentlich wirbeln, in der Realität macht jeder für sich und findet letztendlich keinen Abnehmer. So muss sich eine Organsabstoßung anfühlen…
Hoffen wir, dass im zehnten Zweitligaspiel mal wieder ein Sieg, egal wie, rausspringt und wir uns damit etwas Ruhe einkaufen und der elende Blick auf die Tabelle etwas erträglicher wird. Mehr erhoffe ich von Spieltag zu Spieltag nicht mehr.

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