Dienstag, 8. Januar 2013

Winterpause

Ich fühle mich wie Roland Wohlfahrt im Winter 94/95, setze aber auf natürliche Gewichtsregulierung bis Ende März. Ich hab ja Zeit. Gute Vorsätze und Wünsche fürs neue Jahr hab ich trotzdem. In einem Kurzurlaub im Harz konnte ich der verzauberten Schildkröte in der Iberger Tropfsteinhöhle über den Rücken streichen und mir was wünschen. Da die Zwerge dort nicht auf Reichtums-Wünsche stehen, hab ich einen Sieg beim VfB Stuttgart angebracht. Ist ja wohl nicht zu viel verlangt. Wenn das klappt, muss ich bis Ende Mai wohl noch zwei Mal in den Harz fahren. Mach ich aber gerne.
 
Das erste Testspiel ist tatsächlich ohne Verletzungen über die Bühne gegangen. Toski, Freier, Luthe, Ortega,.. alle dabei und auf eigenen Füßen den Platz verlassen. Schade, das Dabrowski die wettkampfreie Zeit nicht unverletzt überstanden hat. Vielleicht reicht es bei ihm ja bei Ende Februar zum erwähnten Wunder und der Erlegung des Bruno-Bärens.

Das Personalkarussell dreht sich in Bochum ja mittlerweile recht langsam. Der eine oder andere wird verliehen, für Verstärkungen fehlt das Geld. Der Trainer bekundet ganz loyal, der Kader sei stark genug. Das stimmt wohl auch, wenn man nur auf das Ziel Klassenerhalt blickt.

Auch mit personellen Turbulenzen wie in der Hinrunde sollte es für Rang 15 reichen. Aber um perspektivisch ligatauglich aufgestellt zu sein, müssen auf einigen Positionen Verstärkungen her. Das weiß jeder, sagt es aber aus verständlichen Gründen lieber nicht. Wie sehr der VfL aber in seinen Möglichkeiten eingeschränkt ist, lässt sich daraus ableiten, dass viel, zu viel, auf das Prinzip Hoffnung gesetzt wird. Hoffentlich holt Villis neue Sponsoren ran, hoffentlich kommen wir im Pokal ins Achtelfinale/ Viertelfinale, hoffentlich findet sich die Mannschaft, hoffentlich platzt der Knoten im Sturm,… „Et hät noch emmer joot jejange“ mag zwar im Kölschen Grundgesetz verankert sein, an der Castroper sollte man sich darauf aber nicht verlassen. Und so sind im Moment mehr denn je die Ur-Bochumer Tugenden gefragt: Arbeiten, kämpfen und Überraschungsmomente setzen. Nicht nur auf dem Platz sondern auch bei der Sponsorensuche, beim Gewinnen neuer (und alter) Zuschauer und in der Transferpolitik. Und Jens Todt sollte sich nach überstandener Grippe nun voller Energie den Verstärkungen und auch den auslaufenden zwölf Spielerverträgen widmen, sonst könnte der 43. Geburtstag sein letzter beim VfL sein.
 
Apropos Transfers. Welche Entwicklung bei Lewis Holtby. Nicht nur sportlich. Wie war es seinerzeit als er zum VfL kam: „Schon jetzt identifiziert sich Schalker Leihgabe von Kopf bis Fuß mit dem VfL.“ Und Holtby selbst: „Hier riechst du die Currywurst noch auf dem Spielfeld. Das ist der Fußball, den ich liebe.“. Na ja Fish and Chips riechen in London ja ähnlich. Und der „Wayne Rooney Asiens“ ist auch wieder zu Hause angekommen. Zu Hochschulzeiten in Japan bekam er damals ein FC-Trikot geschenkt. „Einige Jungs hatten ein Trikot vom FC Barcelona, andere vom AC Mailand. Ich hatte eins vom FC“, so Tese. Jetzt wird er ein paar mehr haben, denn der Trikottausch nach FC-Spielen fiel für ihn ja meistens aus. Ich wünsch ihm alles Gute. Schade, dass es beim VfL nach gutem Start nicht geklappt hat.
 
Ich freue mich auf die Rückrunde, warte sehnsüchtig auf die nächsten fixen Terminierungen um vielleicht in die Pfalz, die Lausitz oder die flughafenbefreite Brandenburger Provinz fahren zu können und hoffe einfach auf die nächste positive Überraschung der Bochumer Jungen in Blau und Weiß. Schön wäre es, wenn die Fans wieder zueinanderfinden und gemeinsam den VfL so sensationell unterstützen wie beispielsweise zuletzt gegen 1860. Es gibt nichts schöneres, als diese Tage im Ruhrstadion, wo wirklich alles zu einer Einheit verschwimmt. Wer denkt dann noch an Titel und Trophäen…

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