Dienstag, 12. Februar 2013

Aschersonntag


Man kann sich Karneval leider
nicht alles schön trinken..
Es gibt Spiele, da weiß man schon nach wenigen Minuten, dass es kein gutes Ende nehmen wird. So am Sonntag. Den Karnevalsumzug in Leverkusen hatte sich noch nicht ganz formiert, da wurden mir und gut 10.000 anderen Jecken im Ruhrstadion von Beginn an ein Festival der Unzulänglichkeiten geboten. 27% Fehlpassquote, drei Torschüsse und erst in der 85. Minute die einzige Ecke für das Heimteam. Wohlgemerkt gegen den Tabellenletzten. Was ein Grauen. Und nein, die vertretbare rote Karte gegen war nicht die Schlüsselszene des Spiels. Der VfL war vorher und nachher gleichermaßen ideenlos, vollkommen hilflos in den Kreativ- und Offensivabteilungen.

So schnell geht’s also wieder einmal in Bochum. Die Hoffnung auf bessere Zeiten wurde Ende letzten Jahres mit drei Siegen eingeläutet. Nach Spiel 2 im neuen Jahr läutet es wieder rund um die Castroper. Allerdings sind es Alarmglocken, denn der VfL hat den Abstand zu den Abstiegsrängen wieder verkürzt und ein nüchterner Blick auf den Fahrplan lässt erahnen, was nun kommt: Abstiegsangst pur. Und hier darf man auch die personelle Situation ins Feld führen, denn dem VfL fehlen aktuell jegliche Alternativen im angesprochenen kreativen und offensiven Bereich. Dedic, Aydin, Ortega, Freier, Tasaka alle verletzt (wobei man sich ernsthaft fragen muss, was das zum Teil für Verletzungen sind). Gelashvili, Scheidhauer, Iahvili und Delura offensichtlich nicht in der Lage Akzente zu setzen. Dass der Trainer erst in der 80. Minute auswechselt, spiegelt die ganze Alternativlosigkeit des Elends wieder. Goretzka, Rzatkowski und Kramer sind als junge Spieler verständlicherweise nicht in der Lage, eine Mannschaft nach vorne zu treiben, die körperlich und mental überaltert zu sein scheint (Schnitt am Sonntag: 26,8 Jahre gegenüber 25,0 beim Jahn). Die Erfahrung bei Dabrowski, Maltritz, Iashvili und Sinkiewicz hin oder her, mitreißen können sie das Team anscheinend nicht mehr. So werden Goretzka und Kramer, ebenso wir Rzatkowski, ihre sportliche Zukunft nicht in einem solchen Umfeld sehen.  

Bereits letztes Jahr war die nachkarnevalistische Fastenzeit beim VfL eine Leidenszeit mit nur einem einzigen Punkt aus sechs Spielen. Vielmehr werden dieses Jahr auch nicht mehr herausspringen. 1860, Lautern, Ingolstadt und Hertha auswärts sowie Braunschweig und Duisburg zu Hause reicht eine Hand zum zählen. Ähnlich muss sich der Papst bei seiner Rücktrittsentscheidung gefühlt haben. Selbst die Vorfreude auf das Pokalspiel in Stuttgart, die aufgrund der Katastrophe-Serie der Schwaben erheblich war, ist bei mir nahezu lethargischer Gleichgültigkeit gewichen.

Keine Ahnung, wie aus diesem Loch wieder rausgekommen werden kann. Selbst mein rheinischer Frohsinn kann der momentanen Stimmungslage nicht entgegenbringen. Mir scheint, der VfL manövriert sich immer tiefer in eine ausweglose Situation und dem Abstieg aus Liga Zwei. Und Retter sind schon lange an der Castroper nicht mehr gesehen worden…

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