Freitag, 1. Februar 2013

Bochumer können auch andersherum rechnen

Endlich vorbei die Winterpause, Jahresaufgalopp in der Ostalb, wo zum traditionellen Römerlager und den Jazztagen jeweils rund 12.000 Gäste kommen. Zum heimischen Fußballverein pilgern solche Massen nur, wenn es gegen Kaiserslautern oder Köln geht und die Gäste entsprechende Horden mitbringen. Das letzte Heimspiel gegen den MSV Duisburg besuchten gerade einmal 4.500 Menschen. Und das trotz einer mehr als respektablen ersten Zweitligasaison des VfR. Vor dem 0:1 gegen den MSV standen sie auf Platz 5. Am heutigen Freitagabend werden 90% die fleißigen Menschen aus der Stadt mit dem Adler und dem Aal im Wappen wohl auch besseres zu tun haben als sich den Auftritt des Rückrundentabellenführers anzuschauen. 6.000 Zuschauer werden erwartet.

Die Bochumer Vorfreude auf die Fortsetzung der Serie (3:0 in Dresden, 4:0 gegen Paderborn, 3:0 gegen 1860) wurde zuletzt durch zwei Testspielniederlagen getrübt. Zudem gibt es nach wieder verletzungsbedingte Ausfälle. So wird Michael Delura seinen bisherigen 200 Spielminuten keine weitere hinzufügen, was nicht ins Gewicht fallen dürfte. Auch Christoph Dabrowski kann seine Bilanz aktuell nicht weiter verbessern. Immerhin gewann der VfL vier der sieben Partien, bei denen der Lange auf dem Platz stand. Hoffnungsträger Mikan Aydin, der zwar erst an fünf Spielen als Teilzeitarbeiter mitwirkte, aber immerhin bei den letzten beiden Partien drei Treffer erzielte, hat kurzfristig das Sofaticket bekommen und auch Yusuke Tasaka wird das Trikot mit der Nummer 8 nicht übertreifen. So wird wieder improvisiert und gehofft, dass einer einen goldenen Tag hat. Die Hoffnungen liegen, wie immer, vorrangig auf Dedic und Goretzka.

Mit dabei sein wird Michael Lumb, nicht zu verwechseln mit Heffa Lump. Er hat beste Karten der neue Freund der Bochumer zu werden. Der Däne wird die Abwehr des VfL verstärken und hoffentlich einen ähnlichen Eindruck hinterlassen wie Sören Colding, der 149 mal für den VfL spielte und Publikumsliebling wurde. Nicht wenige die sich freuen, dass ein Däne gekommen ist und kein Lumbvili...

Eine Serie von drei Ligasiegen in Folge gab es zuletzt in der Saison 2010/11. Trotzdem wird sicherlich nicht nur in der WAZ mit sieben, acht, neun Punkten aus den nächsten drei bis vier Spielen, dem Entledigen der größten Sorgen und dem Blick in die obere Hälfte gerechnet. Aber der Bochumer an sich hat gelernt, auch andersherum zu rechnen. Bereits nach dem ersten Spieltag war rechnerisch klar, dass die Spiele gegen Paderborn, Aalen und Regensburg neun Punkte und die Tabellenführung bedeuten. Nun in Aalen ein 0:1, gegen den Jahn ein 1:1 und bei den Löwen 0:2 würde uns am 23. Spieltag gegen den MSV Duisburg ein Spiel gegen Platz 16 einbringen. In Bochum drehen sich manchen Sachen schnell, bis auf das Spielerkarussell...

Aufsichtsratschef Villis hat jüngst in einem Interview deutlich gemacht, dass ihm Seriosität, Kontinuität und Professionalität wichtig sind. Das ist gut so. Hoffen wir, dass sein offensichtliches Festhalten an Jens Todt und seine Bemühungen um die Verbesserung der Sponsoren- und Finanzstruktur von Erfolg gekrönt sein werden.

Mein Tipp: VfR Aalen - VfL Bochum 0:1


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