Dienstag, 19. März 2013

Angst essen Seele auf


Selbst mein Sohn als Einlaufkind brachte kein Glück...
Was soll jetzt noch helfen ???
Die 111. Westline-Kolumne, Die Woche eines neuen Papstes und der holprige Wechsel von Winter auf Frühling. Alles Steilvorlagen für einen kreativen Beitrag, aber mir geht es nicht anders als unserer Offensive. Ich kann die Vorlagen nicht verwerten und das Ding reinmachen…

Im Gegensatz zu den vorherigen Spielen kann ich diesmal die Einschätzungen teilen, dass wir eine gute Leistung gezeigt, das Spiel dominiert und genügen Chancen herausgespielt haben. Leider war es wieder so, dass unsere Stürmer nicht gut genug und die Mittelfeldspieler nicht glücklich genug waren. Rzatkowski, Goretzka und Tasaka fehlte einfach das Quäntchen. Und hinten war es dann mal wieder der individuelle Fehler, der uns letztendlich das Genick brach.


Hatten die Verantwortlichen vor dem Spiel an die weiterhin gute Unterstützung des Publikums appelliert, so hatte ich von Beginn an das Gefühl, dass bei Ostkurve und A-Block „Angst essen Seele auf“ um sich gegriffen haben. Dort schien der Glaube an einen Bochumer Überraschungscoup von Beginn an von der Sorge erdrückt zu werden, dass das Spiel seinen vorgezeichneten Lauf nimmt: Gutes Spiel, bessere Mannschaft, Torchancen nicht nutzen, individueller Fehler, Leere Hände.

Die Abstiegsangst hat Bochum fest in seinen Bann gezogen. Ein Sieg aus den letzten sieben Spielen und nun den daheim ungeschlagenen Spitzenreiter vor der Brust. Unterm Strich ist es beim VfL im Jahre 2013 deutlich zu wenig für das ehemals beste Rückrundenteam. Gute Entwicklung, ordentliches Spiel, Pech und Verletzungssorgen hin oder her. „Sich-selber-auf-die-Schulter-Klopfen“ reicht nicht mehr aus, um selbst die längst nach unten korrigierten Ziele zu erreichen. Verfolger der besten 5 zu Saisonbeginn, einstelliger Tabellenplatz zu Jahresbeginn und jetzt Platz 15. Vielleicht muss dieses Ziel noch einmal auf „Klassenerhalt“ reduziert werden, wenn und auch Aue und Dresden enteilen sollten (dass ich gestern Abend dem 1.FC Köln, wohl erstmals in meinem Leben, die Daumen halten musste verdeutlicht den Ernst der Situation) einmal und uns die Relegation gegen Osnabrück, Münster oder Bielefeld bevorsteht.

Karsten Neitzel fallen seine markigen Worte nach dem glücklichen Sieg bei 1860 nun mächtig auf die Füße. Die Tabelle lügt nicht und letztendlich sind es überwiegend die Ergebnisse die darüber entscheiden, ob nun alles gut oder schlecht ist, ob der Weg nach oben oder runter geht, ob der Trainer erfolgreich ist oder nicht. Natürlich müssen die Verantwortlichen jeden Tag den Medien Rede und Antwort stehen. Aber nach den sich immer wiederholenden Floskeln über starkes Training, tolle Entwicklung und geile Truppe, wäre jetzt der Zeitpunkt einfach mal ganz demütig und wortkarg zu bleiben, bis die Ergebnisse und Tabellensituation es wieder hergeben Worte wie „Entwicklung“ oder „Ziele“ glaubhaft positiv zu besetzen.

Der Verein hat mit dem Bekenntnis zu Schwenken, Todt und Neitzel für Ruhe gesorgt. Ob diese Entscheidung richtig war (wie ich glaube) oder nicht, wird die Zukunft entscheiden. Jetzt zählt die Gegenwart und das ist der Kampf gegen den Abstieg und das Holen von Punkten. Wird mal wieder Zeit für einen glücklichen Tag. Ostern, das wär doch was…

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