Freitag, 19. April 2013

Die Geister die ich rief...

Unvorstellbar, was sich in Bochum die letzten Tage getan hat. Ein Schnäuzer küsst eine ganze Stadt wach, die seit vielen Monaten in fußballerischer Lethargie dem Untergang entgegenschlich. Der obligatorischen Anfangseuphorie nach dem 2:1 am ersten Spieltag vor 16.000 Zuschauern gegen Dresden  folgte wenig erbauliches. Ein Zwischenhoch zum Jahresende mit einem 3:0 vor 20.000 Zuschauern im Pokalachtelfinale gegen 1860 wirkte nur bis zum ersten Spiel des neuen Jahres. Zuletzt verloren sich keine 10.000 regulären Zuschauer im Schmuckkästchen. Wenn Opel dicht macht, können wir den VfL in Bochum gleich mit beerdigen. Ergänzend dazu die sich häufenden Meldungen über wirtschaftliche Schwierigkeiten an der Castroper. Sponsoren springen ab oder kürzen ihr Engagement. Neue Partner standen nicht gerade Schlange.

Und dann kommt Peter Neururer zurück und alles ist plötzlich ganz anders. (Nahezu) ausverkauftes Haus gegen St. Pauli nach einem glücklichen Einstandssieg in Cottbus. Auch die beiden letzten Heimspiele gegen Köln und Union dürften ein volles Stadion bescheren. Neue Perspektiven. Sportlich, aber auch wirtschaftlich. Rechtzeitig vor entscheidenden Sponorengesprächen.
Peter Neururer zeigt, dass Fußball beim VfL immer noch bzw. noch mehr als früher eine Frage des Herzens ist.  Koller, Funkel, Bergmann mögen Fachleute sein, aber niemals konnten sie das Rüberbringen, was zählt: Ehrliche Verbundenheit. Peter Neururer liebt den VfL, das hat er auch in seiner Abwesenheit immer wieder erklärt. Es ist nicht nur ein Job, es ist eine Herzensangelegenheit. Das muss nicht immer gut sein, aber es ist das, was der VfL braucht.

Ob es ihm gelingt, die Mentalität und diese Einstellung auch der Mannschaft einzuimpfen bleibt abzuwarten. Spieler wie Kramer, Rzatkowski, Aydin, etc. dürften dafür empfänglich sein. Ob ein Ortega, ein Dedic, ein Chaftar oder ein Tasaka oder ein Gelashvili das versteht, sei dahingestellt.
Ich bin auch nicht sicher, ob Peter der Große perspektivisch der richtige Mann ist. Die Zeiten haben sich geändert. Der emotionale Feuerwehrmann braucht auch einen Einsatzleiter an seiner Seite, der die komplexeren und moderneren Rahmenbedingungen beherrscht. Zu wünschen wäre, dass sich ein Team mit ihm etabliert, das sich hierbei optimal ergänzt. Aber es wird schwer werden, diesen Partner zu finden. Ein fachlich guter und nach außen zurückhaltender Mann müsste es sein. Vielleicht einer wie Heiko Herrlich…       

Ich freue mich riesig auf das heutige Spiel. Zusammen mit einem Freund, den ich seinerzeit im Sauerland kennengelernt habe, weil er der einzige VfL-Fan in einem Nest voller Schalker und Dortmunder war und mit dem ich schon kurz darauf nach Brügge gefahren bin. Viele gemeinsame Touren folgten. Amsterdam, München, Hamburg, Berlin, Kaiserslautern,…

Alles ist bereitet für einen großen Abend…

Mein Tipp: VfL Bochum – FC St. Pauli 2:1

1 Kommentar:

  1. Hallo Marcus,
    Danke für einen Super Geilen Fußballabend!!

    Gruß

    aus dem Sauerland

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