Samstag, 6. April 2013

Sprachlos in den Untergang

Der A-Block versuchte es mit Galgenhumor
Da platze mir leider der Kragen. Als im VIP-Raum nach dem Spiel die Übertragung der Presskonferenz lief und der Pressesprecher des VfL erklärte, dass die Spieler keine Statements mehr abgeben werden, musste es raus. Noch nicht mal mehr den Arsch in der Hose um sich der Situation zu stellen. Meine emotionale Offenbarung war so laut und vehement, dass ich (nachdem ich mich wenige Minuten im leeren Stadion abgekühlt hatte) von einigen VIP-Gästen deutlichen Zuspruch erhielt. 

Selbst Aufsichtsratschef Hans-Peter Villis kam an meinen Tisch um mit mir ein paar Worte zu wechseln. Er versuchte erst gar nicht irgendwas zu beschönigen. Das Gespräch hinterließ bei mir allerdings das Gefühl, dass beim VfL nicht nur sportlich ungebremst hinunter geht sondern uns auch noch Sorgen und Probleme ganz anderer Art ins Haus stehen. Villis, der im Leben schon in ganz anderen Ligen gespielt hat, stand die Hilflosigkeit ins Gesicht geschrieben. Zumindest glaube ich, diese gelesen zu haben. 


An dieser Stelle muss ich gestehen, dass ich Herrn Villis gesagt habe, dass ich mittlerweile so hoffnungslos geworden bin, dass ich mittlerweile dran glaube, dass Peter Neururer bis Ende der Saison an Ruder sollte, um zu retten, was schon fast nicht mehr zu retten ist.

Ein Blick auf die Sponsorenliste des VfL ist trauriger Beleg dafür, dass der VfL nur noch eine Provinzmannschaft ohne Charme ist. Hauptsponsor Netto steigt aus, die Techniker Krankenkasse ebenfalls. Es bleiben die Stadtwerke, revirpower, Fiege sowie Nike und Faber. Damit kann man einen Zweitligahaushalt nicht stemmen. 

Weder Kramer noch Goretzka, weder Ortega noch Tasaka werden sich beim VfL weiterentwickeln. Doch wie und mit wem soll ein Neuaufbau stattfinden? Aus dem jetzigen Kader kann man die Hälfte bedenkenlos streichen, ein weiteres Drittel, die man gebrauchen könnte, werden den Verein aus sportlichen oder finanziellen Gründen verlassen. Tasaka und Goretzka müssen zu Geld gemacht werden. Dedic, Dabrowski und Freier wird man nicht das Geld geben können und wollen, was diese meinen zu verdienen. 

Letzte Woche habe ich übrigens mein Wochenendquartier in Sandhausen gebucht, um mir das Spiel anzuschauen und ein wenig zu entspannen. Ein Widerspruch in sich....

 


1 Kommentar:

  1. Nicht mehr Sprachlos in den Untergang, sondern mit über 20.000! Ich bin zwar nicht zu 100 % überzeugt, das in Cottbus eine Wende zum besseren erfolgt ist (spielerisch schon gar nicht), aber vielleicht hilft die geänderte Stimmung im Umfeld ja auch schon die nötigen Punkte zu sammeln. Nach dem letzten Wochenende hoffe ich jedenfalls, dass dein Wochenende in Sandhausen etwas entspannter wird!
    Gruss, ein anderer MarCus

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