Donnerstag, 4. April 2013

Überlebenskampf

"Scheiß egal, wenn mal wieder ein Rückschlag kommt", der VfL ist auf einem guten Weg. Sagte Trainer Neitzel nach dem Sieg bei 1860 München. Zukünftige Kritik könne man "ganz cool abtropfen lassen", die "tolle Truppe" sei "charakterstark, überragend".

Vielleicht hat man beim VfL die Meinung mittlerweile etwas korrigiert, vielleicht hat zuletzt Peter Neururer den Finger in die Wunde gelegt: "In der Öffentlichkeit versuchen die Verantwortlichen die Lage schön zu reden und behaupten immer noch, dass die sportliche Entwicklung in Ordnung ist. Das ist meiner Meinung nach der ganz falsche Ansatz, denn so schlimm stand es um den VfL noch nie", so der ehemalige Trainer in der WAZ.

Das sehen die Bochumer wohl ähnlich. Ganze 6.500 Karten sind bisher für das Abstiegsduell gegen Aue verkauft worden. "Wir brauchen aber auch den Rückhalt in Bochum" beschwört Manager Todt fast flehentlich die ehemaligen und potentiellen Zuschauer und wirbt gleich mit einer ermäßigten Karte für das Spiel gegen St. Pauli für das Freitagsspiel. Doch die Bochumer haben sich augenscheinlich bereits von ihrem VfL verabschiedet. Das stetige Bergab, die regelmäßigen Enttäuschung über die Spielweise, die Ergebnisse, die leeren Versprechungen haben dazu geführt, dass der VfL in Richtung 3. Liga taumelt - und es kaum noch jemand interessiert.
 
Und so steht zu befürchten, dass der VfL nach drei Niederlagen in Serie, nur einem Sieg in 2013, nur einem Tor in den letzten 5 Partien nach dem 1:6 im Hinspiel nun den erneuten Tiefpunkt erreicht und sich von einem erneuten Tiefschlag nicht wieder erholt.
 
Das muss nicht sein, aber man kann der Hoffnung in Bochum keinen Namen geben. Zu unauffällig, zu schlecht, zu erfolglos die Bochumer Spieler. Tasaka leistet sich in Berlin die überflüssige 5. Gelbe Karte, Dabrowski verschuldet in der 3. Minuten einen vorentscheidenden Freistoß, Dedic steht vollkommen neben sich und dem Spielgeschehen, Rzatkowski, Kramer und Goretzka reiben sich erfolglos auf. Und wenn Chaftar zu seinen mythischen Flanken ansetzt, dreht sich einem der Magen um. Das jetzt alle auf Mirkan Aydin hoffen, der in dieser Saison in sechs Partien 311 Minuten zeitweise auf dem Platz stand, belegt einmal mehr, wie schlimm es um den VfL bestellt ist.
 
Was bleibt ist die Hoffnung, dass die Räder mal ineinanderlaufen, dass wieder etwas mehr Glück zurück kommt, dass der Gegner nicht die Schwächen so konsequent ausnutzt wie zuletzt und dass es nicht wieder einen frühen Rückstand gibt.
 
Mein Tipp: VfL Bochum - Erzgebirge Aue 0:0  

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