Dienstag, 28. Mai 2013

Ab in den Urlaub



Im Kalender ist für heute noch ein Termin eingetragen. Zum Glück kann ich den vor dem Fernseher wahrnehmen. Die vier Siege zu Neururers Rückkehr und das volle Stadion in den letzten drei Partien lassen fast vergessen, wie knapp der VfL am dem möglichen Abstieg vorbeigeschrammt ist. Ein einziges Pünktchen trennte und schließlich davon. Hätten die beiden sächsischen Teams am vorletzten Spieltag Remis gespielt, hätte es und erwischt. Wäre Sandhausen gegen uns kurz vor Schluss der Ausgleich  geglückt (was durchaus möglich war), hätten die Kölner ihr Spiel bei uns nicht verloren (was ebenso denkbar war), ständen und säßen wir heute zum Showdown an der Castroper Straße, um den VfL aus Osnabrück auszuschalten.


14 Punkte aus der Hinrunde, Serien von neun und sechs sieglosen Spielen liegen hinter uns. Zu viele schlechte Spiele und Spieler haben wir gesehen, die es nicht erlaubt hätten, so etwas wie Hoffnung aufblühen zu lassen. Mit Peter Neururer ist vieles zurückgekehrt, was wir lange vermissen mussten.

Doch was für Ziele stecken wir uns jetzt? Wie hoch schrauben wie die Erwartungen? Und wo ist die Grenze nach unten, die ein Peter Neururer mit seiner Philosophie, mit der von ihm erweckten neuen VfL-Verbundenheit und mit den wirtschaftlichen Erfolgen bei Sponsoren und Zuschauereinnahmen nicht durchbrechen darf?

Der ideale Plan sieht so aus: Nächste Saison 9. oder  8. werden, ein Zuschauerschnitt von 19.500, bei den Neuzugängen ist ein Kracher,  2-3 mit guten Potential und ebenso viele, die zumindest unauffällig in die Mannschaft passen. In der übernächsten Saison holt der VfL nochmal ein bis zwei Kracher, die beiden Spieler mit Potential rufen eben dieses ab und der VfL kämpft sich vor regelmäßig über 25.000 Zuschauern auf den Relegationsplatz um dann in zwei aufreibenden Matches den FSV Mainz 05 aus der 1. Liga zu verdrängen. - So weit, so gut. Und jetzt die Playstation ausschalten.

Die Gefahr ist natürlich da, dass der Neururer-Effekt über kurz oder lang verpufft. Was, wenn die Mannschaft wieder eine Serie von einem Punkt und zwei Toren aus fünf Spielen fährt? Wenn man nach 10 Spieltagen wieder mit 9 Punkten dasteht und es letztendlich nur noch um den Klassenerhalt gehen kann? Dann wird sich zeigen, ob Verein und Umfeld unbeirrt an dem Festhalten, was jetzt und richtigerwiese postuliert wird: 100%-ige Identifikation mit dem Verein, ehrlich kämpfen und alles geben. Das zählt mehr als Punkte und Tabellenplätze.

Ich für meinen Teil könnte einen aufopferungsvollen Abwehrkampf mit  jungen und engagierten Spielern viel besser ertragen als Mittelfeldgeplänkel mit satten ewigen Talenten und Weltenbummlern. Mit diesem klaren Voting der Zuschauer im Rücken sollten die Verantwortlichen den Weg weiter beschreiten, denn nur auf diesem Weg kann der VfL überhaupt wieder weiter nach vorne kommen.

Die ersten Maßnahmen zeigen klar, dass es auch dahin gehen soll. Es wird auf die Spieler gesetzt, bei denen man zumindest auf den Charakter bauen kann. Bei Freier und Maltritz weiß man, was man hat. Es wird schlechte Spiele mit ihnen geben, es wird die Partien geben, wo Freier überhaupt nix gelingt und wo Maltritz ein Gegentor verschuldet. Aber sie werden ihren Mann stehen und alles für den VfL geben.  Das ist sehr viel mehr, als was so manche Talente und Techniker in der letzten Saison gezeigt haben. Auch bei Heiko Butscher darf man sicher sein, dass er dieser Anforderung mehr als genügt. Felix Bastians könnte passen, vielleicht Rico Benatelli. Manuel Torres und seine Berater eher nicht. Ich denke, der VfL hat sich nicht nur bei Bayer Leverkusen und in Dortmund einen guten Namen gemacht, um Spieler ausgeliehen zu bekommen. Auch das sicherlich ein Erfolg, den der VfL und seine Mitarbeiter sich erarbeitet haben. In dem Zusammenhang sollte man auch mal ein Lob der Nachwuchsabteilung aussprechen. Der Klassenerhalt der U23 in einer starken Regionalliga, die Vizemeisterschaft der A-Junioren, die gute Platzierung der B-Junioren, das ist schon aller Ehren wert. 

So genießen wir erst einmal den Sommer, so denn er denn kommt, und freuen uns auf den Ligaauftakt am 19. Juli. Altstädte in Düsseldorf und Köln, Pfälzer und fränkische Weinfeste, Ebbelwoi in Sachsenhausen, Köpenick, Reeperbahn und zur Wiesn. "Derbys" in Duisburg, Bielefeld und Paderborn. Zum letzten Mal nach Aue, Spreewaldgurken, Aalen, Ingolstadt, Karlsruhe und  das was heute Abend noch kommt. Es gibt wahrlich schlechtere Ligen...

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