Samstag, 8. Juni 2013

Immer weiter MSV!



JETZT ERST RECHT - MSV!
Eines vorweg: Ich mag den MSV. Er ist dem VfL gar nicht so unähnlich. Eine übermächtige Nachbarschaft im Fußball, eine schwierige Situation der Stadt, ein Graue-Maus-Image, das man nicht ablegen kann und immer wieder wirtschaftliche Zwänge und sportliche Rückschläge, die verdaut werden müssen. Ein stetiger Kampf und Anerkennung und Fans. – Ich hab den MSV in den 80er-Jahren bei Spielen der Oberliga begleitet. Zu Viktoria Köln und dem VfB Langenfeld. Auch beim Pokalhalbfinalaus gegen den 1.FC Köln war ich dabei. Es schmerzt mich, ebenso wie viele andere Fußballfans an Rhein und Ruhr, zu sehen, wie der MSV nun abstürzt. Sollte es darum gehen durch Blutspenden, Retter-Shirts, Fan-Anleihen oder sonstigem Kram Fan-Gelder einzutreiben, würde ich mich engagieren. Wohlwissend, dass  der MSV damit noch lange nicht den Weg der Besserung beschreiten würde.

Die aktuelle Diskussion um die Rettung des Clubs vor dem Lizenzentzug geht allerdings nach meiner Meinung am Thema vorbei. Weder das Traditions-Argument verfängt, noch die Vergleiche mit anderen Vereinen, die als „systemrelevant“ möglicherweise von Lizenzentzügen verschont wurden. Seinerzeit der BVB, Frankfurt, Hertha BSC und natürlich Schalke. Der DFB bzw. die DFL wird kein Interesse daran haben, den MSV fallen zu lassen, damit der SV Sandhausen dessen Platz in Liga zwei einnimmt.  Auch werden es nicht nur Formfehler sein, die den MSV in diese Situation katapultiert haben. Vielmehr ist dies die nun die sehr vehemente Quittung für jahrelanges Missmanagement und das Agieren von Personen, die, je nachdem, inkompetent, nicht teamfähig, selbstherrlich, gleichgültig, nicht MSVler oder eine Mischung aus all dem sind.
Der Hype um neue Stadien hatte bereits Bielefeld und Aachen in den Ruin getrieben, auch anderenorts (Offenbach, Dresden, …)  gehen die Rechnungen, die auf zu ehrgeizigen und leichtsinnigen  sportlichen Zielen  beruhten, einfach nicht auf. Der Umgang mit der Problematik, der Einfluss von Geldgebern, ausgegliederten Kapitalgesellschaften und der lokalen Politik führten zwangsläufig in eine Sackgasse. Alles nicht neu sondern ein unter wechselnden Vereinsfarben sich wiederholendes Szenarium.

Die Leidtragenden sind dabei oftmals neben den hilflosen Fans die Vereine, die solide wirtschaften, auf Schulden versuchen zu verzichten und deshalb weniger in Spieler investieren können. Erzgebirge Aue macht keinen Stadionneubau, weil der langfristig nicht finanzierbar ist, Darmstadt kickt am Böllenfalltor, während das Land Hessen dem OFC (letztendlich vergeblich) unter die Arme greift, um ihn und sein neues Stadion zu retten. „Für die Region bedeutsame“ Vereine wie Kaiserslautern, Rostock, Osnabrück, etc. werden mit öffentlichen Geldern gestopft, während andere in die Röhre schauen oder am Pranger stehen, weil sie sich über Sponsoren finanzieren. Leverkusen, Hoffenheim, Wolfsburg und Leipzig ernten als Nichttraditionalisten Verachtung, obwohl sie eben keine Steuergelder aus leeren Stadt- und Landsäckeln abziehen. 

Ich hoffe, der MSV kommt aus der Regionalliga genannten Geriatrie gesund wieder raus. Aber hier tummeln sich zu viele Vereine, die unbedingt aufsteigen wollen und müssen. RW Essen, KFC Uerdingen, Viktoria Köln, Fortuna Köln, Alemannia Aachen. Unattraktiv ist die Liga nicht. Wenn die MSV-Fans zu ihrem Club stehen und die Chancen des Neuanfangs nutzen wollen, könne die Zuschauerzahlen an die der Durchschnittsspiele der zweiten Liga heranreichen.



Ich drücke den MSV alle Daumen und verspreche meinem Freund Peter, mindestens zu zwei Spielen zu kommen!
 

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