Dienstag, 18. März 2014

Helm auf! Baustellen in Bochum

Helm auf!
Baustellen in Bochum


Muss ich jetzt auch was zu Uli H. schreiben?

Der eminent wichtige Sieg des VfL in Aalen, begleitet von der Punktlosigkeit Bielefelds und Dresdens, lässt uns ein wenig aufatmen. Wegen des Ergebnisses, nicht wegen der Leistung. Sogar ein Stürmertor, immerhin das siebte in dieser Saison, gab es zu bejubeln. Endlich hat sich der VfL wieder in eine Situation gebracht, wo er mit einer kleinen Serie die Wunden der laufenden Saison zumindest oberflächlich heilen kann. Hatten wir in der Hinrunde nach dem Spiel und Sieg in Fürth noch die Chance, uns mit Erfolgen gegen die "vier Kleinen" aus Aalen, Sandhausen, Ingolstadt und Aue oben festzusetzen (was mit null Punkten misslang), könnten wir jetzt in diesen Duellen den Klassenerhalt nahezu sicherstellen. Der erste Schritt ist getan und ich bin fest davon überzeugt, dass aus den drei anderen Spielen mindestens fünf Punkte geholt werden.



Mehr sollte zu der aktuellen sportlichen Situation auch nicht gesagt werden, sie hat sich grundsätzlich nicht geändert. Wir laufen unseren Ansprüchen weit hinterher und an eine sportliche Weiterentwicklung glaubt in dieser Spielzeit niemand mehr. Klassenerhalt sichern und einen neuen, besseren und entwicklungsfähigen Kader für die kommende Saison zusammenstellen - so lautet einmal mehr die hoffnungsvolle Devise. Manager und Trainer müssen dabei zwingend mindestens ein halbes Dutzend neue Stammspieler an Land ziehen, um den eigenen Ansprüchen schnell wieder gerecht zu werden. Aydin und Sukuta-Pasu Zeit, sich als zweitligataugliche Stürmer zu präsentieren, ist nahezu abgelaufen. Im Mittelfeld haben  Cwielong, Tasaka, Zahirovic und Tiffert die Erwartungen bei weitem nicht erfüllt.  

Wie schwer das mit dem neuanfang und dem richtigen Kader ist, müssen aber nicht nur wir immer wieder feststellen. Vereine mit besseren Voraussetzungen (finanziell, Umfeld, Zuschauerzahlen) wie der 1.FC Kaiserslautern mit dem in Bochum hochgeschätzten Stefan Kuntz, dem Absteiger Fortuna Düsseldorf und den Funkel-Jüngern aus München haben ihre Ambitionen zurückschrauben müssen. Die zweite Bundesliga ist kein Planspiel und die Platzierungen von Paderborn, Karlsruhe und Sandhausen zeigen, dass in dieser Liga und besonders in dieser Saison einiges Unmögliche möglich ist.

Dass der Aufsichtsrat mit Uwe Tigges verstärkt wird, kann erst einmal als gutes Zeichen gewertet werden. Hier hat eine Rundumerneuerung stattgefunden, die mit der Erwartung verbunden ist, dass sich auch im Bereich der Sponsorensuche etwas bewegt und sich die Einnahmeseite des VfL spürbar besser darstellen wird. Es konnte zwar nicht erwartet werden, dass alleine durch das Erscheinen von Hans-Peter Villis die Geldgeber über Nacht Schlange stehen, aber die Eingewöhnungszeit ist allerspätestens Ende dieser Saison abgeschlossen. Dann zählen Fakten. Zur neuen Saison muss der VfL neue Sponsoren und Einnahmen präsentieren. Die immer wieder im Gespräch befindlichen beiden Unternehmen aus dem Energie- und Automobilbereich haben hoffentlich in ihrem Werbeetat entsprechende Beträge vorgesehen. Dass mit der Person Tigges zugleich ein wirtschaftlicher Deal mit RWE verbunden ist, erscheint  naheliegend. Allerdings ist die wirtschaftliche Situation von RWE (nein, nicht die Fußballmannschaft) momentan auch so, dass alle Ausgabenposten auf den Prüfstand gestellt werden dürften.

Und beim Thema Finanzen haben wir in Bochum ja aktuell auch noch eine Vakanz. Hoffentlich holt sich der Aufsichtsrat jemanden an Land, der nicht nur mit Zahlen umgehen kann sondern auch das wohlformulierte Bochumer Leitbild verkörpert. Ein knallharter Verhandler ist schön und gut, aber hier wo das Herz noch zählt muss der gute Mann (oder Frau) auch menschlich und charakterlich passen. 

Baustellen wohin man schaut. Zumindest das ist eine fest Größe beim VfL geblieben.

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