Dienstag, 27. Mai 2014

Sommerpause zum Vergessen

Stanislav Sestak erzielte 2009 alle Tore
beim 3:0 des VfL in Hoffenheim...
Bild: vfl-bochum.de
Normalerweise ist eine Sommerpause schon nach sieben Tagen eine Qual. Doch dieses Mal hab ich sie nicht nur herbeigesehnt sondern gehofft, sie dauert ewig. Oder zumindest so lange, bis an der Castroper Gras über so ziemlich alles gewachsen ist, was sich in den letzten Monaten so hartnäckig an der Oberfläche gehalten hat. Namen, Gesichter, Statistiken der letzten Saison sollen einfach in meiner Erinnerung so weit verdrängt werden wie das 1:6 in Oberhausen (2002), das 2:6 gegen TeBe (1999), das 1:3 in Wuppertal (1994) oder die Pokal-Niederlagen bei  Fortuna Köln (1:2, auch 1994) bzw. Union Berlin (0:1, 2000).

Dass Peter Neururer mit dem VfL in das 2. Liga-Jubiläumsjahr geht, steht nun fest. Alle für und noch mehr wider sind mehr oder weniger sachlich, gelegentlich handfest ausgetauscht worden. Letztendlich ist die Entscheidung aber logisch. Nicht, weil der VfL ja mehr Punkte als in der Vorsaison geholt hat (was von genau dem Trainer als Erfolg verkauft wird, der nach dem 7. Spieltag das Wort Aufstieg in den Mund nahm), sondern weil an Aufstieg auch 2015 nicht zu denken sein wird, aber mit einen erneuerten Kader der Klassenerhalt ziemlich sicher zu schaffen sein wird. Also warum viel Geld für einen neuen Trainer ausgeben? Da ist es doch geschickter, PN bis nach der Winterpause machen zu lassen und ihn dann rund drei Monate vor Vertragsende gegen einen neuen Übungsleiter auszutauschen, der den Klassenerhalt perfekt macht und dann im Folgejahr mit der Mannschaft angreift...

Positiv ist zu vermerken, dass für Vogt und Ostrzolek nachträglich noch Einnahmen erzielt werden. Diese Vertragsgestaltung hat ja bereits bei Goretzka zu einem bemerkenswerten Nachschlag geführt. Goretzka? Genau. Dass ist der Neu-Nationalspieler, der die letzten 19 Bundesligaspiele bei einem CL-Teilnehmer bestritten hat, welcher von einem ausgewiesenen Sport1-Fußballfachmann scharf kritisiert wurde, weil Goretzka ja in seiner Entwicklung stagniere und besser in Bochum geblieben wäre. Recht hat er. Fußballspielen in Bochum stählt einen 19-jährigen...

Positiv interessant ist aber auch die Kaderplanungen des VfL. Gregoritsch (20), Sestak (31), Perthel (25), Simunek (27), Terodde (26) evtl. doch noch Levels (27)- Das sind augenscheinlich und vor dem Hintergrund der Möglichkeiten des VfL (die durch die Platzierung und 39.000 Euro-Pyrotechnik-ist-kein-Verbrechen-Strafen zusätzlich verschlechtert wurden) gute Entscheidungen. Ob sie besser einschlagen als Ilsö, Cwielong, Tiffert, Latza, Tasaka und Sukuta-Pasu bleibt natürlich abzuwarten. Aber schlimmer kann es sicherlich nicht werden. Was fehlt sind noch ein paar junge Perspektivspieler, die Einsatzzeiten bekommen, sich entwickeln und etwas länger beim VfL bleiben bevor sie eine ordentliche Ablöse erzielen. Ich merke, ich fange schon wieder an von besseren Zeiten zu hoffen.

Der Blick auf die Zweitligalandkarte zeigt, dass der VfL mittlerweile der Hälfte der Liga finanziell und sportlich hinterherläuft. Nürnberg, Braunschweig, Fürth, Kaiserslautern, 1860, St. Pauli, Düsseldorf, Leipzig und auch Union liegen (zum großen Teil) sehr deutlich vor uns. Wie wollen wir auf kurze Zeit davon sieben Teams hinter uns lassen? Das Mittelfeld der 2. Liga wird voraussichtlich unsere Heimat werden, vorausgesetzt, wir lassen Teams wie Aue, FSV Frankfurt, Aalen, Sandhausen und Darmstadt hinter uns. Über eine höhere Platzierung beim TV-Ranking können wir uns dann freuen und den richtigen Pokal-Lostopf. Vielmehr wird wohl nicht drin sein.

Es sei denn,... Ach lassen wir das und warten dann doch sehnsüchtig auf die neuen Spielpläne, die Mitte Juni kommen sollten und hoffen, dass wir am 1. Spieltag ein Heimspiel haben. Sind ja nur noch 66 Tage...

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