Mittwoch, 8. Oktober 2014

Frauen kosten Geld...


Wissen wir. Beim VfL sollen es 150.000 € im Jahr sein. Rechnet die andere Seite sind es vielleicht nur 100.000 €. Gleichwohl sind es Kosten und bei der wirtschaftlichen Situation des VfL, die sich ungleich schlechter darstellt als in München, Wolfsburg,Leverkusen, müssen alle Kosten auf den Prüfstand gestellt werden. Erst recht von einem neuen Finanzchef.

Ergebnis: Zu teuer für den VfL.

 Meine persönliche Meinung:  Der Frauenfußball interessiert mich nicht. Ich schaue am Wochenende nach, wie die VfL-Frauen gespielt haben  und freue mich, wenn sie gewonnen haben. Wobei es in der 2.Bundesliga Nord keinen Verein gibt, der irgendwelche positiven oder negativen Emotionen bei mir weckt. Kennt überhaupt einer die Teams der Liga? Lübars, Gütersloh, Cloppenburg und Meppen? 

Da spielt die II. Frauen schon in reizvollerem Umfeld: Mönchengladbach, 1.FC Köln II, Leverkusen II, MSV Duisburg II. Das Derby gegen den MSV mit zwei Roten Karten für die Gäste sahen offiziell 45 Zuschauer. Nicht schlecht im Verhältnis zur I. Frauen, die im letzten Spiel gegen Lübars (Ortsteil von Berlin-Reinickendorf) offiziell ganze 60 Zuschauer begrüßen duften. Da lohnt es sich noch nicht mal den Grill anzuschmeißen... 

Der Frauenfußball bringt dem VfL Bochum nahezu nichts. Kein Sponsor wird sagen: "Oh geil, Ihr macht auch Frauenfußball, da leg ich mal ne Schippe drauf", kein VfL-Fan wird glaubhaft sagen "Egal ob Männer oder Frauen, wir sind alle VfL". Nein. Es ist schön oder ok oder korrekt Frauenfußball zu haben, aber er bringt nichts ein. Er ist ein Kostenfaktor und er gehört damit, wie viele andere Dinge (z.B. U23) auf den Prüfstand.

Um das auch deutlich zu sagen: Es ist kein Werturteil über die sportliche Leistung, den Ehrgeiz, die Anstrengungen und die Identifikation mit dem Verein der Frauen und Mädchen. Sie haben meinen Respekt, meine Sympathie aber in der Tat nicht mein gesteigertes Interesse. 

Wenn wir uns jetzt auf die Ebene begeben und uns mit moralischen, sozialen und emanzipatorischen Argumenten beschäftigen, wird es schwieriger. Darüber kann man diskutieren und darüber kann man verschiedener Meinung sein. Jetzt das Leitbild des VfL heran- und das Wort "sozial" herauszuziehen geht aber am Thema vorbei. Seine soziale Verantwortung kann der VfL auch ohne eigene Frauen- und Mädchenabteilung nachkommen, z.B. in dem er Vereine, die dieses fördern unterstützen. Ich bin davon überzeugt, das macht der VfL auch.

Schauen wir auf die I. und II. Frauen-Bundesligen sehen wir Bayern München, VfL Wolfsburg, TSG Hoffenheim, Bayer Leverkusen, den SC Freiburg und sicherlich nicht mehr lange den MSV Duisburg (der aus politischen Gründen den Frauenfußball integrieren musste) in Liga I. Werder Bremen, Union Berlin und den  1.FC Köln in Liga II. Kein Schalke, kein Dortmund, kein HSV, kein Hertha, kein Stuttgart, St. Pauli, Kaiserslautern, 1860, etc. Aus gutem Grund. Wer Geld hat, der kann sich dieses Image leisten und angeblich waren bei Hoffenheim-Sand sogar 400 Zuschauer.

Es ist ungerecht, aber es ist ökonomisch. Es ist unsozial aber es ist richtig, sich von dieser Struktur zu trennen. Der VfL sollte die umliegenden Vereine, die auch den Frauen- und Mädchenfußball fördern, unterstützen. Vielleicht sollten die Ruhrgebietsvereine gemeinsam einen Club fördern, der  Frauenfußball auf allerhöchstem Niveau abbildet. Wenn Dortmund, Schalke, Bochum und Essen die SGS Essen unterstützen, den Verein in FFC Ruhrgebiet umbenennen und entsprechend "promoten", dann hätte das Hand und Fuß. Der Breiten- und Nachwuchssport ist bei den kleineren Vereinen eh viel besser und vor allem authentischer und ehrlicher aufgehoben.

Wenn es 120.000 € im Jahr sind, die der Frauen- und Mädchenfußball kosten, dann sei den Unterstützern nahegelegt, eine Finanzierung darzustellen. Wenn 6.000 Unterstützer 20€ im Jahr beibrigen, wäre die Finanzierung sichergestellt (aktuell sind es bei einer Online-Petition knapp 3.500, aber die kostet auch nix). Oder wenn die Eintrittspreise bei der I. Männer um 50 Cent pro Ticket angehoben werden. Stellen wir das doch einmal zur Diskussion....

Ansonsten ist es schmerzlich, den Fehler von damals korrigieren zu müssen, aber es muss sein.

Ein guter Kommentar auch hier.

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