Dienstag, 9. Dezember 2014

Selbstzerstörung beim VfL



Versuchte Schadensbegrenzung


„All die Jahre stehst Du da, wie ein Fels so stark und fest. Der sich selbst von größten Wellen nicht vom Platz vertreiben lässt“ klingt es vor jedem VfL-Heimspiel durchs Stadion. Es wird Zeit einen neuen Text oder ein neues Lied zu suchen, denn der VfL ist dabei, sich selber zu zerstören. Es ist mehr ein Sandstein oder ein Hügel Kieselsteine, die an der Castroper zu sehen sind. Es braucht nicht mehr viel, um auch diesen, und damit den Profifußball und den Verein wie wir ihn seit Jahrzehnten kennen, hinweg zu spülen.

Es scheint, als ob an fast ausnahmslos jeder Stelle daran gearbeitet wird immer ein Stück mehr zu zerstören. Neue Gräben tun sich auf, alte Spannungen entladen sich. Der Schrecken ohne Ende läuft auf ein schreckliches Ende hinaus. Noch nie war der VfL dem totalen Abgrund so nahe wie jetzt, wo auch bei Opel die Lichter ausgegangen sind.

Andreas Luthe: Der Kapitän stellt sich den Medien. Das ist sein Recht und auch seine Pflicht. Was er dort aber zuletzt abliefert, kann nicht viel mehr sein als der Beginn seines Abschieds. Wer den Aufsichtsratsvorsitzenden in dieser Form angeht, weiß um die Folgen. Es kann nur ein bewusste Provokation gewesen sein, die noch einhergeht mit einer totalen Fehleinschätzung der eigenen und der mannschaftlichen Leistung. Unverständnis über die Reaktionen nach dem 0:3 in Ingolstadt, nur einem Sieg  in den letzten 11 Spielen und ebenso nur einem Sieg in 9 Liga-Heimspielen (sinngemäß hat er gesagt “wir stehen auf Platz 9 und von der Stimmung her könne man  meinen, wir stünden auf einem Abstiegsplatz“) lässt den Fan daran zweifeln, ob Andreas Luthe noch ganz bei der Sache ist. Meine Vermutung ist, dass er den Verein verlassen will und wird. Eher zur Winterpause als zur neuen Saison….

Peter Neururer: Gibt es eigentlich einen Buchmacher, bei dem man noch darauf wetten kann, dass er nächste Saison kein Trainer mehr ist? Seine Ratlosigkeit sieht man nicht nur auf dem Platz sondern zunehmend an der Seitenlinie. Er hat nur noch einen Rückhalt: Den Kontoauszug  des VfL. Seine Kommentare in Fußballshows sind in Anbetracht der Entwicklung seiner Mannschaft nicht mehr zu ertragen. Das Zitat „Alle sollten mal mit den Füßen auf dem Boden bleiben und nicht vergessen, wo wir herkommen!“ ist Hilflosigkeit pur. Wir kamen am 6. Spieltag immerhin mal von der Tabellenspitze und die Frage ist wohl, wo wir hinwollen, nicht wo wir herkommen… 

Hans-Peter Villis und der Aufsichtsrat sind anscheinend komplett abgetaucht. Äußerungen über die Medien zum Charakter der Mannschaft sind eher ein Zeichen von Hilflosigkeit der Vereinsbosse und nicht von Führungsautorität. Villis hat auch nicht das geliefert, was von ihm erwartet wurde. Sportliche Einschätzungen waren bisher nie sein Ding, da kann man es nur falsch machen, wenn man sich dann in der Krise mal äußert. Martin Kree hätte hier mal in die Bresche springen können. Doch von ihm sieht und hört man nicht. Und dass Frank Goosen in eine Art inneres Exil gegangen zu sein scheint, ist noch die verständlichste Aktivität des Aufsichtsrates.

Christian Hochstädter: Auf dem Vorstand Sport lasset die ganze Hoffnung. Bisher konnte er mit seiner Art , seinen Handlungen und Äußerungen durchaus  überzeugen. Das Festhalten an Neururer war der Vertrags- und Finanzsituation geschuldet. Dass das Tischtuch nun zerschnitten ist, ist unübersehbar. Wie lange kann und will Hochstädter die Füße noch stillhalten? Es ist jetzt unverzichtbar klar zu sagen, dass Peter Neururer mit dem VfL nicht in die nächste Saison gehen wird. Nur so kann noch mehr Schaden vom Verein ferngehalten werden und Neururer zugleich nicht weiter beschädigt werden.

Die Fans: Die Pyro-Aktion hat einmal mehr, aber diesmal besonders, deutlich gemacht, dass der VfL für diese Gruppe nur noch Mittel zum Zweck und Bühne für die eigene Selbstdarstellung ist. Anfeuerung hin, Choreos her. Dass andere Gruppierungen die ewigen Provokation annehmen (und andersherum auch suchen) verwundert nicht. Eine solche Eskalation und das Entfremden bilden den traurigen Beigeschmack zum Niedergang des VfL. Vorbei und vergessen, wie man auch in schlechten Zeiten zusammenstand und den VfL wieder nach vorne bringen wollte. Heute ist jeder für sich und wer nicht mit einem ist, ist gegen einen. Das schmerzt mich nach über 30 Jahren am meisten…

Ich habe keine Ahnung, wo es hingehen wird. Aber ich sehe im Moment nur wenige mögliche Wege hin zu einer Verbesserung. Sogar die noch unter Werner Altegoer angefangenen Reformen mit Fan-Treffen und Arbeitsgruppen sind nicht weitergeführt worden. Dabei wären der Austausch und das gemeinsame Arbeiten am Wege der Besserung aktuell notwendiger denn je.  Bei der Gelegenheit: Das Thema Frauen- und Mädchenfußball, auf der Mitgliederversammlung noch emotionaler Höhepunkt, scheint wieder vollkommen von der Tagesordnung verschwunden sein. Beim letzten Heimspiel gegen den Tabellenführer (5:2 gegen Bremen) verloren sich ganze 65 Zuschauer...

Der Aufsichtsrat, die Mitarbeiter, die Mitglieder und die Anhänger haben jetzt keine geringere Aufgabe, als den Verein zu retten. Ich hoffe jedem ist das bewusst und jeder hilft dabei mit.

1 Kommentar:

  1. Horror-Szenarien malen, wilde Spekulationen, Schwarzmalerei = 1848-Blog. Wenn dann wirklich was (Trainerwechsel) im Verein passiert kein Wort. Blog wegen Inkompetenz bitte schliessen.

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