Dienstag, 24. Februar 2015

Eine gute Nullnummer kann Hoffnung machen


Auch Thomas Eisfeld steht für den
momentanen Aufwärtstrend

Es war ein 0:0 der ziemlich guten Art. Natürlich mit Einschränkungen, im Abschluss, zeitweise in der Abwehr und punktuell in Sachen unnötige Gelb-Rot-Gefährdung (Latza, Perthel), aber mit vielen lange vermissten Qualitäten, die sich schon im Heimspiel gegen Braunschweig andeuteten. Ob dies tatsächlich nachhaltig die Handschrift des neuen Trainers ist  oder erneut nur ein temporäres Aufflackern der Qualität einer Mannschaft, die offensichtlich zu mehr in der Lage ist, als sie zumeist zeigt, wird sich wie immer zeigen.

Erstaunlich ist, dass sich gleich drei personelle Veränderungen so positiv auszuwirken scheinen. Michael Esser strahlt bei konstant guter Leistung mindestens genau so viel Ruhe aus wie Kapitän Luthe. Thomas Eisfeld hat sich schnell ins Team gespielt und überzeugt weit mehr als es Tasaka regelmäßig macht. Bessere Standards, besserer Blick, größere Genauigkeit. Selim Gündüz rackert eifrig, hat Zug zum Tor und Selbstbewusstsein. Manchmal etwas ungestüm und fehlende Übersicht, aber das darf getrost der mangelnden Erfahrung zugeschrieben werden. Er scheint einen guten Weg zu gehen und verdünnt die Luft für Sestak und Latza die ihrerseits noch viel vermissen lassen.  

Beim KSC, immerhin Tabellenzweiter, war man dem Sieg nahe. Mit einer kontinuierlichen Leistung wie dieser hätte der VfL eine andere Rolle in einer Liga gespielt, die so ausgeglichen ist wie lange nicht mehr.  Aber dieses Klagelied spielt man in Düsseldorf, Nürnberg, Leipzig, Fürth, München  und St. Pauli auch. Alle haben übrigens wie der VfL diese Saison bereits mindestens einen Trainerwechsel vollzogen... 

Nun kommt das Team der Stunde nach Bochum, das mit Siegen gegen Nürnberg, Leipzig und Kaiserslautern  vor den VfL gesprungen ist. Immerhin seit sieben Jahren in der 2. Liga sind die Bornheimer eine erneute echte Bewährungsprobe, auf die wir uns freuen können. Mit dem dritten Heimsieg wäre der Sprung ins gesicherte Mittelfeld geschafft.

Spannend, aber glücklicherweise ruhig, bleibt es hinter den Kulissen. Etwas Luft durch das Bayern-Spiel und erstes Aufatmen durch die Verlängerung mit Netto. Jetzt noch die Themen Stadionname, Frauenmannschaft, U23 und kommende TV-Einnahmen. Auch für letzteres ist das Spiel am Freitag ein wichtiges, denn der FSV ist neben Aalen, Ingolstadt und Karlsruhe ein direkter Tabellennachbar im Ranking und somit um mehr Geld.  Und auch für einigermaßen gute Zuschauerzahlen in den letzten Spielen gegen weniger attraktive Gegner wie Heidenheim, Leipzig, Sandhausen und Ingolstadt (Ausnahme Kaiserslautern) ist ein Erfolg unverzichtbar. 

Über die Zukunft der II. Männer wird mitunter kontrovers diskutiert. Sonderlich viel Zuspruch von  Zuschauern gibt es nicht, sicherlich auch, weil viele Spiele parallel zur ersten Mannschaft stattfinden. Ob die kolportierten 1 Millionen eine gute Investition sind ist fraglich. Für die Hälfte des Geldes könnten vier bis fünf Spieler unter Vertrag genommen und dann an Regionalligateams (Wattenscheid, Kray, Siegen, Verl, Oberhausen, Essen, zukünftig Velbert, Wuppertal oder Ahlen), verliehen werden um dort Spielpraxis zu bekommen. Parallel dazu könnte auch die U19 gestärkt werden. Mehr Freundschaftsspiele für die Kicker, die wenig zu Einsatz kommen wären eine Ergänzung des Konzeptes, das sicherlich durch einen möglichen Abstieg der U23 noch intensiver diskutiert wird.

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