Dienstag, 28. April 2015

Parallelen ?


Die Nachricht, dass der VfL in der kommenden Saison seinen Lizenzspieleretat um 500.000€ erhöht, und 19.000 Zuschauer im Stadion wären eine hervorragende Momentaufnahme, wenn da nicht einmal mehr die sportliche Situation wäre. Schaute man vor wenigen Wochen noch Richtung oberes Tabellendrittel, so geht der ängstliche Blick nach den vier ernüchternden Niederlagen nun auf Platz 16 und die Spiele der Kellerkinder Aue, Aalen, Pauli, München und Fürth. Alleine deren fortwährende Schwäche und die 7 Punkte Vorsprung verhindern den Ausbruch einer blanken Panik, aber weitere Niederlagen des VfL, vor allem gegen Aalen und St. Pauli, können die Situation noch einmal ändern. 

Wie kann es sein, dass der VfL nach einer offensiven und torreichen Phase nun wieder da angekommen ist, wo er unter Peter Neururer bereits scheinbar aussichtslos war? Ist der Trainer-Effekt schon verpufft oder haben einzelne Spieler schon kein Bock mehr auf den ebenso knorrigen wie strengen Holländer und schalten bzw wandern geistig schon ab? Verbeek hat alles für seinen Ruf getan, nicht nur den Medien sondern auch den Spielern gegenüber. Es würde nicht überraschen, wenn sich jetzt die Spreu vom Weizen trennt und sich gewisse Parallelen zur Situation mit Heiko Herrlich seinerzeit ergeben. Da zeigte sich die Entfremdung von Mannschaft und Trainer nach einer zunächst erfolgreichen Zeit auch in den Ergebnissen, mit bekanntem Ende. Seinerzeit holte der VfL aus den letzten zehn Spielen nur einen Punkt, verspielte ein Neun-Punkte Polster und stieg ab. 

 So erfreulich es ist, dass der VfL den Eigengewächsen Gündüz, Bulut und Abdat Einsatzzeiten gibt, Stammspielerqualitäten haben die drei noch nicht erreicht und benötigen herfür definitiv Zeit. Aber wenn auch Spieler wir Gregoritsch und Latza weit hinter ihren Möglichkeite bleiben, die Stürmer Terrode und Sestak neben Highlight-Momenten zu oft unbeteiligt wirken und Spieler wie Tasaka, Cwielong oder Zahirovic keinen Platz mehr im Kader beanspruchen können, dann ist es in der Summe einfach zu wenig um sich in der Liga vor Sandhausen, FSV Frankfurt, Union Berlin und Heidenheim zu etablieren. Das sich bei vielen der ganze Frust nun an Andy Luthe auslässt, ist dabei eine zusätzliche unschöne Randerscheinung. 

Und so bleibt der VfL im Zweitliga-Kreislauf gefangen: Neuer Trainer, braucht Zeit, muss sich seinen Kader selber zusammenstellen, Umbruch errforderlich, hat aber wenig Geld,.... Im Sommer müssen einige fertige Spieler kommen, Eisfeld, Gregoritsch und Terrode bleiben, die Eigengewächse den Sprung schaffen und die Verletztenliste kürzer werden. Aber selbst dann wird man in einer Liga voll von Aufstiegsfavoriten einen schweren Stand haben. Erstaunlich und erfreulich, dass die Zuschauer noch mitziehen und auch in den letzten beiden Heimspielen hinter dem VfL stehen. Wahrscheinlich eine Mischung aus Trotz, Gewohnheit und Liebe. Zumindest darauf kann man sich in Bochum verlassen...

1 Kommentar:

  1. Sehr guter Kommentar!
    Bei der Vorstellung Verbeeks - eigentlich schon bei seinem Ende in Nuernberg haben bei mir die Herrlich-Alarmglocken geklingelt.

    Letztlich lebt Verbeek aber fussballerisch Werte vor, die in Bochum lange vermisst wurden. Phlegma haben wir lange genug durchgezogen - nach dem Abstieg 2010 haetten sich viele auch gewuenscht dass Herrlich die Chance bekommt, seinen Schnitt zu machen.Bzgl. des eigenen Anspruchs, Spieler weiter zu entwickeln ist er ein Gluecksfall fuer den VfL.

    Verbeek muss jedoch dringend an seinen zwischenmenschlichen Faehigkeiten arbeiten und verdienten Spielern wie z.B. Michael Esser die Chance geben, sich ordentlich zu verabschieden - z.B. durch einen Platz in der Startelf am 34.Spieltag und eine Auswechselung in der 89.Minute ...
    Sein vorteil bzgl. der Konflikte mit den Medien is noch, dass den Medienmenschen, die er angreift anders als im Falle Droll/Herrlich der VfL nicht egal ist und uns somit Aussagen von Osterhasen a' Pfertzel, Yahia etc. aus hoffentlich erspart bleiben.

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